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Rückführung aus Bangkok

Seine Ferien in Thailand 2012 hatte sich der Davoser Gastwirt Werner Seiler anders vorgestellt. Wegen akuter Herzprobleme musste er rasch zurückgeführt werden. In der Schweiz war seine Leidensgeschichte aber noch lange nicht zu Ende.

«Bereits im Winter vor meinen Thailand-Ferien bereitete mir das Atmen Mühe. Die Ärzte sagten mir, dass ich wohl an Asthma leide. Deshalb habe ich mir nichts weiter dabei gedacht», erzählt Werner Seiler. Wie jedes Jahr reist er deshalb im April 2012 nach Thailand. Während er sich auf einen Segeltörn vorbereitet, stürzt er. Dass sich seine Atemprobleme danach verschlimmern, schreibt er dem Sturz zu. Er kann kaum noch zehn Meter am Stück gehen. Weil er sich Sorgen macht, geht er ins Spital. Der Arzt stellt fest, dass sich in der Lunge vier Liter Wasser angesammelt haben. Weitere Untersuchungen ergeben, dass die linke Aortenklappe nur noch zu 25 Prozent funktioniert. «Ich habe von Geburt an einen Herzklappenfehler. Dieser hat jedoch nie Probleme gemacht», erklärt Seiler.

Begleiteter Rückflug

Die Ärzte in Bangkok empfehlen ihm eine Operation vor Ort. Das kommt für Werner Seiler jedoch nicht in Frage. Erstens ist ihm die Sprache fremd, zweitens erschweren ihm die hohen Abgase in der Stadt und die klimatisierten Räume das Atmen. «Wie soll ich da je wieder gesund werden?», fragt er sich. Er kontaktiert seinen Hausarzt, der sich sofort bei der Notrufzentrale von Helsana meldet. Von da ab geht alles sehr schnell. «Ich musste mich um nichts mehr kümmern. Dafür war ich extrem dankbar», sagt Seiler, der seit seiner Kindheit bei Helsana versichert ist. Nur kurze Zeit später kommt ein Arzt aus der Schweiz in Bangkok an. Auf dem Rückflug funktionieren sie einen Sitz in der Business Class zum Bett um, sodass Seiler schlafen kann. Den ganzen Flug über sitzt der Arzt neben ihm und versorgt ihn mit Sauerstoff. «Wenn es einem schlecht geht, tut es unendlich gut, wenn jemand neben einem sitzt und hilft», erzählt Seiler. Am Flughafen Zürich wartet bereits die Sanität auf ihn. Einige Tage später wird der Bündner operiert. Er erhält eine neue Herzklappe. Ende gut, alles gut – könnte man meinen. Doch sein Leiden geht weiter.

Zweite Operation und Reha

Drei Monate später, am Tag bevor Seiler zur Schlussuntersuchung ins Spital muss, bekommt er plötzlich Gliederschmerzen und Schüttelfrost. Bei der Untersuchung erkennen die Ärzte einen schwarzen Schatten auf der neuen Herzklappe: Bakterien haben regelrecht ein Loch hineingefressen. Drei Tage später wird die neu eingesetzte Herzklappe nochmals ersetzt. Nach der Operation erhält Seiler Antibiotika. Plötzlich bekommt er Sehstörungen und das Gehen fällt ihm schwer. «Ich fühlte mich wie auf einem Schiff», erinnert er sich. Tests zeigen, dass sein Gleichgewichtsnerv vollständig zerstört ist. Es folgen fünf Wochen Reha in Valens (GR) – dort muss Werner Seiler von neu auf lernen, zu gehen.

Ungetrübte Reiselust

Heute fällt Seiler das Gehen wieder leichter, auch wenn er manchmal noch schwankt. Grelles Sonnenlicht, Dunkelheit, zu wenig Schlaf oder Stress verstärken seine Probleme mit dem Gleichgewicht. Doch der Davoser ist eine Kämpfernatur: Täglich absolviert er seine Gleichgewichtsübungen. Zudem hilft er weiterhin in seinem Restaurant mit. Und wenn er gerade nicht arbeitet, bereist er noch immer die Welt. Vor kurzem radelte er mit seinem Sitzvelo durch Dänemark. «Das Velo bedeutet sehr viel Lebensqualität für mich. Damit kann ich die Umgebung betrachten und mich gleichzeitig bewegen», schwärmt er. Zu Fuss gehe das nicht, weil er sich auf den Boden konzentrieren müsse. Trotz seinen schlechten Erfahrungen reist Seiler nach wie vor gerne ins Ausland. «Auch andere Länder haben gut funktionierende Gesundheitssysteme», sagt er sich. «Und sollte ich trotzdem wieder dringend Hilfe benötigen, weiss ich: Helsana ist für mich da.»

Autorin: Lara Brunner
Veröffentlichung: 9. September 2019

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