Was kurbelt den Stoffwechsel an und wie können Sie Bauchfett loswerden? Warum wird der Stoffwechsel im Alter langsamer und welche weiteren Gründe gibt es für einen schlechten Stoffwechsel? Erfahren Sie mehr über den Stoffwechsel und wie Sie ihn anregen.
Der Fachbegriff «Metabolismus» bezeichnet den «Stoffwechsel». Er beschreibt alle chemischen Umwandlungen im Körper. Wenn Sie beispielsweise etwas essen, verarbeitet Ihr Körper die Nährstoffe, zerlegt sie in kleinere Bestandteile und nutzt sie weiter. Dabei gewinnt er Energie und transportiert Nahrungsbestandteile. Zusätzlich baut er mithilfe von Enzymen und Coenzymen neue Stoffe auf und überflüssige ab. Der Metabolismus ist entscheidend für die Homöostase. In diesem Zustand ist Ihr Körper in einem dynamischen Gleichgewicht und funktionsfähig.
Fachpersonen teilen den Stoffwechsel unterschiedlich ein. So gibt es etwa den anabolen und den katabolen Metabolismus:
Darüber hinaus sprechen Experten und Expertinnen gelegentlich vom aeroben und anaeroben Metabolismus:
Einen gestörten Stoffwechsel erkennen Sie an verschiedenen Symptomen. Aussagekräftige Faktoren sind etwa das Gewicht und die Leistungsfähigkeit. Fachpersonen stellen einen unausgewogenen Stoffwechsel mit mehreren Methoden fest:
Im Folgenden erfahren Sie mehr über die weiteren Anzeichen eines trägen oder zu schnellen Stoffwechsels.
Für einen langsamen Stoffwechsel gibt es mehrere Symptome, unter anderem:
Ist der Stoffwechsel sehr schnell, bemerken Sie dies an verschiedenen Symptomen:
Der Stoffwechsel reagiert auf viele Einflüsse. Einige Faktoren bremsen ihn, andere treiben ihn an. Die folgenden Abschnitte zeigen Ihnen mögliche Gründe für einen schlechten bzw. einen sehr aktiven Metabolismus.
Ein langsamer Metabolismus hat diverse mögliche Auslöser:
Wenn Sie Ihren Stoffwechsel anregen und abnehmen möchten, ist es entscheidend, das Bauchfett loszuwerden. Bauchfett – auch Viszeralfett genannt – bezeichnet das Fettgewebe in der freien Bauchhöhle. Es umgibt die inneren Organe, vor allem das Verdauungssystem. Unter anderem begünstigt das Stresshormon Cortisol die Einlagerung von Bauchfett.
Viszeralfett beeinflusst den Stoffwechsel, indem es Hormone produziert und Adipokine freisetzt. Diese Verbindungen wirken sich unter anderem auf das Hunger- und Sättigungsgefühl sowie auf den Glukosestoffwechsel aus. Ein erhöhter Anteil an Viszeralfett steigert zudem das Risiko für das Metabolische Syndrom, das mit einem gestörten Kohlenhydratstoffwechsel einhergeht und zu einer Insulinresistenz führen kann.
Auch für einen schnellen Stoffwechsel kommen mehrere Ursachen infrage:
Wenn von «Stoffwechsel ankurbeln» die Rede ist, meinen viele Menschen den Abbau von Kohlenhydraten und Fetten. Bauchfett ist dabei besonders relevant, weil es hormonell aktiv reagiert und dadurch den Metabolismus beeinflusst.
Sie möchten Ihren Stoffwechsel ankurbeln? Diese Lebensmittel und Nährstoffe unterstützen Sie dabei:
Gut zu wissen: Alkohol beeinflusst den Stoffwechsel ungünstig. Er hemmt die Fettverbrennung, beeinträchtigt den Muskelaufbau und erhöht die Insulinausschüttung. Zudem mindert er den Appetit, sodass Sie weniger nährstoffreiche Lebensmittel zu sich nehmen. Gleichzeitig verwertet der Körper Vitamine wie Vitamin B6, Vitamin C und Folsäure schlechter. Ihren Stoffwechsel unterstützen Sie also, wenn Sie Alkohol massvoll geniessen.
Grundsätzlich empfehlen Fachleute eine ausgewogene Ernährung. Damit unterstützen Sie Ihren Stoffwechsel und nehmen alle wichtigen Nährstoffe zu sich.
Die Wechseljahre beginnen in der Regel zwischen dem 40. und dem 45. Lebensjahr. Der damit einhergehende veränderte Hormonhaushalt beeinflusst den Metabolismus: Zwar nimmt der Energiebedarf ab, der Bedarf an Proteinen, Vitaminen und Mineralstoffen bleibt jedoch weitgehend gleich. Das heisst: Den Stoffwechsel ab 40 anzuregen, gelingt am besten mit einer ausgewogenen und nährstoffreichen Ernährung. Essen Sie pro Tag eine Portion frische Früchte – am besten als Dessert nach dem Mittagessen. Zudem sind frisches Gemüse, Vollkornprodukte und genügend Proteine eine gute Idee. Verzichten Sie hingegen möglichst auf fettreiche Speisen. Tipp: Orientieren Sie sich an der Mittelmeerdiät.
Regelmässiger Sport hilft, den Stoffwechsel anzuregen. Dafür eignen sich sowohl Ausdauer- als auch Krafttraining. Letzteres ist ideal für den Muskelaufbau.
Beispielsweise aktivieren Schwimmen, Velofahren und Joggen den Stoffwechsel und fördern die Ausdauer. Gleiches gilt für hochintensives Intervalltraining (HIIT). Kombinieren Sie dies mit Krafteinheiten. Dadurch bauen Sie Muskelmasse auf, die Ihren Grundumsatz erhöht. Wenn Sie Ihren Metabolismus ankurbeln und Bauchfett loswerden möchten, probieren Sie diese Übungen aus:
Trainieren Sie mit diesen Übungen zusätzlich Ihre Beine:
Seien Sie auch aktiv im Alltag: Nehmen Sie zum Beispiel die Treppe statt des Lifts. Arbeiten Sie im Stehen, wenn Ihr Job dies zulässt – beispielsweise beim Telefonieren. Gehen Sie zudem kürzere Strecken zu Fuss und verzichten Sie möglichst auf das Auto. Sie können sich auch mit Freunden treffen und gemeinsam spazieren gehen.
In der Schwangerschaft ist ein langsamer Stoffwechsel normal. Was können Sie tun, um ihn anschliessend anzuregen? Starten Sie schrittweise mit Sport. Besprechen Sie dies jedoch zunächst mit Ihrem Gynäkologen oder Ihrer Gynäkologin.
Besonders sinnvoll sind Rückbildungskurse. Hier erfahren Sie, mit welchen Übungen Sie Ihren Beckenboden trainieren, Muskeln aufbauen und somit Ihren Stoffwechsel sanft ankurbeln. Achten Sie nach dem Kurs auf ausreichend Bewegung im Alltag. So unterstützen Sie Ihren Metabolismus langfristig.
Einige Menschen setzen auf eine spezielle Kur, um ihren Stoffwechsel umzustellen auf Fettverbrennung. Eine solche Stoffwechselkur sollten Sie immer unter Begleitung einer Fachperson, zum Beispiel eines Naturheilpraktikers, einer Ernährungsberaterin oder eines Arztes, durchführen. Ein Beispiel für eine solche Kur ist eine über einen Zeitraum von 21 Tagen reduzierte Kalorienzufuhr. Dabei essen Sie ausschliesslich kohlenhydrat- und fettarme Lebensmittel. Sie verzehren überwiegend proteinhaltige Nahrungsmittel wie mageres Fleisch, Tofu, Beeren und fettarmen Quark und trinken nur Wasser, ungesüssten Tee und schwarzen Kaffee. Nach der Diätphase nehmen Sie langsam wieder mehr Kalorien zu sich, verzichten dabei aber weiterhin auf sehr fettige und zuckerhaltige Speisen.
Hinweis: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, bevor Sie eine Stoffwechselkur beginnen. Er oder sie bespricht mit Ihnen, ob eine solche Massnahme wirklich notwendig ist, und klärt Sie über Alternativen auf.
Ein Saunagang kann den Stoffwechsel ankurbeln. Eine Sauna-Einheit besteht idealerweise aus 3 Sitzungen à maximal 15 Minuten. Hören Sie unbedingt auf Ihren Körper und beenden Sie die Sitzung, wenn Sie sich unwohl fühlen.
Sie bevorzugen es kalt statt heiss? Dann sind Eisbaden oder Winterschwimmen vielleicht etwas für Sie. Das kann unter Umständen auch Ihren Stoffwechsel anregen.
Wenn Sie Ihren Stoffwechsel anregen möchten, zählt jede Portion Gemüse, jeder Spaziergang und jede sportliche Einheit. So fördern Sie einen aktiven Metabolismus und senken gleichzeitig Ihr Risiko für Bauchfett. Sie sind unsicher? Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin. Er oder sie informiert Sie darüber, welche Massnahmen für Sie besonders geeignet sind.
Die Expertin stand dem Redaktionsteam bei diesem Artikel beratend zur Seite. Eliane Wyss (Medizinische Praxisassistentin, Ernährungs-Coach) arbeitet in der Helsana-Gesundheitsberatung. Sie unterstützt Kundinnen und Kunden bei Fragen zu Ernährung und weiteren Gesundheitsthemen.
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