Was ist hautfreundliche Ernährung? Welche Lebensmittel sind wichtig für schöne Haut? Ist schlechte Ernährung ungünstig für die Haut? Hängen Pickel mit der Ernährung zusammen? Erfahren Sie, wie Sie sich hautfreundlich ernähren.
Die Haut ist ein sensibles Organ. Sie reagiert auf hormonelle Veränderungen, Stress, Schlafgewohnheiten sowie Umweltfaktoren, aber auch auf die Ernährung. Diese wirkt sich häufig indirekt auf die Haut aus – etwa über Blutzucker- und Insulinschwankungen, die Zusammensetzung der Fettsäuren oder die Verfügbarkeit von Vitaminen und Mineralstoffen. Auch die Darmgesundheit hat einen grossen Einfluss auf die Haut.
Wenn der Darm gesund ist, wirkt sich das positiv auf unseren ganzen Körper aus – auch auf die Haut. Darmbakterien stellen beispielsweise Biotin her – ein Vitamin, das Haut, Haare und Nägel gesund erhält. Zudem regen sie die Bildung von Antioxidantien, Hyaluronsäure und Milchsäure an – Stoffe, die ein gesundes Hautbild begünstigen.
Umgekehrt gilt: Ist das Darmmikrobiom, die Zusammensetzung der Mikroorganismen in unserem Darm, aus dem Gleichgewicht, wirkt sich dies in manchen Fällen ungünstig auf die Haut aus. So zeigen sich bei vielen Hauterkrankungen – etwa bei Ekzemen, Neurodermitis und Akne – typische Veränderungen des Darmmikrobioms. Eine ausgewogene Ernährung trägt daher nicht nur zum allgemeinen Wohlbefinden, sondern auch zu einem gesunden Hautbild bei.
Die Haut reagiert zwar biochemisch schon innerhalb von Stunden bis Tagen auf Ernährungsreize, sichtbare Veränderungen des Hautbilds zeigen sich aber meist erst nach einigen Wochen. Der Grund: Unsere Haut erneuert sich im Durchschnitt etwa alle 28 bis 40 Tage, indem sie die oberen Hautschichten kontinuierlich abstösst. Bei jüngeren Menschen dauert die Hauterneuerung in der Regel weniger lange als bei älteren Menschen. Weil die neuen Zellen Zeit brauchen, um aus der Tiefe an die Oberfläche zu wandern, sind innere Einflüsse auf die Haut – dazu gehört die Ernährung – meist erst zeitversetzt sichtbar.
Wenn Sie Ihre Ernährung bei Hautproblemen anpassen, zeigt sich das also bestenfalls erst nach mehreren Wochen:
Die Geschwindigkeit der Hautreaktion hängt zudem stark von der Erkrankung, dem Ausmass der Ernährungsänderung sowie individuellen Faktoren wie Hormonstatus, Gewicht und genetischer Veranlagung ab.
Ausgewählte Vitamine und Mineralien sind für die Haut besonders wichtig. Dasselbe gilt für hochwertige Fettsäuren, Proteine und sekundäre Pflanzenstoffe (Antioxidantien). Eine abwechslungsreiche Ernährung mit möglichst wenig verarbeiteten Lebensmitteln versorgt Ihren Körper mit den notwendigen Nährstoffen.
In den folgenden Abschnitten geben wir Ihnen einen Überblick über die verschiedenen Vitamine, die für schöne Haut wichtig sind.
B-Vitamine sind zentral für den Energie- und Zellstoffwechsel und dadurch auch für die Erneuerung der Haut. Ein Mangel an Biotin (Vitamin B7) beispielsweise verursacht in manchen Fällen Hautprobleme. Bei ausgewogener Ernährung ist er jedoch selten. Vitamin B3 (Niacin) ist wichtig in Zusammenhang mit der Barrierefunktion und der Erneuerung der Haut. Warum und wie genau, diskutieren Forscherinnen und Forscher derzeit noch.
Ist Vitamin C gut für die Haut? Für die Festigkeit und Elastizität der Haut ist Vitamin C, aber auch Vitamin E wichtig. Sie unterstützen die Kollagenbildung und helfen, oxidativen Stress zu reduzieren. Dieser entsteht, wenn der Körper zu viele freie Radikale (zellschädigende Moleküle) produziert oder aufnimmt, die er mithilfe von Antioxidantien (Enzymen, Hormonen, Vitaminen, sekundären Pflanzenstoffen usw.) nicht neutralisieren kann. Oxidativer Stress fördert Entzündungen, beschleunigt Alterungsprozesse und erhöht langfristig Krankheitsrisiken. Vitamin E zählt zu den wichtigsten fettlöslichen Antioxidantien. Es stärkt die Hautbarriere, spendet Feuchtigkeit und fördert die Kollagenproduktion.
Vitamin A spielt bei der Zellteilung und -differenzierung eine wesentliche Rolle. Bei der Zelldifferenzierung bilden sich unterschiedliche Zellen aus, die im Körper bestimmte Funktionen übernehmen.
Der Mineralstoff Zink ist wichtig für das Immunsystem und die Wundheilung und – gemäss Forscherinnen und Forschern – möglicherweise auch für die Haut. Aber Vorsicht: Zu viel Zink beeinträchtigt unter Umständen die Aufnahme anderer Mineralstoffe und verursacht gelegentlich unerwünschte Symptome wie Rötungen. Achten Sie bei hautfreundlicher Ernährung deshalb auf die richtige Menge Zink.
Fettsäuren und antioxidative Pflanzenstoffe beeinflussen Entzündungen und oxidativen Stress unter Umständen positiv. Bei einer hautfreundlichen Ernährung spielen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren sowie pflanzliche Lebensmittel deshalb eine wichtige Rolle:
Welche Lebensmittel sind gut für schöne Haut? In der Regel gilt: Bunte, unverarbeitete, ballaststoffreiche und fettsäurebewusste Lebensmittel sind für die Haut ideal. Achten Sie zudem auf ausreichend Proteine.
Verschiedene Früchte, Beeren und Gemüsesorten liefern der Haut Vitamin C, Carotinoide und zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe, welche antioxidative Prozesse im Körper unterstützen. Vitaminreiche Früchte wie Zitronen sind gut für die Haut, da sie mitunter die Hautbarriere stabilisieren und Entzündungen dämpfen. Grünkohl, Karotten oder Rettich sowie Heidelbeeren und Avocado ergänzen Ihre hautfreundliche Ernährung.
Wassertrinken allein sorgt nicht für bessere Haut. Als einzelne Massnahme hilft Wassertrinken auch nicht bei Falten. Gleichzeitig ist Ihre Haut nicht automatisch unrein, wenn Sie zu wenig trinken. Entscheidend für die Hautgesundheit sind Hautbarriere, Haut- und Darmmikrobiom, Pflegegewohnheiten sowie Sonnenlicht und Sonnenschutz.
Trotzdem gilt: Wer der Haut etwas Gutes tun möchte, trinkt ausreichend Wasser. Denn die Haut besteht zum grössten Teil aus Wasser, welches für die Durchblutung wichtig ist und den Stoffwechsel ankurbelt. Viele Früchte- und Gemüsesorten besitzen einen hohen Wasseranteil und unterstützen die Flüssigkeitsaufnahme. Wasserreiche Lebensmittel wie Wassermelone, Gurke oder Tomate sind also gut für die Haut.
Hilft Wassertrinken auch gegen Pickel? Eine gute Feuchtigkeitsversorgung ist bei Unreinheiten zwar wichtig, jedoch keine Sofortlösung.
Linsen, Bohnen und Kichererbsen liefern dem Körper Protein, Ballaststoffe und je nach Sorte wichtige Mikronährstoffe. Ballaststoffe unterstützen Stoffwechselvorgänge, die mit der Entzündungsneigung zusammenhängen. Für ein gutes Hautbild empfiehlt es sich daher, ausreichend Hülsenfrüchte zu essen.
Dabei sind Linsen besonders beliebt, weil sie leicht in den Alltag einzubauen sind, sättigen, ohne zu beschweren, und die Mahlzeiten protein- und ballaststoffreich gestalten. Auch Käferbohnen und Erbsen – etwa in Salaten, Bowls oder Eintöpfen – liefern der Haut wichtige Stoffe und ergänzen eine hautfreundliche Ernährung
Nüsse allein bewirken noch keine Hautregeneration, aber sie beeinflussen die Haut günstig, da sie ungesättigte Fettsäuren, Vitamin E und Mineralstoffe enthalten. Ergänzen Sie Ihre Ernährung deshalb mit Nüssen. Walnüsse und Mandeln beispielsweise enthalten Antioxidantien. Cashewkerne haben möglicherweise eine beruhigende Wirkung auf die Haut. Auch Paranüsse eignen sich für eine hautfreundliche Ernährung.
Samen und Saaten enthalten Nährstoffe, die Hautbarriere, Entzündungsbalance und antioxidativen Schutz unterstützen. Viele Samen enthalten Linolsäure, eine Omega-6-Säure, sowie α-Linolensäure, eine Omega-3-Säure, Vitamin E und Zink. Samen und Saaten passen zu Frühstück, Salaten oder Bowls:
Für ein reines Hautbild ist es ratsam, bestimmte Lebensmittel zu meiden oder zu reduzieren.
Hautprobleme verschwinden selten allein aufgrund veränderter Essgewohnheiten. Die Ernährung ist jedoch einer von mehreren möglichen Hebeln, wenn es darum geht, das Hautbild zu verbessern. Haben Sie starke, langanhaltende Beschwerden, sprechen Sie mit einem Hautarzt oder einer Hautärztin.
Bei unreiner Haut kann eine Ernährung mit niedriger glykämischer Last sinnvoll sein. Das bedeutet üblicherweise mehr Vollkorn, Hülsenfrüchte und Gemüse statt Weissmehlprodukten und zuckerhaltigen Getränken. Ergänzen Sie Ihre hautfreundliche Ernährung zudem mit ausreichend Omega-3-Fettsäuren und Proteinen. Achten Sie insgesamt auf entzündungshemmende Lebensmittel.
Je nach Hauttyp unterstützen Proteine, gesunde Fette und Mikronährstoffe Hautbarriere und -erneuerung:
UV-Strahlung, Gene und Lebensstil sind die zentralen Ursachen für Hautalterung. Ernährung hingegen bewirkt keine faltenfreie Haut. Es gibt keinen Ernährungsplan gegen Hautalterung oder Altersflecken.
Suchen Sie dennoch nach einer Ernährungsweise für straffe Haut? Achten Sie auf folgendes: Vitamin C und das Coenzym Q10 fördern die Produktion von Kollagen. Q10 entschärft zudem zellschädigende freie Radikale und stabilisiert die Zellmembran. Deshalb kommt es als «Verjüngungsmittel» in vielen Anti-Aging Kosmetika vor. Ausreichend Protein liefert dem Körper Aminosäuren, die er als Grundlage für Strukturproteine (Gerüststoffe für die Zellen) braucht. Entzündungsmodulierende Fettsäuren sowie Gemüse und Früchte, die reich an Antioxidantien sind, ergänzen die Kost. Diese Lebensmittel helfen womöglich, die Elastizität der Haut zu verbessern.
Ein Grossteil der Menschen überschätzt die Rolle der Ernährung bei Hauterkrankungen. In vielen Fällen ist der Nutzen von Verzichtsdiäten klein, wohingegen Auslöser wie Stress oder Hitze entscheidender sind für das Hautbild:
Wenn die Haut nach dem Essen reagiert, steckt nicht automatisch eine Lebensmittelunverträglichkeit dahinter:
Eine hautfreundliche Ernährung umfasst viele Früchte und viel Gemüse, ausreichend Protein, hochwertige Fette sowie eine ausreichende Versorgung des Körpers mit Vitaminen und Mineralstoffen. Zudem ist es sinnvoll, weniger stark verarbeitete, zuckerreiche und nährstoffarme Produkte zu konsumieren.
Die Expertin stand dem Redaktionsteam bei diesem Artikel beratend zur Seite. Eliane Wyss (Medizinische Praxisassistentin, Ernährungs-Coach) arbeitet in der Helsana-Gesundheitsberatung. Sie unterstützt Kundinnen und Kunden bei Fragen zu Ernährung und weiteren Gesundheitsthemen.
Erfahren Sie monatlich mehr über aktuelle Gesundheitsthemen und erhalten Sie alle Informationen zu den attraktiven Angeboten aller Gesellschaften der Helsana-Gruppe * bequem per E-Mail zugestellt. Registrieren Sie sich kostenlos für unseren Newsletter.
Ihre Daten konnten nicht übermittelt werden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
* Zur Helsana-Gruppe gehören die Helsana Versicherungen AG, Helsana Zusatzversicherungen AG sowie die Helsana Unfall AG.