Allergie: Symptome und Behandlung

Viele Menschen sind von einer Allergie betroffen. Doch was gibt es für Allergien und was hilft gegen eine Allergie? Informieren Sie sich über Allergie-Auslöser und die Anzeichen einer Allergie. Lesen Sie zudem, wie Sie Allergien behandeln.

22.02.2024 Imke Schmitz 5 Minuten

Was ist eine Allergie?

Bei einer Allergie reagiert unser Immunsystem überempfindlich auf fremde, aber eigentlich harmlose Stoffe. Das Immunsystem bildet Antikörper gegen diese Allergie-Auslöser, die sogenannten Allergene. Dabei handelt es sich häufig um pflanzliche oder tierische Proteine, etwa von Pollen oder Nahrungsmitteln. Kommen die Antikörper mit den Proteinen in Kontakt, wird Histamin ausgeschüttet. Dieser Botenstoff löst die allergischen Symptome aus.

Was bei einer Person zu einer allergischen Reaktion führt, kann für eine andere Person gut verträglich sein. Jede Art von Allergie hat bestimmte Symptome, die von leichten Beschwerden bis zu schweren Reaktionen reichen können. Schwere Allergien haben grosse Auswirkungen auf den Alltag der Betroffenen, die ihren Lebensstil je nach Art der Allergie anpassen müssen.

Doch wie genau entstehen Allergien? Warum manche Menschen Allergien entwickeln und andere nicht, ist noch nicht vollständig geklärt. Genetische Faktoren, Umwelteinflüsse und der Lebensstil können bei der Entstehung einer Allergie eine Rolle spielen. Forschende nehmen an, dass ein Zusammenspiel mehrerer Ursachen der Auslöser einer Allergie ist.

Welche Allergien gibt es?

Es gibt viele verschiedene Allergien. Zu den häufigsten gehört die Pollenallergie (Heuschnupfen), die vor allem im Frühjahr und Sommer auftritt, wenn Bäume, Gräser und Kräuter blühen. Die Tierallergie kommt ebenfalls oft vor sowie die Hausstaubmilbenallergie. Auch Nahrungsmittelallergien und Kontaktallergien (z. B. auf Duftstoffe) betreffen viele Menschen. Seltener, aber oft sehr gefährlich, sind Allergien auf Insektenstiche und Medikamente. Jede dieser Allergien hat spezifische Ursachen und Symptome, die individuelle Behandlungsstrategien erfordern.

Zu der Pollenallergie – eine der häufigsten Allergien – gibt es Tabellen, die Sie über mögliche Kreuzallergien informieren. Eine Kreuzallergie ist eine Verwechslung des Immunsystems. Menschen, die empfindlich auf Allergene aus der Lu­ft reagieren, können mit der Zeit eine sekundäre Nahrungsmittelallergie entwickeln. Der Grund: Bestimmte Eiweissstrukturen, zum Beispiel in Pollen und Nahrungsmitteln, sind sehr ähnlich.

Tipp: Sind Sie von einer Pollen- oder Insektenallergie betroffen, lohnt sich ein Blick in einen Allergiekalender. Dieser gibt Ihnen Aufschluss darüber, in welchen Monaten Sie mit welchen Allergenen rechnen müssen.

Allergie: Welche Symptome?

Die Symptome einer Allergie können je nach Typ und Art variieren. Es gibt aber einige allgemeine Anzeichen, auf die Sie achten können:

  • Niesen
  • gerötete, tränende Augen
  • Engegefühl in der Brust
  • Keuchen
  • Kribbeln im Mund
  • Schwellung der Zunge oder Lippen
  • gerötete Haut
  • Nesselfieber
  • Juckreiz
  • Übelkeit
  • Bauchschmerzen
  • in schweren Fällen: Asthma, Kreislaufschock

Allergien und Intoleranzen

Allergien und Intoleranzen oder Unverträglichkeiten beeinträchtigen unser Wohlbefinden, doch es gibt Unterschiede zwischen ihnen. Eine Allergie ist eine Reaktion des Immunsystems auf eine Substanz, die für die meisten Menschen harmlos ist. Bei Kontakt mit dem Allergen reagiert das Immunsystem übermässig.

Unverträglichkeiten dagegen sind keine Immunreaktionen. Sie entstehen, wenn der Körper Schwierigkeiten hat, bestimmte Nahrungsmittel oder deren Bestandteile richtig zu verdauen. Ursache kann der Mangel eines bestimmten Enzyms sein. Ein klassisches Beispiel ist die Laktoseintoleranz, bei der der Körper den Milchzucker Laktose nicht richtig abbauen kann, weil ihm das Enzym Laktase fehlt. 

Welche Allergietypen gibt es?

Allergien sind vielschichtig und äussern sich in verschiedenen Formen. Diese Formen sind abhängig davon, wie und wann das Immunsystem reagiert. Doch welche vier Allergietypen gibt es konkret?

Allergietyp I: Sofortreaktion

Die Typ-I-Allergie kommt am häufigsten vor. Betroffen sind Menschen mit IgE-Antikörpern gegen entsprechende Allergene. Diese Antikörper verteidigen uns normalerweise vor Parasiten. Bei einer Typ-I-Allergie reagiert das Immunsystem innert weniger Minuten nach Kontakt mit den Allergenen. Das können Pollen, Tierhaare und Nahrungsmittel sein, aber auch Bienen- oder Wespengift.

Allergietyp II: zytotoxischer Typ

Hier docken Allergene an körpereigene Zellen an, die vom Immunsystem angegriffen werden. Die Reaktion tritt innerhalb von Minuten bis Stunden auf. Auslöser sind etwa Bluttransfusionen oder Medikamente (z. B. Schmerzmittel oder Antibiotika).

Allergietyp III: Immunkomplexreaktion

Bei diesem Typ bilden sich im Blut nach mehreren Stunden Komplexe aus IgG-, IgA- und IgM-Antikörpern und Allergenen. Diese Komplexe können zu Entzündungen der Blutgefässe führen, wenn die Immunabwehr sie nicht beseitigen kann. Allergien vom Typ III sind eher selten. Auslöser sind Medikamente und gewisse Gifte wie etwa von Schlangen.

Allergietyp IV: zellvermittelte Spättypallergie

Die Reaktion tritt bei diesem Allergietyp erst zwölf Stunden bis drei Tage nach dem Kontakt mit dem Allergen auf. Immunzellen (T-Zellen) regen das Immunsystem an. Ein typisches Beispiel ist die Kontaktallergie. Hier kommt es zu einem Hautausschlag, wenn eine Körperstelle mit einem bestimmten Allergen (z. B. Nickel) in Berührung kommt.

Was ist ein anaphylaktischer Schock?

Ein anaphylaktischer Schock ist eine akute, lebensbedrohliche allergische Reaktion, welche schnelle medizinische Hilfe erfordert. Diese Reaktion bezeichnet man auch als Anaphylaxie. Mögliche Symptome eines anaphylaktischen Schocks sind Atemnot, Blutdruckabfall, Schwindel oder Bewusstlosigkeit, Hautausschlag, Verdauungsbeschwerden, Übelkeit oder Durchfall. Typischerweise reagieren mehrere Organe gleichzeitig wie Lunge, Kreislauf und Haut.

Sind Sie anfällig für Anaphylaxie, tragen Sie stets ein Notfallset für Allergien bei sich. Dieses Notfallset sollte Allergie-Tabletten sowie einen Adrenalin-Autoinjektor und andere Medikamente enthalten, die Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt für diesen Zweck verschrieben hat.

Allergietest: Wie kann man eine Diagnose stellen?

Im Rahmen der Allergiediagnostik wenden Ärztinnen und Ärzte spezielle Tests an. Eine der gängigsten Methoden ist der Pricktest, mit dem sich Allergien zuverlässig testen lassen. Das Fachpersonal trägt bei diesem Allergietest kleine Mengen verschiedener Allergene auf die Haut auf und sticht diese leicht ein. Reagiert die Haut mit Rötung oder Schwellung, liegt eine Allergie gegen das betreffende Allergen vor.

Weitere Möglichkeiten, um eine Allergie unter medizinischer Aufsicht festzustellen, sind:

  • Bluttest: Das Blut wird auf bestimmte IgE-Antikörper untersucht, die der Körper bei einer allergischen Reaktion bildet. Ein erhöhter Wert weist auf eine Allergie hin.
  • Provokationstest: Das verdächtige Allergen wird auf die Nasenschleimhaut aufgebracht, eingeatmet oder eingenommen. Die Reaktionen werden erfasst. Dieser Test eignet sich zur Diagnose von Atemwegs-, Medikamenten- und Nahrungsmittelallergien.
  • Pflastertest: Die Testallergene werden mittels Pflaster am Rücken aufgetragen und ein bis zwei Tage beobachtet. Der Pflastertest (Epikutantest) identifiziert Kontaktallergien.
  • Wasserstoff-Atemtest: Ermittelt Darmerkrankungen, etwa eine Unverträglichkeit gegen Laktose oder Fruktose.

Allergie: Wie behandeln?

Zur Allergiebehandlung gibt es diverse Methoden. Die wichtigste Massnahme: den Allergenen aus dem Weg gehen. Ein Antiallergikum, auch als Antihistaminikum bekannt, kann zudem Allergie-Symptome wie Niesen und Juckreiz mindern. Dieses Medikament blockiert die Wirkung des Histamins, ein Stoff, den der Körper während einer allergischen Reaktion freisetzt. Antihistaminika gibt es in verschiedenen Formen, etwa als Allergie-Tabletten, Nasensprays oder Augentropfen. Neben Antihistaminika gibt es auch kortikosteroidhaltige Nasensprays, die bei Heuschnupfen helfen, sowie spezielle Cremes. Diese kommen vor allem zum Einsatz, wenn die Allergie einen Ausschlag verursacht.

Auch eine Desensibilisierung ist in manchen Fällen möglich. Dabei konfrontiert die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt die betroffene Person gezielt mit einem Allergen und erhöht dessen Dosis schrittweise. Ist die höchste, noch verträgliche Dosis erreicht, wird die Patientin oder der Patient dieser monatlich ausgesetzt. Ziel ist es, die Symptome zu mindern oder im Idealfall ganz zu beseitigen.

Haben Sie das Gefühl, allergisch zu sein? Dann sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Sie oder er erstellt basierend auf der Diagnose einen Behandlungsplan, der Sie im Alltag unterstützt.

Allergien behandeln – auch mit Komplementärmedizin?

Alternative Behandlungsmethoden können eine wichtige Ergänzung in der Allergietherapie sein. Die Wirkung von Akupunktur etwa ist bei Allergien und Asthma wissenschaftlich erwiesen. Weil Stress allergische Reaktionen verstärken kann, verbessern zudem Entspannungstechniken wie MBSR und Yoga das Wohlbefinden. COMPLETA unterstützt Sie mit diversen Beiträgen.

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