Ekzeme: Symptome, Ursachen und Behandlung

Wie entsteht ein Ekzem und was hilft dagegen? Welche Formen von Ekzemen gibt es und wie unterscheiden sie sich? Wann ist ein Ekzem chronisch und sind Ekzeme ansteckend? Erfahren Sie mehr über Symptome und Ursachen von Ekzemen sowie Tipps zur Hautpflege.

16.03.2026 Imke Schmitz 8 Minuten

Themen im Überblick

Was ist ein Ekzem?

Ein Ekzem, auch Dermatitis oder Juckflechte genannt, ist eine entzündliche Hauterkrankung. «Ekzem» meint dabei keine bestimmte, einzelne Hautkrankheit, sondern dient als Sammelbezeichnung für verschiedene Hautentzündungen. Diese treten häufig mit Juckreiz, Rötung, Schuppen oder nässenden Stellen auf. In der Regel unterscheiden sich Erscheinungsbild und betroffene Körperregionen je nach Art des Ekzems.

Ist ein Ekzem ansteckend?

Ekzeme sind nicht ansteckend, eine Übertragung zwischen Menschen ist nicht möglich. Die Hautveränderung bei Ekzemen ähnelt jedoch manchmal Erkrankungen, die ansteckend sind – bakteriellen Hautinfektionen beispielsweise oder Krätze. Wenn Sie unsicher sind, empfiehlt sich daher eine ärztliche Abklärung.

Wie sieht ein Ekzem aus?

Wie ein Ekzem aussieht, hängt von der Art des Ekzems ab. Im Anfangsstadium nehmen viele Betroffene ein unangenehmes Hautgefühl wahr. Die Haut spannt, juckt oder reagiert besonders empfindlich. Häufig zeigen sich erste Rötungen oder raue Hautareale. Im weiteren Verlauf verstärken sich die Symptome.

In der akuten Phase treten die Symptome deutlicher hervor und betreffen die Haut sichtbar:

  • trockene Haut: Ein Ekzem führt meist zu trockener, rauer und spröder Haut.
  • Juckreiz: Dieser ist oft stark und belastet viele Betroffene im Alltag.
  • Rötung: Ein Ekzem zeigt typischerweise einen geröteten Ausschlag mit entzündlichen Veränderungen.
  • Bläschen: Auf der Haut erscheinen kleine Bläschen, die mit Flüssigkeit gefüllt sind.
  • Schwellung: Ekzeme führen mitunter zu Schwellungen, die sich warm anfühlen.
  • Nässen: Die Haut gibt Flüssigkeit ab, danach entstehen häufig Krusten.

In vielen Fällen treten Ekzeme an Händen, Gesicht, Kopfhaut, Ellenbogen oder in Hautfalten auf. Ekzeme sind aber auch im Intimbereich sowie an Beinen und Füssen möglich.

Chronisches Ekzem

Wenn sich die Entzündung über längere Zeit hält oder immer wiederkehrt, handelt es sich um ein chronisches Ekzem. Die anfänglichen akuten Beschwerden klingen nicht vollständig ab und führen zu dauerhaften Hautveränderungen.

Typische Merkmale eines chronischen Ekzems sind:

  • dauerhafter Juckreiz: Der Reiz ist oft sehr stark und hält über längere Zeit an.
  • trockene, verdickte Haut: Die Haut wirkt sehr trocken und wird mit der Zeit dicker.
  • Schuppung: Auf den betroffenen Hautstellen zeigt sich eine deutliche Schuppenbildung.
  • vergröberte Hautstruktur: Die Hautoberfläche hat eine grobe, raue Struktur.
  • Hautrisse: Durch die Verdickung entstehen häufig feine Risse und raue Stellen in der Haut.

Durch wiederholtes Kratzen und Reiben verdickt sich die Haut an den betroffenen Stellen oft zusätzlich.

Ekzem oder Pilz?

Ein Ekzem und ein Hautpilz sehen auf den ersten Blick ähnlich aus. Pilzinfektionen haben jedoch bestimmte Merkmale, die bei Ekzemen nicht auftauchen:

  • ringförmige Ränder: Pilzinfektionen zeigen oft kreisförmige, scharf begrenzte Hautveränderungen.
  • Schuppung und Abgrenzung: Die Haut wirkt stark schuppig und hebt sich vom umliegenden Gewebe ab.
  • typische Stellen: Zehen- und Fingerzwischenräume, Leistenbeuge und Achselhöhlen sind besonders oft von Pilzinfektionen betroffen.

Suchen Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin auf, wenn Sie eine Pilzinfektion vermuten. Hautpilz zählt zu den ansteckenden Hautkrankheiten und benötigt eine medikamentöse Therapie.

Ursachen und Auslöser von Ekzemen

Die Ursachen von Ekzemen sind vielfältig. Häufig spielen Genetik und äussere Einflüsse eine wichtige Rolle. Oft wirken auch mehrere Auslöser zusammen. Zu den häufigsten Ursachen und Auslösern zählen:

  • genetische Veranlagung: Sie begünstigt bestimmte Ekzem-Arten.
  • gestörte Hautbarriere: Die Haut verliert vermehrt Feuchtigkeit und ist empfindlicher.
  • Reizstoffe: Der Kontakt mit Seife, Reinigungsmitteln oder Chemikalien belastet die Haut.
  • Allergene: Bestimmte Stoffe wie Metalle, Duftstoffe oder Konservierungsmittel lösen allergische Hautreaktionen aus.
  • Umwelteinflüsse: Kälte, Hitze oder trockene Luft verstärken Hautreizungen.
  • Ernährung: Bestimmte Nahrungsmittel – etwa Weizen oder Milchprodukte – oder eine gestörte Verdauung fördern Entzündungsprozesse im Körper und begünstigen Ekzeme.
  • hormonelle Veränderungen: Sie begünstigen mitunter die Entwicklung von Ekzemen – etwa während der Schwangerschaft und Stillzeit, der Menstruation, der Perimenopause oder beim Absetzen der Verhütungspille.
  • Überpflege: Sie ist ein häufiger Auslöser von Ekzemen. Vermeiden Sie deshalb übermässige Hautpflege, setzen Sie stattdessen auf milde, schonende Produkte.

Ekzeme haben manchmal auch psychische Ursachen. StressSchlafmangel oder psychische Erkrankungen erhöhen bei manchen die Reizbarkeit der Haut. Sie beeinflussen Entzündungsprozesse im Körper und verstärken auf diese Weise bestehende Ekzeme oder lösen neue Schübe aus.

Arten von Ekzemen

Es gibt verschiedene Ekzem-Arten, die sich in Auslöser, Körperstelle und äusseren Merkmalen unterscheiden. In den folgenden Abschnitten stellen wir die häufigsten Ekzem-Arten und ihre Besonderheiten vor.

Atopisches Ekzem

Das atopische Ekzem, auch atopische Dermatitis oder Neurodermitis genannt, gehört zu den endogenen Ekzemen. Das heisst: Bei dieser Ekzem-Art spielen innere Einflüsse eine zentrale Rolle – allen voran die genetische Veranlagung, die Hautbarriere und das Immunsystem. Typische Hautveränderungen treten bevorzugt in Arm- und Kniebeugen auf. Auch Hals, Nacken, Gesicht und Hände sind oft betroffen. Die Neurodermitis verläuft meist in Schüben, die unterschiedlich stark sind. Zwischen den Schüben nehmen die Beschwerden wieder ab.

Atopisches Ekzem bei Babys und Kindern

Neurodermitis zeigt sich mitunter bereits bei Babys und Kindern. Ihre Haut reagiert empfindlich und neigt zu entzündlichen Schüben. Bei einem Teil der betroffenen Kinder nehmen die Beschwerden mit zunehmendem Alter ab. Bei anderen bleibt die Erkrankung bestehen oder tritt später erneut auf. Häufig besteht zudem ein Zusammenhang mit weiteren atopischen Erkrankungen wie Asthma oder Pollenallergie.

Achten Sie bei Ihrem Kind oder Baby mit Neurodermitis auf eine regelmässige altersgerechte Hautpflege. Beobachten Sie die Haut aufmerksam und vereinbaren Sie bei wiederkehrenden oder starken Hautveränderungen einen Termin in Ihrer Kinderarztpraxis.

Kontaktekzem

Kontaktdermatitis entsteht beim direkten Kontakt der Haut mit bestimmten Stoffen wie Lösungsmitteln oder Seifen. Die Entzündung zeigt sich lokal dort, wo die Haut mit einem dieser Stoffe in Berührung kommt. Auch allergische Reaktionen sind möglich: Bei allergischen Ekzemen reagiert das Immunsystem auf einen bestimmten Stoff – etwa auf Metalle wie Nickel oder Inhaltsstoffe aus Kosmetika und Pflegeprodukten. Am besten vermeiden Betroffene reizende Stoffe. Oft beruhigt sich dadurch die Haut und erneute Beschwerden sind seltener.

Dyshidrotisches Ekzem

Die dyshidrotische Dermatitis zeigt sich vorwiegend an Füssen und Händen. Charakteristisch für diese Ekzem-Art sind viele kleine, oft juckende Bläschen auf der Haut. Das Ekzem führt zu Spannungsgefühlen der Haut sowie Rötung und Schuppung. Die entzündete Haut ist sehr empfindlich, besonders nach Kontakt mit Reizstoffen oder bei feuchter Umgebung. Die Ursache dieses Ekzems ist noch nicht vollständig geklärt, jedoch spielen Reibung, Schwitzen und möglicherweise eine erhöhte Hautempfindlichkeit eine Rolle.

Seborrhoisches Ekzem

Die seborrhoische Dermatitis tritt typischerweise an Körperstellen mit vielen Talgdrüsen auf. Zum Beispiel an der Kopfhaut, im Gesicht – etwa um Augenbrauen und Nasenlippenfurchen –, aber auch über dem Brustbein oder am oberen Rücken. Typisch für das seborrhoische Ekzem sind gerötete Stellen mit gelblich-fettigen Schuppen, teils ohne oder mit mildem Juckreiz. Eine erhöhte Talgproduktion und bestimmte Hefepilze auf der Haut begünstigen seborrhoische Ekzeme.

Nummuläres Ekzem

Die nummuläre Dermatitis weist deutlich abgegrenzte, münzförmige Hautveränderungen auf. Diese unterscheiden das nummuläre Ekzem von anderen Ekzem-Arten. An den betroffenen Stellen zeigen sich oft eine ausgeprägte Rötung, Schuppung sowie Juckreiz. Auch Nässungen oder Krusten sind möglich. Typische Stellen sind Arme, Beine oder der Rumpf sowie Stellen mit trockener Haut. In manchen Fällen handelt es sich beim nummulären Ekzem um ein mikrobielles Ekzem: Bakterien oder andere Keime besiedeln die vorgeschädigte Haut und verstärken die Entzündungsreaktion.

Intertriginöses Ekzem

Das intertriginöse Ekzem, auch Intertrigo genannt, entsteht in Hautfalten, wenn Haut auf Haut reibt und Feuchtigkeit eingeschlossen wird. Die betroffenen Hautareale sind gerötet, wund, teils nässend, brennend oder juckend. Besonders häufig zeigt sich dieses Ekzem am Hals, am Augenlid, im Leisten- und Genitalbereich, in den Achselhöhlen oder unter der Brust – also dort, wo Hautflächen eng aufeinanderliegen. Das feucht-warme Milieu begünstigt zudem bakterielle Infektionen, welche die Entzündung verstärken und den Krankheitsverlauf verlängern.

Periorales Ekzem

Ein periorales Ekzem ist ein entzündlicher Hautausschlag im Gesicht. Der Ausschlag zeigt sich meistens rund um den Mund, häufig auch an Nasenflügeln oder am Kinn. Typisch sind gerötete Stellen mit kleinen Knötchen oder Pusteln sowie feiner Schuppung. Viele Betroffene beschreiben zudem ein Brennen oder Spannungsgefühl der Haut. Mögliche Auslöser dieses Ekzems sind übermässige Pflege der Haut, bestimmte Pflegeprodukte und Kosmetika sowie kortisonhaltige Cremes. Auch der regelmässige Gebrauch bestimmter Zahncremes begünstigt periorale Ekzeme.

Was hilft gegen Ekzeme?

Die Therapie bei Ekzemen unterscheidet sich je nach Ekzem-Art, Schweregrad und der betroffenen Körperstelle. Sie berücksichtigt zudem den Auslöser des Ekzems sowie dessen Verlauf. Im Mittelpunkt steht meistens eine Basispflege, welche die Hautbarriere stärkt und Reizungen reduziert. Bei stärkeren Entzündungen oder ausgeprägtem Juckreiz ergänzen medizinische Massnahmen sowie gegebenenfalls Medikamente die Therapie. Je nach Befund kommen beispielsweise entzündungshemmende Salben oder Cremes zum Einsatz. Sie reduzieren die Entzündungen und lindern den Juckreiz. Für bestimmte Ekzem-Arten oder bei schweren Verläufen sind zusätzlich antiallergische oder immunmodulierende Wirkstoffe notwendig.

Wie lange dauert es, bis ein Ekzem weg ist?

Das hängt stark von der Ekzem-Art und vom Verlauf ab. Akute Ekzeme bessern sich oft innerhalb weniger Tage bis Wochen. Chronische Ekzeme begleiten Betroffene häufig über längere Zeit und kehren vielfach wieder zurück. Konsequente Hautpflege und eine geeignete Behandlung beeinflussen den Krankheitsverlauf günstig.

Umgang mit Ekzemen im Alltag

Viele Betroffene profitieren von Massnahmen, welche Reizungen reduzieren und die Hautbarriere stabilisieren. Besonders wichtig ist die konsequente Basispflege. Sie lindert Beschwerden und senkt vielfach das Risiko für neue Hautreizungen.

Achten Sie besonders auf Folgendes, wenn Sie Ihr Ekzem behandeln:

  • sanfte Reinigung: Verwenden Sie milde, pH-neutrale Reinigungsprodukte, damit die Haut nicht zusätzlich austrocknet. Entsorgen Sie abgelaufene Pflegeprodukte, sie belasten die Haut womöglich zusätzlich.
  • Duschen und Föhnen: Duschen Sie nicht zu heiss und stellen Sie die Temperaturstufe des Haarföhns niedrig ein. So verhindern Sie ein zusätzliches Austrocknen der Haut. Binden Sie Ihre Haare nicht nass zusammen, da die anhaltende Feuchtigkeit das Wachstum von Bakterien und Hefepilzen begünstigt.
  • regelmässige Hautpflege: Vermeiden Sie übermässige Pflege. Tragen Sie reichhaltige, gut verträgliche Pflegecremes oder Lotionen auf. Sie helfen, den Feuchtigkeitsverlust zu verringern.
  • Vermeidung von Reizstoffen: Meiden Sie stark parfümierte Produkte, aggressive Seifen und unnötige Chemikalien.
  • sanfte Kleidung: Wählen Sie weiche, atmungsaktive Stoffe wie Baumwolle und verzichten Sie auf kratzige Materialien.
  • Haushalts- und Alltagsstoffe: Achten Sie darauf, bei Reinigungsarbeiten Handschuhe zu tragen und Hautkontakt mit reizenden Substanzen zu vermeiden.

Lassen Sie sich in Ihrer Apotheke oder in der Arztpraxis beraten, wenn Sie von einem Ekzem betroffen sind. So stimmen Sie Ihre Basispflege gezielt auf Ihre Beschwerden ab. Eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Flüssigkeit unterstützen die Hautgesundheit zusätzlich und helfen, die Hautbarriere von innen zu stärken. Informieren Sie sich über entzündungshemmende Ernährung. Sie reduziert chronische Entzündungen im Körper und verbessert das allgemeine Wohlbefinden.

Medizinische Behandlung von Ekzemen

Wenn sich Ihre Haut trotz geeigneter Pflege nicht beruhigt, ist ärztlicher Rat sinnvoll. Denn eine frühzeitige Behandlung hilft, Chronifizierungen zu vermeiden. Auch bei Verdacht auf eine Allergie, eine Pilzinfektion oder bei starken Beschwerden mit Nässen oder Schmerzen empfiehlt sich eine medizinische Einschätzung.

Wichtig: Seien Sie vorsichtig bei der Behandlung Ihres Ekzems mit Hausmitteln. Nicht jedes natürliche Mittel eignet sich für entzündete oder empfindliche Haut. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin beraten, bevor Sie neue Produkte verwenden.

Ekzeme gelten heute als gut behandelbare Hauterkrankungen. Eine konsequente Pflege im Alltag trägt wesentlich zur Hautgesundheit bei. Bei Unsicherheit oder anhaltenden Beschwerden sorgt eine frühzeitige ärztliche Abklärung für Klarheit und eine passende Behandlung. So behalten Sie den Verlauf im Blick, vermeiden Chronifizierungen und unterstützen Ihre Haut langfristig.

Weiterlesen

Neurodermitis bei Babys: Was hilft?
Wie erkennt man Neurodermitis bei Babys? Was hilft bei dieser Erkrankung und wie entsteht Neurodermitis bei Babys?
5. März 2024 4 Minuten

Krätze: Bedeutung, Symptome und Behandlung
Woher kommt Krätze und wie sieht sie aus? Was können Sie dagegen tun? Informieren Sie sich über diese Hautkrankheit.
29. Januar 2026 5 Minuten

Themen

Newsletter

Erfahren Sie monatlich mehr über aktuelle Gesundheitsthemen und erhalten Sie alle Informationen zu den attraktiven Angeboten aller Gesellschaften der Helsana-Gruppe * bequem per E-Mail zugestellt. Registrieren Sie sich kostenlos für unseren Newsletter.

Senden

Herzlichen Dank für Ihre Anmeldung.
Sie haben soeben ein E-Mail mit einem Bestätigungslink erhalten. Bitte klicken Sie diesen an, um Ihre Anmeldung abzuschliessen.

Leider ist etwas schiefgelaufen.

Ihre Daten konnten nicht übermittelt werden. Bitte versuchen Sie es später erneut.

* Zur Helsana-Gruppe gehören die Helsana Versicherungen AG, Helsana Zusatzversicherungen AG sowie die Helsana Unfall AG.