Wie entsteht Krätze und wie sieht ein typischer Ausschlag aus? Wie lange ist Krätze ansteckend und welche Behandlung gibt es? Muss ich eine Erkrankung melden? Erfahren Sie mehr über Krätze und darüber, wie Sie die Hautkrankheit loswerden.
Skabies (auf Deutsch «Krätze») ist eine parasitäre Hautkrankheit. Die Erreger, Krätzmilben, besiedeln die obere Hautschicht und lösen Juckreiz sowie einen charakteristischen Ausschlag an verschiedenen Körperstellen aus. In der Regel ist Krätze nicht gefährlich und spricht gut auf passende Behandlungen an. Die Krankheit ist jedoch hochansteckend.
Wichtig: Krätze hat nichts mit schlechter Körperhygiene zu tun – sie kann jeden Menschen treffen.
Die Übertragung von Krätze erfolgt durch längeren Hautkontakt mit einer infizierten Person. Dabei gelangen die Milben, winzige Spinnentiere, auf die Haut. Allerdings treten die Hautreaktionen nicht durch Bisse auf. Bei Krätze graben die Tiere feine Milbengänge in die Haut und legen dort ihre Eier ab.
Besonders häufig stecken sich Kinder mit Krätze an, da sie in Kindergärten und Schulen häufig engen Körperkontakt mit anderen Kindern haben. Auch innerhalb von Familien, Wohngemeinschaften und Pflegeheimen ist das Risiko höher. Eine Übertragung durch gemeinsam genutzte Kleidung, Bettwäsche oder Möbel ist zwar selten, aber möglich.
Pseudokrätze entsteht, wenn Milben von Tieren auf den Menschen übergehen. Im Gegensatz zur «echten» Krätze befallen die Milben die Haut dabei jedoch nicht dauerhaft und reizen sie nur oberflächlich. Dadurch entstehen Juckreiz und Rötungen, die den Symptomen einer Skabies ähneln. In der Regel klingen die Beschwerden von selbst ab, sobald der Tierkontakt endet. Eine Ansteckung mit dieser Form der Krätze ist nur über erkrankte Tiere möglich, nicht durch den Kontakt zu betroffenen Personen.
Krätze beginnt häufig mit starkem Juckreiz, vor allem nachts. Das typische Aussehen von Krätze? Ein Hautausschlag mit roten Knötchen und Linien, die durch die Milbengänge entstehen. Krätze betrifft vor allem Körperstellen wie Fingerzwischenräume, Handgelenke, Ellenbogen, Achselhöhlen, Taille, Genitalregion und Gesäss. Bei Säuglingen und Kleinkindern treten Symptome von Krätze zusätzlich an Kopfhaut, Gesicht, Handflächen und Fusssohlen auf.
Bei der gepflegten Krätze (Scabies discreta) ist das Symptombild abgeschwächt. Das erschwert die Erkennung. Häufiges Waschen oder eine intensive Hautpflege glätten die betroffenen Stellen, sodass die Milbengänge weniger sichtbar sind. Während der Ausschlag der Krätze milder ausfällt, besteht der Juckreiz weiter.
Zu Beginn zeigt sich die Krankheit meist durch sehr unauffällige Hautveränderungen. Die ersten Anzeichen von Krätze erscheinen oft erst nach einer Inkubationszeit von 2 bis 6 Wochen. Typisch sind feine Linien durch frische Milbengänge sowie kleine rote Punkte, die sich schrittweise verstärken. Bei einem erneuten Befall mit Skabies reagieren Betroffene deutlich schneller, da die Haut die Krätzmilben bereits kennt. Lassen Sie erste Hautreizungen rasch medizinisch abklären. So stecken Sie andere Menschen nicht an.
Die Borkenkrätze (Scabies crustosa) tritt vor allem bei immungeschwächten sowie älteren Menschen auf. Es handelt sich um eine besonders schwere Form der Krätze, die starke Symptome verursacht. Im Regelfall ist die Haut von dicken, fest haftenden Krusten und Schuppen bedeckt. Diese treten oft an den Händen und Füssen, an den Ellenbogen, auf der Kopfhaut oder auf grösseren Hautflächen am Rumpf auf. Da der Milbenbefall deutlich höher ist als bei gewöhnlicher Krätze, erscheinen die Hautveränderungen intensiver. Der Juckreiz ist teilweise weniger stark ausgeprägt, bleibt aber ein typisches Symptom.
Wichtig: Aufgrund der grossen Milbenmenge auf der Haut besteht eine sehr hohe Ansteckungsgefahr. Bereits kurzer Hautkontakt oder Kontakt mit Hautschuppen bzw. Textilien reicht häufig für eine Übertragung aus. Daher erfordert die Therapie dieser Krätze eine genaue ärztliche Begleitung sowie strenge Hygienemassnahmen für Betroffene und Kontaktpersonen.
Zur Diagnose von Skabies untersuchen Ärztinnen und Ärzte die betroffenen Hautstellen sorgfältig und achten dabei auf feine Milbengänge, Knötchen oder Krusten. Bei Bedarf entnehmen sie eine Hautprobe oder betrachten die Haut mit einem Dermatoskop. Die Differentialdiagnose bei Krätze spielt dabei eine wichtige Rolle, da ähnliche Hautreaktionen auch bei Ekzemen, Allergien oder bakteriellen Infektionen auftreten. Suchen Sie bei Verdacht oder Unsicherheit frühzeitig ärztliche Unterstützung. So erhalten Sie Klarheit über die Ursache Ihrer Beschwerden und vermeiden es, andere anzustecken.
Grundsätzlich besteht in der Schweiz für Skabies keine Meldepflicht. Eine Meldung ist jedoch erforderlich, wenn mehrere Fälle gleichzeitig in Gemeinschaftseinrichtungen auftreten. Ein offizielles Arbeitsverbot bei Krätze ist ebenfalls nicht gesetzlich verankert. Dennoch verzichten Betroffene in Berufen mit engem Körperkontakt auf ihre Tätigkeit, bis die Behandlung der Krätze begonnen hat und keine Ansteckungsgefahr mehr besteht. Sprechen Sie deshalb bei einem bestätigten oder vermuteten Befall frühzeitig mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt und informieren Sie gegebenenfalls Ihre Arbeitsstelle.
Die Behandlung von Skabies erfolgt in der Regel mit verschriebenen Medikamenten. Parallel dazu ist eine konsequente Hygiene wichtig. So stecken sich Menschen, die von Krätze befallen sind, nicht erneut an und schützen andere. Dazu gehört die Reinigung von Textilien und Wohnbereichen, da Milben ausserhalb der Haut kurze Zeit überleben.
Folgende Massnahmen helfen Ihnen, Krätze in der Wohnung loszuwerden:
Informieren Sie enge Kontaktpersonen über den Befall, damit sie sich ebenfalls untersuchen und bei Bedarf behandeln lassen können. Nehmen Sie die Erkrankung ernst, denn auch bei sehr schwachem Ausschlag oder wenn die Krätze ohne Juckreiz auftritt, ist eine fachliche Behandlung notwendig. Ohne passende Therapie bleibt die Infektion lange bestehen und ein chronischer Verlauf der Krätze ist möglich.
Skabies ist ansteckend, solange sich Krätzmilben auf der Haut befinden. Ohne Behandlung besteht die Ansteckungsgefahr durchgehend, oft schon bevor erste Symptome sichtbar werden. Nach einer vollständigen äusserlichen Behandlung oder nach der Einnahme von Tabletten ist die Ansteckungsgefahr mit Krätze in der Regel nach etwa 24 Stunden deutlich reduziert. Bei schweren Formen wie der Borkenkrätze dauert die Ansteckungsphase meistens länger.
Für eine wirksame Therapie sind Medikamente erforderlich, die die Krätzmilben vollständig beseitigen und einen erneuten Befall verhindern. Für die medikamentöse Behandlung von Krätze kommen in der Schweiz verschreibungspflichtige Cremes und Tabletten zum Einsatz. Die äusserliche Behandlung mit Creme gilt als Standard, während Tabletten vor allem bei schweren Formen wie der Borkenkrätze üblich sind. Grundlage der Therapie sind diese beiden Wirkstoffe:
Klären Sie die genaue Anwendung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab und befolgen Sie deren bzw. dessen Hinweise. Verzichten Sie ohne vorherige Absprache auf zusätzliche Lotionen, da diese unter Umständen die Therapie beeinflussen.
Einige Hausmittel lindern den Juckreiz oder beruhigen die Haut. Sie ersetzen jedoch keine Behandlung der eigentlichen Ursache. Der Milbenbefall bleibt bestehen und die Ansteckungsgefahr besteht weiterhin. Ohne eine passende Therapie entstehen zudem schneller Hautreizungen und Folgeinfektionen. Sprechen Sie daher vor dem Ausprobieren eigener Mittel gegen Krätze mit medizinischem Fachpersonal. So sorgen Sie dafür, dass Ihre Behandlung sicher bleibt.
Eine gute Hygiene hilft Ihnen dabei, Krätze vorzubeugen und das Risiko einer Ansteckung zu reduzieren. Waschen Sie Textilien regelmässig, achten Sie auf eine saubere Haut und vermeiden Sie engen Kontakt zu erkrankten Personen, bis deren Behandlung abgeschlossen ist. Bei ersten Anzeichen von Skabies erhalten Sie von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zuverlässige Unterstützung.
Die Expertin stand dem Redaktionsteam bei diesem Artikel beratend zur Seite. Rahel Alder (Dipl. Pflegefachfrau und Personal Health Coach) arbeitet in der Helsana-Gesundheitsberatung. Sie unterstützt Kundinnen und Kunden bei Fragen zu den Themen Gesundheitsförderung und Verhaltensänderung.
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