Hausmittel gegen Grippe und Erkältung

Sobald es draussen wieder kalt wird, beginnt die Erkältungs- und Grippezeit. Doch was können Sie dagegen tun? Welche Hausmittel haben sich gegen Erkältung und Grippe bewährt? Gibt es Tees, die Symptome lindern? Jetzt mehr erfahren.

17.09.2026 Christine Signer 4 Minuten

Kann ich eine Grippe oder Erkältung mit Hausmitteln behandeln?

Bei Erkältung oder Grippe bleibt Ihnen nur eines: sich schonen und geduldig abwarten. Verschiedene Hausmittel können aber typische Beschwerden wie Husten, Halsschmerzen oder eine verstopfte Nase lindern. Ob sie die Genesung tatsächlich beschleunigen, ist wissenschaftlich bislang nicht eindeutig belegt. Welche Hausmittel sich bewährt haben um die Symptome erträglicher zu machen, erfahren Sie hier.

Wichtig: Insbesondere bei schweren Verläufen ersetzen Hausmittel keine Behandlung durch eine Ärztin oder einen Arzt. 

Bewährte Hausmittel gegen Grippe und Erkältung

Haben Sie eine Grippe oder eine Erkältung, helfen bestimmte Hausmittel gegen die Beschwerden. Welches das Mittel der Wahl wird, ist abhängig von den Symptomen.

Was tun bei Halsschmerzen?

Kamillen-, Salbei- und Thymiantee sind gute Hausmittel gegen Halsschmerzen. Auch warme Milch mit Honig hilft bei einer Erkältung gegen einen gereizten Hals. Ebenso lindern Kräuter- und Honigbonbons die Beschwerden. Sie regen die Speicheldrüsen an, was für Feuchtigkeit im Halsraum sorgt und den Rachen vor dem Austrocknen bewahrt.

Was hilft sonst noch gegen hartnäckige Halsschmerzen? Schneiden Sie ein Stück Ingwerwurzel in feine Scheiben. Übergiessen Sie sie mit heissem Wasser. Lassen Sie das Ganze etwa zehn Minuten ziehen und trinken Sie es anschliessend möglichst noch bei warmer, aber nicht heisser Temperatur. 

Was tun bei Husten?

Husten geschieht reflexartig. Der Organismus befördert so Fremdkörper aus den Atemwegen. Eine Grippe oder Erkältung beginnt meist mit trockenem Reizhusten und Heiserkeit. Nach einer gewissen Zeit entsteht Schleimhusten.

Greifen Sie zu diesen Hausmitteln, wenn Sie Reizhusten haben:

  • Spitzwegerich mildert den Hustenreiz.
  • Thymian löst die Krämpfe bei Reiz- und Keuchhusten.
  • Lindenblüten schützen den Rachenraum.
  • Isländisch Moos legt als Tee oder Pastille eine Schutzschicht auf die Schleimhäute.

Greifen Sie zu diesen Hausmitteln, wenn Sie Schleimhusten haben:

  • Schlüsselblume reizt den Magen ein wenig. Die Bronchien bilden dadurch neuen Schleim, der sich leichter löst.
  • Fenchel und Anis unterstützen das Abhusten.
  • Thymian löst den Schleim zusätzlich.
  • Efeu enthält Saponine. Diese verflüssigen den Bronchialschleim. Efeuextrakt weitet die Bronchien. Sie nehmen Efeu als Saft, Tropfen oder Tablette ein.
  • Eukalyptus liefert Myrtol und Cineol. Diese lösen Schleim und Krämpfe. Die enthaltenen ätherischen Öle kühlen dabei. Dieses Mittel ist besonders wohltuend bei Erkältung und Grippe.

Was tun bei Fieber?

Suchen Sie ein wohltuendes Hausmittel gegen Fieber, dann trinken Sie Tee. Holunderblüten und Lindenblüten sind schweissanregend und damit fiebersenkend. Am besten eignen sich hochwertige Teemischungen aus der Apotheke. Wer Zugang zu einem eigenen Garten hat, kann auch selbst getrocknete Blüten verwenden. Wichtig sind dabei eine schonende Trocknung und eine trockene, dunkle Lagerung, damit die Wirkstoffe erhalten bleiben. So bereiten Sie den Tee zu: Übergiessen Sie zwei Teelöffel Holunderblüten oder Lindenblüten mit 250 Millilitern kochendem Wasser. Lassen Sie den Tee drei bis fünf Minuten ziehen, bevor Sie ihn abseihen. Trinken Sie täglich zwei bis drei Tassen.

Kalte Wadenwickel können das Fieber zusätzlich senken. Tränken Sie zwei Tücher mit Essig und Wasser und legen Sie diese um die Waden. Wickeln Sie ein Frotteetuch darum und decken Sie sich zu. Sobald die Innentücher warm sind, erneuern Sie die Wickel. Hinweis: Wadenwickel sollten nur angewendet werden, wenn sich die Haut und die Füsse bereits warm anfühlen (echtes Fieber). Bei Schüttelfrost oder bei kalten Extremitäten sollten Sie keine Wadenwickel machen.

Was ist der Unterschied zwischen Grippe und Erkältung?

Bei der echten Grippe tauchen die Symptome sehr plötzlich auf. Dazu gehören Gliederschmerzen, hohes Fieber und Kopfschmerzen. Die Grippe dauert ungefähr sieben Tage. Während dieser Zeit sind Betroffene oft ans Bett gebunden. Bis sie sich vollständig erholt haben, vergeht meist noch etwa eine weitere Woche.

Eine Erkältung, auch grippaler Infekt genannt, beginnt dagegen häufig mit einer laufenden Nase und Halsschmerzen. Fieber tritt nicht immer auf. Zudem dauert eine Erkältung in der Regel kürzer als eine Grippe.

Hinter der echten Grippe stecken Influenzaviren. Bei einer Erkältung zählen Rhinoviren zu den häufigen Auslösern. Bakterien können im Verlauf einer Erkältung zusätzlich eine Sekundärinfektion auslösen, sind aber selten die eigentliche Ursache. Die echte Grippe ist besonders ansteckend. Sie verläuft ausserdem häufiger schwer als eine Erkältung. Manchmal folgen Komplikationen wie eine Lungenentzündung oder eine Kreislaufschwäche.

Was tun gegen Gliederschmerzen?

Wärme tut bei Gliederschmerzen gut. Geben Sie zum Beispiel ein paar Tropfen Eukalyptus- oder Thymianöl in die Wanne. Geniessen Sie das Bad für etwa fünfzehn Minuten. Wichtig: Verzichten Sie bei Fieber, Schnupfen oder Husten auf ein Bad, denn es belastet den Kreislauf zusätzlich. Ein Bad ist vor allem bei den ersten Anzeichen einer Erkältung oder Grippe geeignet.

Was tun bei Schnupfen?

Der warme Dampf bei der Inhalation befeuchtet die Nasenschleimhäute. Geben Sie einen Esslöffel Kamillenblüten in eine grosse Schüssel. Übergiessen Sie die Blüten mit zwei Litern kochendem Wasser. Legen Sie ein Badetuch über Kopf und Schüssel. Halten Sie etwas Abstand zum heissen Wasser. Atmen Sie den Dampf für etwa fünfzehn Minuten ruhig ein. Der Kamillendampf ist ein gutes Mittel gegen eine laufende Nase, weil er leicht austrocknend wirkt. Das Gefühl der abschwellenden Wirkung entsteht durch Wärme und die entzündungshemmenden Inhaltsstoffe der Kamille. Alternativ lösen Sie zwei gehäufte Esslöffel Salz in zwei Litern Wasser auf.

Spülen Sie sich ausserdem die Nase, beispielsweise mithilfe einer Nasendusche. Lösen Sie dazu einen Teelöffel Salz in einem Liter Wasser auf. So befreien Sie den Nasenraum von Viren, Bakterien und verdicktem Sekret. Übrigens: Die Nasenspülung ist auch ein geeignetes Mittel, wenn bei einer Erkältung oder Grippe die Augen tränen. Überschüssige Tränenflüssigkeit fliesst normalerweise über den Tränen-Nasen-Gang ab. Ist dieser durch eine Erkältung oder Grippe verstopft, laufen die Tränen nach aussen ab.

Grippe und Erkältung – wann zum Arzt oder zur Ärztin?

Bei Erkältung und Grippe lindern Hausmittel die Symptome. In manchen Fällen brauchen Sie jedoch Hilfe durch eine Fachperson. Sprechen Sie mit einem Arzt oder einer Ärztin bei:

  • hohem Fieber oder Fieberkrämpfen,
  • zunehmenden oder starken Erkältungssymptomen,
  • Brustschmerzen,
  • Atemproblemen,
  • starken Kopfschmerzen mit Nackensteifigkeit, Verwirrtheit oder Erbrechen.

Sprechen Sie auch mit einer Fachperson, wenn Sie zur Risikogruppe gehören. Dazu zählen zum Beispiel Menschen ab 60 Jahren, Säuglinge, Schwangere und Personen mit chronischen Atemwegserkrankungen.

Was tun bei Ohrenschmerzen?

Eine Zwiebelpackung ist ein beliebtes Ohrenschmerzen-Hausmittel bei Erkältung und Grippe. Schneiden Sie dafür eine Zwiebel klein. Wickeln Sie die Stücke in ein Tuch und falten Sie es zusammen. Wärmen Sie das Päckchen leicht an. Legen Sie es auf das Ohr und fixieren Sie es mit einem Schal. Lassen Sie die Packung etwa eine Stunde wirken. Wiederholen Sie das mehrmals täglich.

Mögen Sie den Geruch von Zwiebeln nicht, eignet sich alternativ Heilwolle mit etwas Lavendelöl. Geben Sie dazu einen Tropfen Lavendelöl auf die Heilwolle und legen Sie diese aussen auf die Ohrmuschel. Fixieren Sie sie mit einem Schal oder Stirnband. Führen Sie die Heilwolle nicht in den Gehörgang ein. Eine weitere Möglichkeit ist ein Kamillenpäckchen, das wie das Zwiebelsäckchen auf das Ohr gelegt wird.

Gut zu wissen: Die Ohrtrompete verbindet Nasenrachenraum und Mittelohr. Eine freie Nase entlastet deshalb auch die Ohren. Spülen Sie zusätzlich die Nase mit Salzwasser.

Immunsystem mit Hausmitteln stärken

Bei einer Grippe oder einer Erkältung ist es wichtig, das Immunsystem zu stärken. 

Sonnenhut (auch: Echinacea) aktiviert die Fresszellen in Blut und Gewebe. Hierdurch regt die Pflanze das Immunsystem an. Viele Menschen setzen sie auch unterstützend bei Infektionen ein. Haben Sie jedoch eine Allergie gegen Korbblütler, verzichten Sie darauf. Vermeiden Sie Sonnenhut auch bei systemischen Grunderkrankungen wie Diabetes oder Autoimmunerkrankungen wie Lupus erythematodes. 

Auch eine warme Hühnersuppe kann das Immunsystem unterstützen. Im Suppenhuhn stecken unter anderem Proteine und Mineralstoffe.

Welche Hausmittel helfen bei Erkältung und Grippe bei Kindern

Auch bei erkälteten Babys und Kindern helfen sanfte Hausmittel. Nasentropfen aus Kochsalzlösung befeuchten die Schleimhäute. Engelwurzbalsam aus der Apotheke löst den Schleim. Diesen dünn auf die Nasenflügel auftragen. Holunderblüten- und Lindenblütentee liefern zusätzliche Flüssigkeit. Bei einer Grippe oder Erkältung befreit eine Zwiebel die Nase Ihres Babys. Schneiden Sie sie klein und befüllen Sie eine Socke damit. Hängen Sie diese über Nacht ans Babybett.

Wichtig: Verwenden Sie bei Babys unter einem Jahr keinen Honig – es besteht die Gefahr von Säuglingsbotulismus. Bei Kleinkindern bis vier Jahre ist zudem Vorsicht bei ätherischen Ölen geboten. Bessern sich die Beschwerden nicht, suchen Sie Ihre Kinderärztin oder Ihren Kinderarzt auf.

Hausmittel gegen Magen-Darm-Grippe

Fieber begleitet nicht nur Erkältung und echte Grippe. Auch die sogenannte Magen-Darm-Grippe löst häufig Fieber aus. Ärzte und Ärztinnen sprechen von einer Gastroenteritis – einer Schleimhautentzündung von Magen und Darm. Bei Magen-Darm-Grippe gibt es verschiedene Hausmittel. 

Trinken Sie viel. Bei Durchfall und Erbrechen verliert Ihr Körper Flüssigkeit und Mineralstoffe. Warmer Tee gleicht den Verlust aus. Geeignet sind Kamille, Fenchel-Anis-Kümmel, Melisse oder Pfefferminze. Meiden Sie Früchtetee. Die Säure reizt den Magen.

Trinken Sie in kleinen Schlucken. Bei starkem Brechreiz nehmen Sie am besten alle zehn Minuten nur wenige Schlucke. 

Allgemeine Tipps: Was hilft noch bei Erkältung und Grippe?

Befolgen Sie ergänzend zu den Hausmitteln gegen Erkältung und Grippe diese Tipps:

  • Ausreichend trinken: Greifen Sie zu Wasser, Kräutertee oder mit Wasser verdünnten Fruchtsäften. Trinken Sie für jedes Grad, um das Ihre Temperatur über der normalen Körpertemperatur liegt, einen Liter zusätzlich. So gleichen Sie den Flüssigkeitsverlust aus.
  • Bettruhe: Ruhen Sie sich aus. Ihr Körper erholt sich nur richtig, wenn Sie ihm genügend Pause gönnen. Bei einer Erkältung oder Grippe ist Bettruhe angesagt, insbesondere wenn Sie müde sind oder Fieber haben.
  • Vielseitig essen: Bei Erkältung oder Grippe setzen Sie idealerweise auf eine ausgewogene Ernährung. Diese enthält unter anderem Vollkornprodukte, Proteine sowie Gemüse und Früchte.
  • Bei vermindertem Appetit setzen Sie auf die Lebensmittel, auf die Sie Lust haben. Bei Fieber steigt der Energiebedarf, und leichte, gut verträgliche Kost ist wichtiger als eine bestimmte «Diät».

Sommergrippe: Welches Hausmittel hilft?

Eine sogenannte Sommergrippe ist in der Regel ein grippaler Infekt, also eine Erkältung. Streng genommen ist Sommergrippe ein irreführender Begriff, da es sich vielmehr um eine Erkältung im Sommer handelt und keine echte Grippe durch Influenzaviren. Die Behandlungen mit Hausmitteln sind die gleichen wie bei einer klassischen Erkältung im Winter oder einer echten Grippe. Welches Mittel geeignet ist, ist abhängig von Ihren Symptomen. 

Erkältung und Grippe vorbeugen: Das können Sie präventiv tun

Vitamin C stärkt das Immunsystem. Es kann eine Erkältung aber weder stoppen, noch verhindern. Auch gute Zink- und Vitamin-D-Spiegel können helfen, Infekten vorzubeugen, insbesondere, wenn zuvor ein Mangel bestand. Sind die Werte bereits ausreichend, bringt die zusätzliche Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln in der Regel keinen nennenswerten vorbeugenden Nutzen. Hat der Infekt bereits begonnen, kann Zink die Dauer einer Erkältung verkürzen, vorausgesetzt, es wird innerhalb von 24 Stunden nach den ersten Symptomen eingenommen, zum Beispiel als Lutschtablette. Achtung: Bei einer Überentfindlichkeit können beispielsweise Magendarmbeschwerden, Übelkeit oder Erbrechen als Nebenwirkung auftreten. Für Vitamin D hingegen ist ein positiver Effekt bei einer bestehenden Erkältung bisher nicht belegt. 
Tipp: Achten Sie allgemein auf gesunde Gewohnheiten und eine gute Versorgung mit Vitaminen und Spurenelementen, insbesondere Zink und Vitamin D zur Stärkung des Immunsystems. Lassen Sie sich bei Bedarf in der Apotheke, ärztlich oder naturheilkundlich beraten.

Mit den richtigen Hausmitteln lassen sich die Beschwerden einer Erkältung oder Grippe oft gut lindern. Tee, Wickel, Ruhe und ausreichend Schlaf unterstützen die Erholung. Gönnen Sie sich die Zeit, die Ihr Körper braucht. Die Hausmittel verkürzen die Krankheitsdauer meist nicht, sie können die Symptome jedoch lindern und die Beschwerden erträglicher machen. Wer sich ausreichend schont, kommt oft schneller wieder zu Kräften.

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