Sobald die Temperaturen sinken, beginnt die Erkältungs- und Grippezeit. Doch was genau ist eine Grippe, wie verläuft sie und wie können Sie sich davor schützen? Erfahren Sie, wie Sie einer Grippe vorbeugen und das Ansteckungsrisiko reduzieren können.
Bei der Grippe (fachsprachlich auch: Influenza) handelt es sich um eine hoch ansteckende Erkrankung der Atemwege. Auslöser sind die Influenzaviren, die sich in den Schleimhäuten der Atemwege vermehren und dort Zellen zerstören. Der Körper reagiert darauf mit einer ausgeprägten Entzündung der Schleimhäute.
Fachpersonen unterscheiden verschiedene Virustypen, wobei Influenza A und Influenza B die häufigsten Erkrankungen verursachen. Da sich Grippeviren ständig weiter verändern, bietet auch eine überstandene Erkrankung oder eine Grippeimpfung keinen dauerhaften Schutz.
Das Grippevirus ist leicht übertragbar. Grippeviren gelangen vor allem durch eine Tröpfcheninfektion von einem Menschen zum anderen. Dabei gibt eine infizierte Person beim Husten und Niesen virenhaltige Tröpfchen ab. Auch eine Schmierinfektion ist möglich: Grippeviren landen häufig auf unseren Händen und gelangen so auch auf Türklinken oder Haltegriffe. Dadurch erreichen sie weitere Personen. Auch beim direkten Kontakt, wie Händeschütteln, werden Grippeviren weitergegeben. Kalte, trockene Luft hilft den Viren, sich schneller zu verbreiten.
Bei Grippeviren liegt die Inkubationszeit – also die Zeit zwischen Ansteckung und den ersten Symptomen – bei einem bis vier Tagen. Schon einen Tag vor den ersten Beschwerden kann eine infizierte Person das Virus weitergeben. Auch nach dem Abklingen der Grippesymptome bleibt sie in der Regel noch bis zu einer Woche ansteckend.
Viren verhalten sich unterschiedlich, selbst innerhalb derselben Familie. Grippeviren können zum Beispiel mehrere Stunden auf Oberflächen überleben. Wie lange sie tatsächlich infektiös bleiben, hängt von Faktoren wie Material, Temperatur und Luftfeuchtigkeit ab. Gut zu wissen: Regelmässiges Putzen oder Desinfizieren hilft, das Ansteckungsrisiko deutlich zu senken.
Eine Grippe beginnt plötzlich. Morgens fühlen Sie sich noch gut und wenige Stunden später kommen plötzlich Fieber und Schüttelfrost. Die Symptome sind meist stärker als bei einer Erkältung und betreffen den ganzen Körper.
Zu den häufigsten Grippesymptomen gehören:
Grippesymptome treten nicht immer mit Fieber auf. Viele Menschen mit einer Grippe entwickeln zwar typische Beschwerden wie plötzlich einsetzende Glieder- und Muskelschmerzen, starke Müdigkeit oder Husten. Andere haben nur milde Symptome, die einer Erkältung ähneln. Einige Infizierte bemerken die Infektion gar nicht.
Die Begriffe Grippe und Erkältung werden oftmals verwechselt oder synonym verwendet. Dabei unterscheiden sich die Symptome deutlich voneinander. Eine echte Grippe setzt plötzlich und heftig mit hohem Fieber, starken Gliederschmerzen und ausgeprägtem Krankheitsgefühl ein. Eine Erkältung entwickelt sich hingegen langsam und verläuft meist mit Schnupfen und leichtem Husten milder. Beide Erkrankungen entstehen durch Viren, weshalb Antibiotika in beiden Fällen nicht helfen.
Allerdings sind die Erreger verschieden. Hinter einer Grippe stecken ausschliesslich Influenzaviren, während eine Erkältung durch über 200 verschiedene Virusarten ausgelöst wird – am häufigsten durch sogenannte Rhinoviren. Erkältungen treten in der Bevölkerung zudem deutlich häufiger auf und verlaufen meist harmlos. Eine Grippe birgt dagegen das Risiko schwerer Komplikationen, insbesondere bei Risikogruppen.
Die stärksten Beschwerden der Grippe lassen in der Regel innerhalb der ersten Woche nach. Husten und Erschöpfung halten jedoch oft länger an. Insgesamt dauert eine Grippe bis zu zwei Wochen. Bei Kindern treten häufig zusätzliche Symptome wie Übelkeit und Erbrechen auf.
Ein schwerer Grippeverlauf mit Komplikationen wie einer Lungenentzündung betrifft oftmals Risikogruppen. Dazu zählen Schwangere, Menschen über 60 Jahre sowie Personen mit chronischen Erkrankungen oder geschwächtem Immunsystem. Ein sehr schwerer Verlauf ist für diese Personengruppen unter Umständen lebensbedrohlich. Es ist daher in diesem Fall ratsam, eine Ärztin oder einen Arzt aufzusuchen.
Eine Grippe, die nicht vollständig auskuriert wird, zieht gelegentlich gesundheitliche Folgen nach sich. Dazu zählen etwa eine langwierige Entzündung der Nasennebenhöhlen oder bei Kindern eine Mittelohrentzündung. Ausreichend Ruhe und Erholung sind daher besonders wichtig.
Einen vollständigen Schutz vor der Grippe gibt es nicht. Mit guter Hygiene und einem gesunden Lebensstil reduzieren Sie jedoch das Ansteckungsrisiko. Die folgenden Massnahmen helfen Ihnen, einer Grippe vorzubeugen.
Wenn Sie Infektionen mit Grippeviren vorbeugen möchten, sollten Sie grundlegende Hygieneregeln im Alltag beachten. Dazu zählen:
Damit Sie in einem gemeinsamen Haushalt bei Ihren Kindern, Mitbewohnenden oder Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner eine Ansteckung vermeiden und einer Grippe vorbeugen, ist es sinnvoll, bei den ersten Anzeichen besonders auf Hygiene zu achten.
Frühgeborene und Kinder mit chronischen Erkrankungen zählen zu den Risikogruppen für einen schweren Grippeverlauf mit Komplikationen. Damit Sie Ihr Kind oder Ihr Baby vor der Grippe schützen, sollten Sie besonders gut auf die einzelnen Hygienemassnahmen achten. Halten Sie es von erkrankten Personen fern und gehen Sie regelmässig gemeinsam nach draussen.
Ein gesunder Lebensstil, der ausreichend Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und genügend Schlaf beinhaltet, sorgt in vielen Fällen für ein stärkeres Immunsystem und reduziert somit das Risiko einer Ansteckung. Diese Gewohnheiten unterstützen Sie dabei, der Grippe vorzubeugen:
Für die Allgemeinbevölkerung eignen sich Medikamente nicht, wenn Sie Grippe vorbeugen wollen. In besonderen Risikosituationen ist eine Form der antiviralen Prävention mit Medikamenten möglich.
Gegen einen bereits bestehenden Infekt gibt es hingegen verschreibungspflichtige antivirale Medikamente. Diese Mittel verkürzen die Krankheitsdauer allenfalls um etwa einen Tag oder sorgen gelegentlich für einen milderen Verlauf – allerdings nur, wenn sie innerhalb der ersten zwei Tage nach Symptombeginn eingenommen werden.
Viele Menschen setzen Hausmittel ein gegen Grippe und Erkältungen, wie Kräutertees oder Hühnerbrühe. Wissenschaftliche Belege für eine beschleunigte Genesung durch solche Massnahmen fehlen allerdings. Die Symptome können aber gelindert werden. Auch frei verkäufliche Vitaminpräparate oder Inhalationsgeräte zeigen bisher keine überzeugenden Effekte gegen die Grippe.
Die Grippeschutzimpfung zählt zu den wirksamsten Massnahmen der Grippeprävention. Sie kann Sie und Ihre Mitmenschen vor einer Erkrankung und deren Komplikationen schützen. Die Grippeimpfung wird besonders für Personen ab 65 Jahren, Schwangere, Frühgeborene bis 2 Jahre sowie Personen mit chronischen Erkrankungen empfohlen. Auch für alle, die in engem Kontakt zu diesen Risikogruppen stehen, ist eine Impfung daher empfehlenswert. Die empfohlene Zeitperiode für die Impfung dauert von Mitte Oktober bis zum Beginn der Grippewelle. Die Impfung muss jedes Jahr wiederholt werden.
Bei Personen, die ein erhöhtes Risiko für Komplikationen bei einer Grippeerkrankung aufweisen, übernimmt die Grundversicherung die Kosten für die Grippeimpfung (abzüglich Selbstbehalt und Franchise). Zu dieser Gruppe gehören:
In den anderen Fällen bezahlt Helsana einen Beitrag an die Grippeimpfung aus den Zusatzversicherungen SANA und COMPLETA. SANA vergütet pro Kalenderjahr 75% der Kosten bis maximal 500 Franken für Präventionsmassnahmen, COMPLETA übernimmt 90% solcher Kosten bis maximal 750 Franken.
Die Grippesaison erstreckt sich üblicherweise in der kalten Jahreszeit von Dezember bis März. In dieser Zeit zirkulieren Influenzaviren besonders stark und verursachen praktisch jeden Winter vielerorts eine Grippewelle, unter anderem auch in der Schweiz. Die Intensität und der Schweregrad der saisonalen Grippe unterscheiden sich dabei von Jahr zu Jahr.
Der Name Sommergrippe täuscht, denn hinter einer Sommergrippe steckt keine echte Grippe. Influenzaviren zirkulieren vor allem im Winter und verursachen nur selten in den warmen Sommermonaten Erkrankungen. Die sogenannte Sommergrippe wird stattdessen häufig durch Erreger wie Enteroviren ausgelöst. Diese Erreger treten zwar ganzjährig auf, vermehren sich aber besonders in den Monaten Juli bis September. Die Symptome ähneln einer Erkältung und heilen in der Regel nach wenigen Tagen von selbst ab. Auch zur Vorbeugung der Sommergrippe helfen gründliches Händewaschen, regelmässige Bewegung im Freien und eine ausgewogene Ernährung.
Wenn die Grippesaison näher rückt, lohnt es sich, rechtzeitig vorzusorgen. Den besten Schutz bietet die jährliche Grippeimpfung. Unterstützen Sie Ihr Immunsystem zusätzlich mit einer ausgewogenen Ernährung, regelmässiger Bewegung und guter Hygiene. So senken Sie das Risiko einer Ansteckung und Sie schützen sich sowie Ihre Mitmenschen.
Die Expertin stand dem Redaktionsteam bei diesem Artikel beratend zur Seite. Nicole Heim (Naturheilpraktikerin, PTA) arbeitet in der Helsana-Gesundheitsberatung. Sie unterstützt Kundinnen und Kunden bei Fragen rund um Prävention und Komplementärtherapien.
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