Was bedeutet «VO2max» und was ist ein guter VO2max-Wert? Erfahren Sie mehr über die maximale Sauerstoffaufnahme, lernen Sie die die VO2max-Tabelle kennen und holen Sie sich Tipps, wie Sie Ihre VO2max erhöhen.
«VO2max» steht für Volumen (V), Sauerstoff (O2) und Maximum (max). Der VO2max-Wert sagt, wie viel Sauerstoff ein Mensch pro Minute und Kilogramm Körpergewicht unter höchster Belastung aufnimmt und verwertet. Fachpersonen ermitteln ihn im Labor. Je höher der Wert, desto höher ist Ihre Ausdauerleistungsfähigkeit.
Eine gute VO2max verbessert bei Männern und bei Frauen die Gesundheit: Sie entlastet das Herz, trägt zu einem stabilen Blutdruck bei und senkt das Risiko für Herz‑Kreislauf‑Erkrankungen sowie Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes. Sie unterstützt den Stoffwechsel und hilft dadurch, Gewicht und Blutzuckerspiegel zu regulieren. Im Alltag bedeutet ein höherer VO2max Wert beispielsweise weniger Atemnot, grössere Belastbarkeit sowie verbesserte Mobilität und Selbstständigkeit im Alter. Auch auf das mentale Wohlbefinden hat die VO2max Einfluss: Sie mindert Stress und unterstützt guten Schlaf.
Die absolute VO2max gibt die maximale Sauerstoffmenge an, die Ihr Körper pro Minute verwertet – gemessen in Millilitern Sauerstoff (ml/min). Ihr Körpergewicht ist bei diesem Wert nicht berücksichtigt.
Bei der relativen VO2max handelt es sich um die relative maximale Sauerstoffaufnahme. Sie betrachtet die absolute VO2max im Verhältnis zu Ihrem Körpergewicht (ml/min/kg). Die relative VO2max ermöglicht direkte Vergleiche und ermöglich genauere Aussagen zu Ihrer Leistungsfähigkeit.
Eine gute VO2max ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Dazu zählen zum Beispiel das Alter, die genetische Veranlagung, das Gewicht und die Fitness. Die folgenden VO2max-Tabellen geben für Männer und Frauen Durchschnittswerte in Millilitern Sauerstoff pro Minute und Kilogramm Körpergewicht (ml/min/kg) an. Sie unterscheiden nach Alter und zeigen, welche Werte für Männer und Frauen als sehr gut, gut und durchschnittlich gelten:
Bewertung der Ausdauer anhand des maximalen Sauerstoffverbrauchs (VO2max ml/min/kg):
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Alter
20–24
25–29
30–34
Ausgezeichnet
> 62
> 59
> 56
Optimal
57–62
54–59
52–56
Gut
51–56
49–53
46–51
Ausreichend
44–50
43–48
41–45
Unterdurchschnittlich
38–43
36–42
35–40
Niedrig
32–37
31–35
29–34
Schlecht
< 32
< 31
< 29
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Alter
35–39
40–44
45–49
Ausgezeichnet
> 54
> 51
> 48
Optimal
49–54
47–51
44–48
Gut
44–48
42–46
40–43
Ausreichend
39–43
36–41
35–39
Unterdurchschnittlich
33–38
32–35
30–34
Niedrig
28–32
26–31
25–29
Schlecht
< 28
< 26
< 25
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Alter
50–54
55–59
60–65
Ausgezeichnet
> 46
> 43
> 40
Optimal
42–46
40–43
37–40
Gut
37–41
35–39
33–36
Ausreichend
33–36
31–34
29–32
Unterdurchschnittlich
28–32
27–30
25–28
Niedrig
24–27
22–26
21–24
Schlecht
< 24
< 22
< 21
Bewertung der Ausdauer anhand des maximalen Sauerstoffverbrauchs (VO2max ml/min/kg):
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Alter
20–24
25–29
30–34
Ausgezeichnet
> 51
> 49
> 46
Optimal
47–51
45–49
43–46
Gut
42–46
41–44
38–42
Ausreichend
37–41
36–40
34–37
Unterdurchschnittlich
32–36
31–35
30–33
Niedrig
27–31
26–30
25–29
Schlecht
< 27
< 26
< 25
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Alter
35–39
40–44
45–49
Ausgezeichnet
> 44
> 41
> 38
Optimal
41–44
38–41
36–38
Gut
36–40
34–37
32–35
Ausreichend
32–35
30–33
28–31
Unterdurchschnittlich
28–31
26–29
24–27
Niedrig
24–27
22–25
21–23
Schlecht
< 24
< 22
< 21
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Alter
50–54
55–59
60–65
Ausgezeichnet
> 36
> 33
> 30
Optimal
33–36
31–33
28–30
Gut
30–32
28–30
25–27
Ausreichend
26–29
24–27
22–24
Unterdurchschnittlich
23–25
21–23
19–21
Niedrig
19–22
18–20
16–18
Schlecht
< 19
< 18
< 16
Gut zu wissen: Ab einem Alter von 25 bis 30 Jahren nimmt die maximale Sauerstoffaufnahme um 5% bis 10% ab. Bei Personen, die wenig aktiv sind, sind es eher 10%, bei aktiven Personen sind es rund 5% – selbst, wenn diese nicht intensiv Sport treiben.
Übrigens: Elite-Marathonläuferinnen und -läufer erreichen vielfach eine maximale Sauerstoffaufnahme von 70 bis 85 ml/min/kg. Eine gute VO2max allein reicht jedoch nicht für eine gute Marathonzeit.
Neben der VO2max ist auch die Laktatschwelle (anaerobe Schwelle) wichtig für die Ausdauer. Sie gibt an, welche Belastung ohne Laktatansammlung im Körper möglich ist. Bei höherer Belastung produzieren die Muskeln mehr Milchsäure, als der Körper abbaut. Die Folge: Laktat sammelt sich an, die Muskeln ermüden und brennen. Trainingspläne für Ausdauersport beziehen deshalb häufig die Laktatschwelle mit ein.
Gut zu wissen: Bei intensiver körperlicher Anstrengung steigt der Energiebedarf der Muskeln stark an. Solange ausreichend Sauerstoff vorhanden ist, wird die benötigte Energie über den aeroben Stoffwechsel bereitgestellt. Bei weiter zunehmender Belastungsintensität und Sauerstoffknappheit gewinnt jedoch der anaerobe Stoffwechsel an Bedeutung. Dabei entsteht vermehrt Laktat. Gleichzeitig verändern sich die Bedingungen im Muskel: Unter anderem sinkt der pH-Wert. Diese Prozesse – umgangssprachlich als «Übersäuerung» bezeichnet – fördern die Ermüdung des Muskels. In der Folge nimmt die Leistungsfähigkeit ab und die Muskelkontraktionen werden weniger effizient.
Es gibt drei Hauptmethoden, um die VO2max zu messen: im Labor, in Feldtests oder mithilfe technologischer Schätzungen. Wir haben die Methoden für Sie zusammengefasst:
Der Labortest ist die wissenschaftliche Referenzmethode. Das bedeutet: Er liefert die genauesten Messwerte, an denen sich die anderen Methoden orientieren.
Beim Labortest läuft oder fährt eine Person auf einem Ergometer. Dabei trägt sie eine Maske, die mit einem Gasanalyse-Gerät verbunden ist. Das Gerät misst:
Der Labortest liefert grösstmögliche Genauigkeit und eignet sich somit für Sportlerinnen und Sportler sowie die medizinische Nachsorge. Er ist jedoch teuer und nur in spezialisierten Einrichtungen verfügbar.
Ein sehr bekannter Feldtest ist der Cooper-Test. Dieser wurde 1968 von Kenneth Cooper entwickelt. Beim Cooper-Test versuchen Testpersonen, in zwölf Minuten auf flachem Gelände die längstmögliche Strecke zu laufen.
Der Cooper-Test wird häufig eingesetzt, da er:
Der Test verwendet die folgende, wissenschaftliche bestätigte Formel, um die VO2max einzuschätzen:
VO2max = (Strecke in Metern – 504,9) / 44,73
Beispiel: Wenn eine Person eine Strecke von 2400 m läuft, beträgt die VO2max (2400 – 504,9) / 44,73 ≈ 42,3 ml/min/kg
Der Cooper-Test ist sehr einfach und ohne teure Ausrüstung auf einer Laufbahn oder im Park umzusetzen. Bei maximalem Einsatz ist er sehr zuverlässig. Für untrainierte Personen ist der Test jedoch mitunter sehr anstrengend. Zudem hängen die Testresultate vom Einsatz der Testpersonen ab. Auch das Wetter hat möglicherweise einen Einfluss auf die Resultate.
Zur technologischen Schätzung der VO2max dienen sogenannte verbundene Uhren (Connected Watches). Das sind intelligente Armbanduhren, die über Bluetooth mit einem Smartphone verbunden sind. Cardio‑GPS‑Uhren schätzen die VO2max automatisch ein. Dazu messen sie:
Die Uhren sind sehr einfach in der Anwendung und erlauben es, die VO2max nach jeder Trainingseinheit zu aktualisieren. Das hilft Sporttreibenden, die Entwicklung ihrer Fitness laufend zu verfolgen. Technologische Schätzungen sind jedoch weniger genau als wissenschaftliche Tests.
Ihre VO2max verbessern Sie vor allem durch längere Ausdauerläufe sowie regelmässiges hochintensives Intervalltraining. Doch auch das Körpergewicht spielt eine Rolle, wenn es darum geht, die Sauerstoffaufnahme zu verbessern.
Für eine gute VO2max ist intensives Training in Intervallen (High Intensity Interval Training, kurz: HIIT) besonders wichtig. Beim HIIT wechseln sich kurze Phasen von maximaler Belastung (85% bis 95% der Herzfrequenz) und kurze aktive Erholungsintervalle ab. Einsteigerinnen und Einsteiger gehen am besten wie folgt vor:
Sind Sie bereits fortgeschritten, versuchen Sie acht Intervalle à 45 Sekunden in hohem Tempo, kombiniert mit 60 Sekunden Gehpausen.
Gut zu wissen: Es gibt viele verschiedene HIIT-Varianten. Beliebt ist auch die Kombination aus Krafttraining und intensiven Ausdauerphasen. Probieren Sie Verschiedenes aus und finden Sie das Training, das am besten zu Ihnen passt. Ideen für Trainingseinheiten finden Sie in der Helsana Coach App.
Bitte beachten Sie: Tragen Sie beim HIIT geeignete Schuhe, trinken Sie ausreichend und brechen Sie das Training sofort ab, wenn Brustschmerzen, Schwindel oder Unwohlsein auftreten. Verzichten Sie ganz auf HIIT, wenn Sie Herzprobleme haben, die ärztlich nicht abgeklärt sind.
Ziel des HIIT ist, die VO2max direkt zu steigernd. Trainings im Schwellenbereich sind eine wertvolle Ergänzung dazu: Sie stärken die allgemeine Ausdauer und verbessern die Fähigkeit, hohe Belastungen über längere Zeit aufrechtzuerhalten. Als geeignetes Training im Schwellenbereich gilt mässig intensiver Dauerlauf über 30 bis 90 Minuten bei 60% bis 75 % der maximalen Herzfrequenz.
Regelmässiges Training garantiert keine Steigerung der VO2max. Denn es kommt massgeblich auf die Trainingsmethode an. Bei einseitigem Training oder mangelnder Trainingsintensität stagniert oder sinkt Ihre VO2max möglicherweise. Zudem nimmt die maximale Sauerstoffaufnahme altersbedingt ab: Je älter Sie werden, desto wichtiger ist gezieltes Training, um Ihre VO2max zu erhalten.
Die relative maximale Sauerstoffaufnahme hängt nicht nur von Ihrem Training, sondern auch von Ihrem Körpergewicht ab. Das heisst: Durch Gewichtsabnahme steigern Sie Ihre VO2max womöglich. Das gilt jedoch nur, wenn Sie an Körperfett und nicht an Muskelmasse verlieren.
Im Folgenden haben wir die wichtigsten Tipps zusammengefasst, die Ihnen dabei helfen, Ihre VO2max langfristig zu verbessern:
Eine gute VO2max bringt Ihnen viele Vorteile. Regelmässiges Training verbessert Ihre Ausdauer, stärkt Ihr Herz-Kreislauf-System und wirkt sich positive auf Ihr mentales Wohlbefinden aus. Unterschiedliche Trainingsmethoden sorgen für Abwechslung und Motivation. Bleiben Sie aktiv und geniessen Sie die positiven Auswirkungen auf Körper und Geist.
Die Expertin stand dem Redaktionsteam bei diesem Artikel beratend zur Seite. Caroline Marti (Master in Sportwissenschaften, Bewegungstherapeutin) arbeitet in der Helsana-Gesundheitsberatung. Sie unterstützt Kundinnen und Kunden bei allen gesundheitlichen Fragen.
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