Umgang mit Kinderkrankheiten

Bleiches Gesicht, eine heisse Stirn, Müdigkeit und Unlust sind Anzeichen dafür, dass Ihr Kind ernsthaft erkrankt ist. Gewissheit verschaffen Sie sich, wenn Sie die Körpertemperatur messen. Praktisch alle Kinderkrankheiten gehen mit hohem Fieber einher. Zum Glück lassen sie sich heute wirksam behandeln. Dennoch braucht es Geduld, denn bis zur Genesung kann es mehrere Tage oder gar Wochen dauern.

12.02.2017

Dass Kinder krank werden, gehört einfach dazu. Wenn sich Krankheitszeichen bemerkbar machen, handelt es sich oft um eine der typischen Kinderkrankheiten. Fast alle Kinder machen sie durch. Achten Sie auf die Symptome. So bekommen Sie einen Anhaltspunkt, um welche Krankheit es sich handelt. Je nach Situation benötigt Ihr Kind medizinische Hilfe.

Die häufigsten Kinderkrankheiten

Die typischen Kinderkrankheiten Masern, Mumps, Röteln, Windpocken (Wilde Blattern) und Keuchhusten sind Infektionskrankheiten. Die Bakterien oder Viren werden indirekt über Tröpfcheninfektion übertragen. Ihr Kind hat sich beim Spielen mit anderen Kindern oder in der Schule angesteckt. Damit es nicht seinerseits andere Kinder ansteckt, sollte es bis nach Abklingen der Krankheit zuhause bleiben.

Symptome
  • Hohes Fieber
  • Schnupfen
  • Husten
  • Entzündung der Bindehaut
  • Weisse Flecken auf der Mundschleimhaut
  • Hautausschlag über den ganzen Körper (rote Flecken)
 Inkubationszeit 
  • 10 bis 11 Tage
Therapie
  • Strikte Bettruhe
  • Bei Bindehautentzündung Zimmer abdunkeln
  • Hohe Flüssigkeitszufuhr
  • Fiebersenkende Medikamente nach Verordnung des Arztes
Dauer
  • 4 bis 7 Tage
  • Impfung möglich

Symptome
  • Geschwollene Ohrspeicheldrüse
  • Aufgeschwollene Backen und Schwellungen über und unter dem Unterkiefer
  • Hohes Fieber
  • Schmerzen beim Schlucken
  • Bauchschmerzen und Erbrechen
  • Hodenentzündung
Inkubationszeit
  •  2 Wochen
 Therapie 
  • Strikte Bettruhe, bis Fieber abgeklungen ist
  • Mundpflege: Spülungen mit Kamillen- oder Salbeitee
Dauer
  • ca. 7 Tage
  • Impfung möglich

 

Symptome
  • Schwacher, rötlicher Ausschlag, nicht zusammenfliessend an Hals/Brust
  • Geschwollene Lymphknoten
  • Hohes Fieber
  • Kopf-, Glieder- und Gelenkschmerzen
Inkubationszeit
  •  2 bis 3 Wochen

Therapie
  • Nur Symptombehandlung möglich
  • Bettruhe, bis Fieber abgeklungen ist
  • Fiebersenkende Wickel
  • Hohe Flüssigkeitszufuhr
  • Fiebersenkende Medikamente nach Verordnung des Arztes
  • Kind von Schwangeren fernhalten!
Dauer
  • Individuell
  • Impfung möglich

Symptome
  • Rote Flecken auf der Haut, evtl. auch an den Schleimhäuten
  • Bläschen- und Krustenbildung auf der Haut
  • Juckreiz
  • Fieber
Inkubationszeit
  •  ca. 2 Wochen
Therapie
  • Kühle Umschläge zur Linderung des Juckreizes
  • Bettruhe
  • Fingernägel schneiden, damit beim Kratzen keine Wunden entstehen
  • Bei Babys Windeln öfter wechseln als sonst
Dauer
  • 2 bis 3 Wochen
  • Impfung möglich

Symptome
  • Keuchender Husten, starker Hustenreiz, Würgen
  • Atemnot, Kurzatmigkeit
  • Rötung der Bindehäute
  • Fieber
Inkubationszeit
  • 7 bis 20 Tage
Therapie
  • Luft feucht halten
  • Kind bei Hustenanfällen aufrecht setzen und nach vorne beugen
  • Zimmer regelmässig lüften
  • Fiebersenkende Medikamente und Antibiotika nach Verordnung des Arztes
Dauer
  • Mehrere Wochen
  • Impfung möglich

 

Hausmittel bei Kinderkrankheiten

Zur Behandlung harmloserer Krankheiten und Beschwerden gibt es viele Hausmittelchen, die sich schon zu Grossmutters Zeiten bewährt haben. Oft bringen sie rasch und wirksam Linderung und ersparen den Besuch beim Kinderarzt. Probieren Sie es aus:

  • Holundersirup
  • Warmer Halswickel (Wasser und etwas Zitronensaft)
  • Warme Fussbäder
  • Warme Zwiebelsocken
  • Kopfdampfbad (nicht zu heiss, wegen Verbrennungsgefahr)

  • Fencheltee
  • Verdünnter Holundersaft
  • Warme Brustwickel mit gekochten Kartoffeln
  • Selbst gebrauter Hustentee mit Schlüsselblumenblüten, Süssholz, Eibischwurzeln, Spitzwegerich und Thymiankraut

  • Luft feucht halten; zum Beispiel nasse Tücher über Heizkörper legen
  • Aufgeschnittene Zwiebel neben Kopfkissen legen
  • Kochsalz-Nasentropfen (1/2 Teelöffel Salz auf 250 ml Wasser)

  • Essig- oder Kamillenwickel (warm)
  • Entblähungstee aus Anis, Kümmel und Fenchelsamen

  • Heidelbeertee
  • Pfefferminztee
  • Zwieback und Haferflockensuppe
  • Cola und Salzstängel

  • Kalte Wadenwickel

  • Etwas Spucke auf der Stichstelle verreiben
  • Zwiebelsaft auf die Stichstelle träufeln
  • Warmen Löffel etwa 30 Sekunden auf den Stich halten

Stressbewältigung in der Familie

Kranke Kinder bedeuten oft Stress für die Eltern. Doch die Genesung hat Priorität. Entlasten Sie sich in anderen Bereichen, damit Sie Ihr Kind möglichst entspannt gesundpflegen können. Wenn Sie berufstätig sind und sich nicht selber um das kranke Kind kümmern können, übernimmt im Idealfall eine Vertrauensperson aus dem Familien- oder Freundeskreis oder eine externe Fachperson die Pflege.

Mein Kind ist krank, darf ich zuhause bleiben?

Ein krankes Kind gehört ins Bett. Es braucht viel Ruhe, Pflege und die Nähe der Mutter oder des Vaters. Genauso sieht es auch das Arbeitsgesetz: Arbeitnehmende mit Kindern unter 15 Jahren haben Anrecht auf drei bezahlte freie Tage für die Pflege des erkrankten Kindes. Dieser Anspruch gilt pro Krankheitsfall und nicht pro Kalenderjahr. Braucht das Kind mehr Zeit, um gesund zu werden, kann auch der andere berufstätige Elternteil drei Tage zu Hause bleiben. Der Arbeitgeber darf ein ärztliches Zeugnis verlangen, das die Krankheit des Kindes bestätigt.

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