Was ist ein Burnout?

Ausgebrannt, leer, energielos – das sind die typischen Anzeichen eines Burnouts. Ausgelöst wird es durch langandauernde Überlastung. Betroffene müssen die Work-Life-Balance wieder ins Gleichgewicht bringen.

28.10.2021 Lara Brunner 4 Minuten

Gemäss der Schweizerischen Gesundheitsbefragung von 2017 sind 21 Prozent der Erwerbstätigen am Arbeitsplatz gestresst. Knapp die Hälfte dieser Personen fühlt sich emotional erschöpft. Männer und Frauen sind davon gleichermassen betroffen. Die betroffenen Personen weisen ein erhöhtes Burnout-Risiko auf.

Was ist ein Burnout?

Ein Burnout ist keine eigenständige Erkrankung. Es wird als Syndrom definiert – also als eine Ansammlung verschiedener Symptome. Diese sollten ernst genommen und behandelt werden. Das verbessert nicht nur das Wohlbefinden, sondern senkt auch das Risiko für psychische oder körperliche Folgeerkrankungen wie Depressionen oder Bluthochdruck.

Woran erkennt man ein Burnout?

Ein Burnout zeigt sich durch folgende Symptome:

  • Chronische Müdigkeit
  • Fehlende Energie
  • Distanzierung von der Arbeit
  • Verringerte Arbeitslust
  • Schlafstörungen
  • Anfälligkeit für Infekte, Kopf- und Rückenschmerzen, Schwindel, Blutdruckinstabilität, Herzrasen, Tinnitus
  • Mühe, nach der Arbeit abzuschalten
  • Generelle Lustlosigkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • Gereiztheit
  • Gefühl mangelnder Wertschätzung
  • Zynismus
  • Vernachlässigung von Freizeitaktivitäten und Kontakten zu Familie und Freunden
  • Vermehrter Konsum von Alkohol, Tabak, Drogen und Medikamenten
  • Innere Leere, Hoffnungslosigkeit, Gefühl von Sinnlosigkeit
  • Selbstmordgedanken

Haben Sie Fragen?

Benötigen Sie weitere Informationen, oder haben Sie Fragen zum Burnout? Unsere Gesundheitsberaterinnen und -berater helfen Ihnen gerne weiter.

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Wie verläuft ein Burnout?

Ein Burnout entwickelt sich meist schleichend. Ausgelöst wird es durch eine langanhaltende belastende Situation. Am Anfang eines Burnouts steht immer ein besonders grosses Engagement der Betroffenen. Ihre extreme Einsatzbereitschaft kann dazu führen, dass sie die eigenen Bedürfnisse vernachlässigen. Nach einiger Zeit fühlen sie sich körperlich und emotional ermüdet. Trotz grossem Einsatz sinkt ihre Leistung. Dies führt zu noch mehr Engagement, die Ermüdung wird zum Dauerzustand.

Welches sind die Ursachen eines Burnouts?

Am häufigsten entsteht ein Burnout im beruflichen Kontext. Folgende Faktoren begünstigen eine Erkrankung:

  • Schlechtes Arbeitsklima
  • Fehlende Anerkennung
  • Lange Arbeitszeiten
  • Zeitdruck
  • Wenig Selbstbestimmung
  • Permanente Erreichbarkeit
  • Hohe Anforderungen

Neben diesen äusseren Faktoren gibt es aber auch persönliche Eigenschaften, die eine Überlastung auslösen. Dazu gehören Perfektionismus, Gewissenhaftigkeit oder hohe Ansprüche an sich selbst.

Gut zu wissen

Auch Haus- und Familienarbeit kann zu einem Burnout-Syndrom führen. Eine hohe Arbeitsbelastung, wenig Gestaltungsspielraum, kein Dankeschön und kein Lohn begünstigen das Burnout bei Hausfrauen oder -männern.

Wie behandelt man ein Burnout?

Bei leichten Beschwerden reichen in der Regel organisatorische und arbeitspsychologische Massnahmen, die die Arbeitssituation verbessern. Ziel ist es, die Work-Life-Balance wiederherzustellen und Stress abzubauen.

Tipps für eine ausgeglichene Work-Life-Balance

Ist die Erkrankung bereits weiter fortgeschritten, braucht es eine umfangreichere psychotherapeutische Behandlung. In der Regel sollen die Massnahmen den Betroffenen helfen, ihre Probleme besser zu bewältigen. Zur Behandlung gehören aber auch soziale Unterstützung sowie Entspannungsübungen.

Folgende Massnahmen helfen bei einem Burnout:

  • Eine Auszeit von der Arbeit ermöglicht es Betroffenen, ihre Situation mit Abstand zu betrachten. Dabei hilft es auch, wenn sie vorübergehend ihren Aufenthaltsort wechseln.
  • Die Betroffenen müssen lernen, wie sie mit Stress und Erschöpfung am besten umgehen. Dabei müssen sie sich immer auch bewusst sein, dass sich eine kurzzeitige Überforderung meist nicht komplett vermeiden lässt.
  • Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung reduzieren die mentale und körperliche Anspannung. Sport – ohne Leistungsdruck – kann sich ebenfalls positiv auswirken. Betroffene müssen ein Stück weit auch selbst herausfinden, was ihnen hilft.
Ein Überblick über die bekanntesten Entspannungstechniken
  • Antidepressiva können die Situation kurzfristig stabilisieren. Sie reduzieren jedoch keine Symptome. Pflanzliche Heilmittel helfen, sich mental und körperlich zu entspannen. Die medikamentöse Behandlung sollte jedoch immer mit einer psychotherapeutischen Behandlung kombiniert werden.
  • Die psychotherapeutische Behandlung kann durch Komplementärtherapien wie Akupunktur begleitet werden.
Weitere Informationen zur Komplementärmedizin

Wenn sich Betroffene nach einer gewissen Zeit wieder ins Arbeitsleben eingliedern, ist es oft sinnvoll, erst mit einem tiefen Pensum einzusteigen und dieses nach und nach zu erhöhen.

Wie lässt sich ein Burnout vermeiden?

Gegen Ursachen eines Burnouts gibt es kein Patentrezept, weil sie sehr vielfältig sind. Eine der Hauptursachen ist chronischer Stress. Deshalb spielt der Umgang mit Stress eine zentrale Rolle. Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten für ein erfolgreiches Stressmanagement:

  • Eigene Fähigkeiten im Umgang mit Stress stärken
So trainieren Sie Ihre innere Stärke
  • Die Ursachen von Stress im persönlichen Umfeld abbauen, damit Stress gar nicht erst entsteht. Dies ist jedoch in der Regel ein schwieriges Unterfangen, da wir nicht alle Ursachen selbst beeinflussen können.

Wie bereits im Abschnitt «Wie behandelt man ein Burnout?» erwähnt, ist es auch wichtig, die Work-Life-Balance wiederherzustellen. Auf einen gesunden Ausgleich von Beruf- und Privatleben sollte man allerdings nicht erst achten, wenn das Burnout schon da ist.

Hilfreiche Tipps dazu sowie eine Selbstanalyse finden Sie in unserem Blog-Artikel:

So gelingt die Work-Life-Balance

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