Tipps gegen Migräne

Migräne ist eine besonders unangenehme Art von Kopfschmerzen. Was hilft, abgesehen von Schmerzmitteln? Hier finden Sie Hilfe für die nicht-medikamentöse Behandlung dank Komplementärmedizin.

07.09.2018 Daniela Schori

Bei Kopfschmerzen greifen die meisten Betroffenen zuerst zu Schmerzmitteln. Ist der Kopfschmerz stark, sind Medikamente gegen den Schmerz auf jeden Fall angebracht, sofern sie nicht dauerhaft eingenommen werden. Wer jedoch zu häufig Medikamente nimmt, sprich an mehr als zehn Tagen im Monat, gewöhnt den Körper daran und muss die Dosis laufend erhöhen. Zudem können Schmerzmedikamente Beschwerden auslösen, wenn sie langfristig (über Monate) eingenommen werden. Hier erfahren Sie, was Sie gegen die fiesen Schmerzen und die Übelkeit auch ohne Medikamente tun können.

Unsere 10 Tipps gegen Migräne

Die beste Vorsorge gegen eine Attacke ist ein regelmässiger Tagesablauf. Achten Sie deshalb auf feste Schlafens- und Essenzeiten. Nutzen Sie die folgenden bewährten Heilmittel und natürlichen Massnahmen für die Behandlung von Schmerz und Übelkeit als Ersatz oder Ergänzung von Medikamenten:

Tragen Sie bei einer Attacke Pfefferminzöl auf Ihre Schmerzpunkte an Stirn oder Schläfe auf. Das Menthol steigert die Durchblutung und aktiviert die Kältesensoren der Haut, was Muskeln und Kopfhaut entspannt. Den positiven Effekt von Pfefferminzöl haben Studien nachgewiesen. Nutzen Sie jedoch ein natürliches ätherisches Öl, kein synthetisches Mittel. Nur darin sind die wirksamen Inhaltsstoffe enthalten.

Ein eiskalter Waschlappen auf Stirn, Schläfen oder Nacken vertreibt die Kopfschmerzen. Praktisch ist bei einer Attacke auch eine spezielle Gelbrille aus dem Eisfach. Eine Minute auflegen, Pause, dreimal wiederholen. Wer mag, lässt kurz kaltes Wasser über den Kopf oder die Handgelenke laufen. Wassertreten nach Kneipp hilft Migräne-Anfällen vorzubeugen. Wasser hilft auch innerlich angewendet: Trinken Sie mindestens zwei Liter pro Tag. Kopfschmerzen tauchen oft wegen Flüssigkeitsmangel auf. Einige Patienten mögen bei Migräne Wärme. Floaten Sie 15 Minuten im maximal 38 Grad warmem Wasser. Rosmarin als Zusatz verstärkt die entspannende Wirkung. Empfehlenswert gegen Migräne sind auch warm-kalte Wechselduschen.

Dieses altbekannte Hausmittel gilt als «natürliches» Aspirin. Silberweide ist schmerzstillend und entzündungshemmend. Weitere Heilkräuter bei Migräne sind Pestwurz und Mutterkraut. Sie bekommen die pflanzlichen Präparate in gut sortierten Apotheken.

Schalten Sie regelmässig ab. Stress ist ein Migräneauslöser. Entspannungs- und Atemübungen helfen, ausgeglichen zu sein und das Schmerzempfinden zu senken. Dafür eigenen sich Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation (Progressive Muskelentspannung), Atemmeditation und Yoga.

Methoden zur Entspannung

Bei akuten hämmernden Kopfschmerzen hilft je nach Person und Konstitution zum Beispiel Belladonna D6 (5 Globuli stündlich). Bei Migräne mit Flimmern vor den Augen kann Haplopappus D3 (5 Globuli 3 x täglich) wirksam sein. Besprechen Sie mit einer Fachperson, welches Mittel für Sie passend ist.

Mehr zu Homöopathie

Hilft bei Kopfschmerzen und ist auch bei Migräne einen Versuch wert: Geben Sie einen Teelöffel reines Vanilleextrakt in 2 dl Wasser oder Tee.

Ingwer ist ein bewährtes Hausmittel gegen Übelkeit und kann – wenn rechtzeitig eingenommen – auch bei Kopfschmerzen Wunder wirken. Dazu einen Zentimeter der geschälten Wurzel fein reiben und mit einem Fruchtsaft trinken.

Gehaltvoller Gast aus dem fernen Osten: Ingwer

Starke Blutzuckerschwankungen, zum Beispiel wegen zuckerhaltiger Getränke und Süssigkeiten, können Kopfschmerzen auslösen. Essen Sie darum regelmässig, am besten Vollkornprodukte. Diese halten den Blutzuckerspiegel länger stabil. Vollwertige Nahrungsmittel sind reich an Magnesium, was die Muskeln entspannt und die Nerven beruhigt.

So finden Sie versteckten Zucker

Ziehen Sie sich bereits bei den ersten Anzeichen eines Migräneanfalls in einen abgedunkelten Raum zurück und gönnen Sie sich Ruhe. Schützen Sie sich vor unnötigen Reizeinflüssen wie Licht und Lärm.

Schüssler-Salze sind hochverdünnte Mineralsalze, die die Selbstheilungskräfte des Körpers anregen sollen. Bei akuten Spannungskopfschmerzen hilft allenfalls Schüssler-Salz Nr. 7 (Magnesium Phosphoricum): 10 Tabletten davon in einem Glas heissem Wasser auflösen und in kleinen Schlucken trinken.

Migräne mit Akupunktur, Homöopathie und Co. bekämpfen

Fachliche Unterstützung finden Sie bei anerkannten Therapeuten für Komplementärmedizin. Die meisten Therapien sind auch für Kinder geeignet. Ein Naturheilpraktiker behandelt ganzheitlich. Bei chronischer Migräne arbeitet er mit pflanzlichen Mitteln, Homöopathie sowie ausleitenden Verfahren wie Schröpfen. Auch die Ernährung und Lebensweise werden in der Behandlung berücksichtigt. Weitere passende Therapiemethoden dafür sind:

  • Medizinische Massagen: Der medizinische Masseur lockert die verspannte Muskulatur, arbeitet im Bindegewebe und an den Reflexzonen (Reflexzonentherapie).
  • Osteopathie und Cranio-Sacral-Therapie: Der Therapeut gleicht die unterschiedlichen Körperstrukturen im Körper aus, löst Blockaden und regt den Liquorfluss (Hirnflüssigkeit) an.
  • Kneipp-Behandlungen: weitere Infos dazu im Kneipp-Lexikon
  • Neuraltherapie: Hier setzt der Arzt gezielt ein Lokalanästhetikum ein: Er spritzt mit einer feinen Nadel ein niedrig dosiertes Betäubungsmittel (Procain) an der erkrankten Körperstelle. Das Mittel, welches übrigens auch Zahnärzte verwenden, fördert die Durchblutung und löst Blockaden.
  • Akupunktur / TCM: Therapeuten für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) setzen bei Migräne Akupunktur ein. Sie kombinieren die Behandlung mit Kräutern, Wärmeanwendungen sowie der chinesischen Massageform An-Mo/Tui-Na.
Anerkannte Therapeuten für Komplementärmedizin Kneipp-Lexikon

Möchten Sie mehr erfahren zu den verschiedenen Heilmethoden der Komplementärmedizin? Im Bereich Wissen finden Sie viele Informationen und Tipps rund ums Thema.

Alles Wissenswerte zur Komplementärmedizin

Attacke vorbeugen

Trotz intensiver Forschung ist Migräne noch nicht heilbar. Etwa 10 Prozent der Menschen in der Schweiz leiden wiederkehrend unter einem stechend-pulsierenden Schmerz auf der linken oder rechten Kopfseite. Frauen sind drei Mal häufiger betroffen. Auch Kinder zählen zu den Betroffenen. Betroffene leiden zusätzlich zu den Schmerzen an Übelkeit und Erbrechen, und gewisse Patienten erleben vor den eigentlichen Schmerzen eine Aura. Es kommt bei diesen Betroffenen zu Wahrnehmungsstörungen beim Sehen und Hören. Die Attacken dieser chronischen Erkrankung lassen sich jedoch mit vorbeugenden Massnahmen oft hemmen oder verhindern. Hierbei spielen die Auslöser, die sogenannten Triggerfaktoren, eine bedeutende Rolle. Diese sind von Patient zu Patient unterschiedlich. Häufig gehören Stress, emotionale Belastungen, bestimmte Nahrungs- und Genussmittel, das Wetter, Änderungen im Tagesrhythmus und bei der Frau hormonelle Schwankungen im Verlauf des Monatszyklus dazu. Wer seine individuellen Migräneauslöser kennt, kann versuchen, sie zu vermeiden. Führen Sie daher ein Kopfschmerztagebuch.

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Unsere Gesundheitsberaterinnen und -berater beantworten gerne Ihre Fragen. Sie erhalten schnell und unkompliziert Infos und praktische Ratschläge.

Wann zum Arzt?

Klären Sie länger andauernde Beschwerden ab, um eine schlimmere Erkrankung als Grund für die wiederkehrenden Kopfschmerzen auszuschliessen. Diese können auch durch eine Sehschwäche oder Fehlbelastungen im Kiefer entstehen. Der behandelnde Arzt oder Therapeut findet mit Ihnen gemeinsam die optimale Behandlung. Mit einem Kind sollten sie bei Migräne und chronischen Kopfschmerzen immer zum Arzt gehen.

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