Bluthochdruck, auch Hypertonie genannt, ist weit verbreitet. Er hat viele Folgen, welche sich unter Umständen auf die Lebensqualität auswirken. Deshalb ist es wichtig, mögliche Ursachen zu kennen und diesen entgegenzuwirken.
Von hohem Blutdruck ist dann die Rede, wenn der Druck, mit dem das Blut gegen die Gefässwände drückt, dauerhaft zu hoch ist. Aber was bedeutet das genau und wie unterscheidet sich hoher Blutdruck von normalem oder tiefem Blutdruck? Um das zu verstehen, schauen wir uns die Begriffe «systolisch» und «diastolisch» genauer an.
Der systolische Blutdruck ist der obere Blutdruckwert. Er beschreibt den Druck, der entsteht, wenn sich der Herzmuskel zusammenzieht und so sauerstoffreiches Blut in die Gefässe pumpt. Der diastolische Blutdruck, der untere Wert, entspricht dem Druck auf die Gefässe, wenn der Herzmuskel erschlafft. Bei Bluthochdruck liegt der obere Wert an mehreren Tagen bei 140 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) oder darüber und/oder der untere Wert bei mindestens 90 mmHg.
Zusätzliche Untersuchungen wie Blut- oder Urinanalysen sowie Ultraschalluntersuchungen der Nieren und des Herzens helfen in bestimmten Fällen, mögliche Ursachen oder Folgen von Bluthochdruck abzuklären.
Bluthochdruck verursacht verschiedene Beschwerden. Diese treten jedoch häufig gar nicht auf oder sind unspezifisch. Das heisst, sie kommen auch bei anderen Krankheiten vor. Viele Betroffene bemerken eine Hypertonie deshalb nicht und entdecken sie erst bei Routineuntersuchungen.
Mögliche Symptome von hohem Blutdruck sind:
Je länger Bluthochdruck unentdeckt bleibt, desto grösser ist das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ab einem Alter von 40 Jahren empfiehlt es sich deshalb, den Blutdruck einmal pro Jahr zu messen – auch wenn Sie sich gesund fühlen.
Wenn Sie Ihren Blutdruck zu Hause messen, deuten die folgenden Werte auf einen hohen Blutdruck hin:
Gut zu wissen: Der Blutdruck folgt dem Tagesrhythmus und ist morgens womöglich etwas höher als am Abend. Achten Sie deshalb darauf, Ihren Blutdruck immer zur gleichen Zeit und unter den gleichen Bedingungen zu messen. Das bedeutet: Messen Sie immer am selben Arm, in der gleichen Körperhaltung – idealerweise im Sitzen – und nach einer Ruhepause von einigen Minuten.
Es gibt zwei Arten von hohem Blutdruck: die primäre Hypertonie und die sekundäre Hypertonie. Die primäre Hypertonie hat keine klare Ursache und entwickelt sich langsam über viele Jahre. Die sekundäre Hypertonie hängt mit einer Erkrankung – etwa der Schilddrüse oder der Niere – oder einem Medikament zusammen.
Bei der primären Hypertonie spielt der Lebensstil eine wichtige Rolle: Eine unausgewogene Ernährung mit zu viel Salz, Fett und Zucker sowie Bewegungsmangel, Übergewicht, Alkohol- und Tabakkonsum begünstigen sie. Auch genetische Faktoren haben mitunter einen Einfluss, denn die Veranlagung zu Bluthochdruck ist vererbbar. Wenn Ihre Eltern oder Geschwister also hohen Blutdruck haben, ist Ihr Risiko möglicherweise erhöht. Auch chronischer Stress und psychische Belastungen tragen in manchen Fällen zu Bluthochdruck bei.
Gut zu wissen: In jüngeren Jahren sind Männer eher von Hypertonie betroffen als Frauen. Bei Frauen steigt das Risiko ab der Menopause.
Je früher Sie Bluthochdruck erkennen, desto besser. So lässt sich schnell handeln und Sie senken Ihr Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall.
Die richtige Therapie hängt von der Höhe Ihres Blutdrucks sowie Ihren persönlichen Risikofaktoren ab. Neben Medikamenten spielen Änderungen des Lebensstils eine wichtige Rolle bei Hypertonie. Mehr Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und weniger Stress tragen dazu bei, den Blutdruck zu senken. Zudem unterstützen sie eine medikamentöse Therapie oder helfen, diese zu vermeiden.
Wichtig: Bei deutlich erhöhten Blutdruckwerten oder bestehenden Herz‑, Nieren- oder anderen Erkrankungen wie Diabetes reicht eine nicht-medikamentöse Behandlung allein nicht aus. Es braucht eine ärztliche Betreuung und – je nach Blutdruckhöhe und persönlichen Risikofaktoren – Medikamente.
Eine salzarme Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse kann sich positiv auf den Blutdruck auswirken. Auch nitrathaltiges Gemüse wie Randen kann den Blutdruck unter Umständen positiv beeinflussen. Verzichten Sie zudem möglichst auf Alkohol und Nikotin.
Ausreichend Bewegung, insbesondere Ausdauersport wie Laufen, Schwimmen oder Velofahren, senkt den Blutdruck und stärkt das Herz-Kreislauf-System. Methoden zur Entspannung sowie bestimmte Atemtechniken können zudem helfen, Stress zu reduzieren und den Blutdruck auf diese Weise zu regulieren.
Ob mit oder ohne Bluthochdruck: Ausreichend Bewegung im Alltag ist wichtig für das Wohlbefinden. Integrieren Sie kurze Bewegungseinheiten in Ihren Tagesablauf – gehen Sie kurze Strecken beispielsweise zu Fuss oder fahren Sie mit dem Velo.
Wichtig: Sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin über Massnahmen wie diese. Er oder sie weiss am besten Bescheid, welche nicht-medikamentösen Ansätze in Ihrem Fall vorbeugend wirken und/oder eine medikamentöse Behandlung sinnvoll ergänzen.
Bei leichter Hypertonie ohne weitere Risikofaktoren reichen Änderungen am Lebensstil womöglich aus, um den Blutdruck zu senken. Werden die Zielwerte auf diese Weise nicht erreicht, ist eine langfristige medikamentöse Therapie erforderlich. Je nach Schweregrad des Bluthochdrucks und den persönlichen Risikofaktoren ist auch eine sofortige Behandlung mit Medikamenten nötig. Regelmässige Kontrollen sind unerlässlich, um den Behandlungserfolg zu überwachen und bei Bedarf Anpassungen vorzunehmen.
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Ist der Blutdruck dauerhaft zu hoch und bleibt lange unbemerkt, hat er womöglich unangenehme Folgen: Hypertonie schädigt die grossen und kleinen Blutgefässe und verursacht Durchblutungsstörungen. Dadurch steigt das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Durchblutungsstörungen betreffen in manchen Fällen nicht nur das Herz, sondern auch andere Organe wie die Nieren. Das Gehirn kann ebenfalls betroffen sein, was mitunter zu kognitiven Störungen führt.
Bluthochdruck lässt sich in den Griff bekommen. Bewegen Sie sich regelmässig, ernähren Sie sich ausgewogen und lassen Sie Ihre Werte kontrollieren. Führen Sie zudem eine verordnete medikamentöse Therapie konsequent durch, wenn diese notwendig ist. So senken Sie Ihr Risiko für schwere Folgeerkrankungen und gewinnen Lebensqualität.
Sabrina Stollberg ist Fachärztin für Allgemeinchirurgie FMH und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Team Gesundheitswissenschaften bei Helsana. Sie stand dem Redaktionsteam bei diesem Artikel beratend zur Seite.
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