Ist Sport bei Hitze gesund? Ab welcher Temperatur sollten Sie auf Sport verzichten? Erfahren Sie mehr über Sport im Sommer und mit welche Tipps Sie auch an heissen Tagen sicher Joggen, Velofahren und im Fitnessstudio trainieren..
Hitze ist eine ernstzunehmende Gefahr für Menschen, Tiere und Umwelt. Hohe Temperaturen belasten unsere Gesundheit und schränken unsere Leistungsfähigkeit ein. Was aber ist Hitze eigentlich, warum ist Sport bei Hitze anstrengend und wie bleiben Sie im Sommer aktiv, ohne Ihre Gesundheit zu gefährden?
Hitze beschreibt das unangenehme Empfinden, das viele Menschen bei zu hoher Lufttemperatur haben. Hohe Temperaturen und lange Hitzeperioden sind eine Belastung für unseren Körper und unsere Gesundheit. Sie führen unter Umständen zu Herz-, Kreislauf- und Atemwegserkrankungen und mindern die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit.
Fachpersonen kennen fünf Gefahrenstufen, um die Hitzegefahr zu bestimmen:
Die Kombination von Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit macht unserem Körper besonders zu schaffen. Der Grund: Menschen sind auf eine gleichbleibende Körpertemperatur von 36 bis 39 Grad angewiesen. Deshalb schwitzen wir, wenn es heiss ist, oder wenn wir körperlich aktiv sind. Verdunstet der Schweiss, kühlt sich der Körper ab. Ist die Luftfeuchtigkeit hoch, verdunstet der Schweiss jedoch kaum noch und die Kühlung bleibt aus.
Viele Menschen sind gerne und regelmässig körperlich aktiv, auch bei warmen Temperaturen. Im Sommer ist Sport jedoch häufig anstrengender als im Frühling oder Herbst. Das hat verschiedene Gründe:
Gut zu wissen: Auch wenn Sport bei Hitze anstrengender ist als bei kühleren Temperaturen, verbraucht der Körper nicht wesentlich mehr Kalorien. Wir schwitzen zwar mehr und senken dadurch womöglich das Gewicht. Das aber nur, weil wir viel Flüssigkeit verlieren. Wenn wir diese wieder aufnehmen, erhöht sich das Gewicht wieder.
Einige Menschen empfinden Sport ab 27 Grad bereits als belastend. Andere wiederum sind auch bei 30 Grad noch gerne aktiv. Entscheidend ist, wie stark Ihr Körper schwitzt und wie gut er Wärme ausgleicht. Ab 30 Grad empfehlen Fachpersonen jedoch, das Training zu verkürzen und die Intensität zu senken. Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen verzichten ab 25 Grad besser auf Sport. Für Kinder und Jugendliche gibt es keine feste Temperaturgrenze. Etwa ab 30 Grad und bei hoher Luftfeuchtigkeit ist die Hitzebelastung jedoch auch für sie ein Risiko.
Egal, ob Kinder, Jugendliche oder Erwachsene: Achten Sie auf jeden Fall darauf, genügend zu trinken, wenn Sie im Sommer Sport treiben. Brechen Sie das Training sofort ab, wenn Sie folgende Warnzeichen wahrnehmen: Gänsehaut oder Kältegefühl trotz Hitze, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Verwirrtheit oder Desorientierung, ungewöhnlicher Leistungsabfall, Herzrasen oder Krämpfe. Begeben Sie sich in den Schatten, kühlen Sie den Körper und versorgen Sie ihn mit Elektrolyten. Wählen Sie den Notruf, wenn ein Verdacht auf Hitzschlag besteht. Wie Sie einen Hitzschlag erkennen, lesen Sie weiter unten.
Beim Sport bei hohen Temperaturen treten gelegentlich folgende Beschwerden auf:
Es gibt mehrere Tipps, die helfen, Sport im Sommer gut zu vertragen. Sie gelten unabhängig von der Sportart:
Sport bei 30 Grad oder mehr ist nicht wirksamer als bei kühleren Temperaturen. Wenn Sie jedoch regelmässig bei hohen Temperaturen körperlich aktiv sind, vertragen Sie die Hitze mit der Zeit womöglich besser. Dieser Vorgang heisst Akklimatisation und dauert sieben bis 14 Tage. Dabei passt sich der Körper schrittweise an die Hitze an. Er schwitzt früher und stärker und verbessert die Durchblutung. Dadurch bleibt die Körpertemperatur stabiler und die Belastung fällt leichter. Starten Sie mit kurzen, moderaten Trainingseinheiten bei Wärme, idealerweise morgens oder abends. Steigern Sie Dauer und Intensität langsam. Ausreichendes Trinken und Pausen unterstützen den Prozess. Achten Sie zudem auf ein ausgewogenes Training: Kombinieren Sie moderate Bewegung mit Ausdauersport und Krafttraining.
Grundsätzlich sind alle Sportarten möglich, solange Sie sich vor der Hitze schützen. Im Folgenden erfahren Sie, was bei einzelnen Sportarten wie Joggen, Velofahren oder im Fitnessstudio zu beachten ist.
Für ein längeres Lauftraining nehmen Sie am besten einen kleinen Rucksack oder eine Bauchtasche mit, die genügend Platz für ein Getränk bietet. Bedecken Sie Ihren Kopf mit einem Tuch oder einer Kappe, wenn Sie auf sonnigen Strecken laufen. Auf schattigen Strecken, beispielsweise im Wald, verzichten Sie besser auf eine Kopfbedeckung. Denn der Körper gibt einen Grossteil der Wärme über den Kopf ab. Kühlen Sie Ihren Körper ab, bevor Sie joggen – beispielsweise, indem sie duschen oder ein angefeuchtetes Shirt anziehen. Dadurch senken Sie Ihre Kerntemperatur, schwitzen weniger schnell und verlieren erst später Flüssigkeit. Mindern Sie ausserdem das Tempo und die Dauer Ihrer Einheit und verzichten Sie auf intensive Intervalle.
Klimatisierte Fitnessstudios bieten sich besonders für Sport im Sommer an. Es gibt keine direkte Sonneneinstrahlung und keine hohen Temperaturen und für die Pausen brauchen Sie keinen schattigen Platz zu suchen. Ausserdem sind andere Menschen in der Nähe, falls Sie Beschwerden haben. Vergessen Sie dennoch nicht, Pausen einzulegen und achten Sie darauf, sich nicht zu überlasten.
Gibt es in Ihrem Fitnessstudio keine Klimaanlage, sorgt idealerweise eine gute Belüftung für Ausgleich. Fehlt auch diese, steigt die Belastung beim Training deutlich. Achten Sie in solchen Situationen besonders auf Ihren Körper und verzichten Sie auf intensive Trainingseinheiten.
Kopf und Nacken reagieren empfindlich auf Sonne. Tragen Sie auf dem Velo daher eine Kappe oder einen Hut. Unter dem Helm schützt ein dünnes Tuch und ein leicht feuchtes Halstuch kühlt zusätzlich. Strecken durch Wälder oder entlang von Flüssen sind kühler als sonnige Routen. Sind Sie länger unterwegs, schauen Sie vorab nach Pausenplätzen und öffentlichen Wasserstellen. Prüfen Sie unterwegs Ihr Velo: Reifen, Bremsen und Beleuchtung reagieren womöglich empfindlich auf Hitze. Besitzen Sie ein E-Bike, stellen Sie dieses immer im Schatten ab und entnehmen Sie den Akku. Denn auch dieser ist hitzeempfindlich.
Wählen Sie Aufstiege über die Nord- oder Westseite, wenn Sie an sonnigen Tagen in den Bergen wandern. Dort ist es vormittags schattiger. Achten Sie zudem auf die Wettervorhersage. In den Bergen ändert sich das Wetter mitunter rasch und bei hohen Temperaturen sind Gewitter häufig. Planen Sie daher Notabstiege ein. Auch ausreichender Sonnenschutz (Kappe oder Hut sowie Sonnencreme) ist unverzichtbar. Denn mit steigender Höhe nimmt die Sonnenstrahlung zu.
Die Pausen, die beim Tennis vorgesehen sind – etwa, wenn die Spieler und Spielerinnen die Seiten wechseln, – sind bei Hitze von Vorteil. Sie bieten sich an, um sich zwischendurch auszuruhen. Verlängern Sie diese Erholungszeiten, wenn nötig. Verschieben Sie Wettkämpfe auf Tage oder Tageszeiten, für die weniger hohe Temperaturen vorhergesagt sind.
Planen Sie bei Hitze feste Pausen in Ihr Fussballtraining ein. Das Gleiche gilt bei Spielen: Hier sind ein bis zwei zusätzliche Trinkunterbrechungen pro Halbzeit angebracht. Besprechen Sie das am besten vorab mit dem gegnerischen Team. Kühlen Sie sich in der Pause mit kalten Tüchern, Eiswickeln oder kurzen Bädern ab. Bei sehr hohen Temperaturen ist auch eine verkürzte Spielzeit sinnvoll.
An heissen Tagen ist sanftes Yoga eine gute Wahl. Üben Sie sich beispielsweise in beruhigenden Atemtechniken, dehnen Sie sich leicht oder bewegen Sie sich entspannt. Verzichten Sie hingegen auf lange Stützpositionen oder intensive Bewegungen. Auch der Ort spielt eine Rolle: Suchen Sie einen schattigen, luftigen Platz oder rollen Sie die Matte im kühlen Keller aus – je nachdem, was für Sie angenehm ist.
Viele Menschen zieht es im Sommer ins Wasser. Doch der Temperaturunterschied fordert den Körper mitunter stark. Beim Sprung ins kalte Nass verengen sich die Gefässe plötzlich und der Blutdruck schnellt nach oben. Das belastet Kreislauf und Herz. Geben Sie Ihrem Körper deshalb Zeit: Duschen Sie sich vorher kühl ab, gehen Sie langsam ins Wasser und tauchen Sie Arme und Oberkörper nacheinander ein. So gewöhnen Sie den Körper schrittweise an die kühle Temperatur.
Auch eine Unterkühlung ist möglich: Wenn Sie lange im Wasser bleiben, braucht der Körper viel Energie, um die Organe zu versorgen. In der Folge verlieren die Muskeln an Kraft und es ist anstrengender, zum Ufer zurückzuschwimmen. Verlassen Sie das Wasser daher rechtzeitig, trocknen Sie sich gründlich ab und wärmen Sie sich, falls Sie zittern.
Tipp: Einige Schwimmbäder bieten Kurse wie Aqua-Jogging oder Wassergymnastik an. Damit sind Sie auch bei Hitze aktiv und kühlen sich gleichzeitig ab.
Mit den richtigen Tipps ist Trainieren bei Hitze möglich. Achten Sie auf ausreichend Flüssigkeit, planen Sie Pausen ein und wählen Sie eine geeignete Tageszeit. Gut zu wissen: Babys, Kinder, ältere Menschen, Schwangere sowie Personen mit Vorerkrankungen reagieren empfindlicher auf Hitze. Beim Sport im Sommer gilt für sie besondere Vorsicht und eine angepasste Belastung.
Die Expertin stand dem Redaktionsteam bei diesem Artikel beratend zur Seite. Andrea Bovisi (Ernährungsberaterin BSc BFH) arbeitet in der Helsana-Gesundheitsberatung. Sie unterstützt Kundinnen und Kunden bei Fragen rund um Ernährung und Gesundheitsförderung.
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