Ein Sprung ins kühle Wasser gehört für viele zum Sommer. Ob im See oder im Schwimmbad: Es gibt Risiken. Strömungen oder Selbstüberschätzung sind gefährlich. Wer die wichtigsten Baderegeln kennt, badet sicher und entspannt.
Baderegeln helfen, Unfälle im und am Wasser zu vermeiden. Wer sie kennt und beachtet, trägt wesentlich zur eigenen Sicherheit und zur Sicherheit anderer bei. Die 6 Regeln der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft SLRG gelten als Standard für sicheres Verhalten im Schwimmbad oder beim Baden in See und Fluss.
Schwimmen sorgt im Sommer nicht nur für eine angenehme Abkühlung, sondern hat auch einen positiven Effekt auf die Gesundheit. Schwimmen ist eine ganzheitliche Ausdauer- und Kraftsportart, die mehrere gesundheitliche Effekte kombiniert:
Hinweis: Schwimmen ist auch ein idealer Einstiegssport bei Übergewicht. Es ist gelenkschonend, da im Wasser der Auftrieb einen grossen Teil des Körpergewichts trägt. Knie, Hüften und Rücken werden deutlich entlastet.
Wichtig: Langsam starten, realistische Ziele setzen und auf das eigene Körpergefühl achten. Bei starken Beschwerden oder Vorerkrankungen vorher ärztlichen Rat einholen.
Wenn die Temperaturen steigen, wird das Schwimmbad für viele zum perfekten Ort: Ab ins kühle Nass, mit Freunden herumtoben und zwischendurch eine Glace geniessen. Tanya Randegger von der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft SLRG, einer Rettungsorganisation des Schweizerischen Roten Kreuzes, gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen zu den Themen Sicherheit und Verhaltensregeln in der Badi.
Bademeisterinnen und Bademeister leisten einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit in Hallen- und Freibädern. Ihre Präsenz wirkt auch präventiv: Sie beobachten das Geschehen und greifen ein, bevor etwas passiert. Die Verantwortung für die Kinder bleibt aber in jedem Fall bei deren Aufsichtspersonen. Trotzdem kommt es immer wieder vor, dass Eltern ihre Kinder aus den Augen verlieren – etwa, weil sie auf der Liegewiese ins Handy vertieft sind. Dabei kann Ertrinken sehr schnell und nahezu lautlos geschehen. Gerade bei grossem Andrang ist es für das Badpersonal aber unmöglich, alle Badegäste gleichzeitig im Blick zu behalten. Deshalb gilt klar: Für die Aufsicht über ihre Kinder tragen die Eltern oder Aufsichtspersonen die volle Verantwortung.
Nein, überhaupt nicht. Auch die besten Schwimmer können ertrinken.
Es sind insgesamt 15 Wasserkompetenzen definiert, die es braucht, um Ertrinken verhindern zu können. Schwimmen können ist nur eine davon. Auch die besten Schwimmer sollten immer wachsam sein im Wasser. Wer sich zu sicher fühlt, geht oft höhere Risiken ein und bringt sich damit in Gefahr.
Das Gefahren- und Risikobewusstsein entwickelt sich bei Kindern schrittweise. Erst im Alter von etwa acht bis zwölf Jahren sind sie in der Lage, Gefahren zu erkennen und Risiken einzuschätzen. Eine verlässliche, vorausschauende Risikoeinschätzung entwickelt sich jedoch erst im späteren Kindes- und Jugendalter.
Jedes Kind entwickelt sich individuell. Ein allgemein gültiges Alter anzugeben oder zu empfehlen, würde dem keine Rechnung tragen. Es ist wichtig, dass Kinder das Wasser kennenlernen und auch lernen, sich darin zu bewegen. Ein Schwimmkurs kann dabei unterstützen und Sicherheit, Koordination und Selbstvertrauen fördern. Es werden bereits im Babyalter Schwimmkurse angeboten. Hier geht es nicht um Schwimmkompetenzen, sondern um Wassergewöhnung. Wirklich schwimmen lernen kann man aus körperlichen und kognitiven Gründen erst mit fünf oder sechs Jahren. Schwimmen können reicht noch nicht aus, um sich im und auf dem Wasser gefahrlos bewegen zu können.
Helsana unterstützt Bewegungsangebote für Kinder. Wir beteiligen uns an den Kosten im Rahmen der Gesundheitsförderung. Wenn Sie für Ihr Kind die Zusatzversicherung SANA oder COMPLETA abgeschlossen haben, übernehmen wir jeweils 75% des Rechnungsbetrages – bis maximal 200 Franken pro Kalenderjahr. Aus COMPLETA PLUS übernehmen wir zusätzlich zu den Leistungen aus COMPLETA weitere 75% des übersteigenden Rechnungsbetrages bis maximal 200 Franken pro Kalenderjahr. Der Maximalbetrag bei COMPLETA PLUS gilt für alle Bereiche der Gesundheitsförderung zusammen. Mit COMPLETA PLUS erhalten Sie zudem 75% des Rechnungsbetrages für Baby- und Kinderschwimmkurse bis maximal 100 Franken pro Kalenderjahr. Diese Leistung gilt für versicherte Kinder bis zum Ende des Kalenderjahres, in dem sie das 5. Lebensjahr vollenden.
Hinweis: Die Kostenübernahme gilt jeweils nur für anerkannte Kurse und Anbieter.
Der Wassersicherheitscheck bietet eine gute Orientierung, ob jemand bereit ist für sicheres Baden ohne Begleitung. Beim Wassersicherheitscheck geht es darum, dass man sich nach einem Sturz ins Wasser (simuliert durch einen Purzelbaum ins Wasser) eine Minute über Wasser halten kann. Diese Zeit soll dazu dienen, dass man sich im Wasser einen Überblick verschaffen und sich orientieren kann. Anschliessend muss man 50 Meter schwimmen. Ein sicherer Schwimmer kann die Risiken richtig einschätzen, geht mit gesundem Menschenverstand ins Wasser und kann sich jederzeit selbst sicher ans Ufer oder an den Rand bewegen – auch in unvorhergesehenen Situationen. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass sich eine Person in allen Gewässern sicher bewegen kann. Besonders in offenen Gewässern spielen weitere Risikofaktoren eine Rolle. Eine eindeutige Definition eines sicheren Schwimmers ist deshalb schwierig.
Je nach Intensität ist Schwimmen ein richtig effektiver Fettverbrenner. Der Kalorienverbrauch hängt dabei aber stark von Schwimmstil, Intensität, Körpergewicht und Technik ab. Beim Kraulen werden mehr Kalorien verbrannt als beim Brustschwimmen. Erwachsene mit einem Gewicht von 70 bis 80 Kilogramm verbrennen in 30 Minuten bei moderater Anstrengung durchschnittlich 200 bis 350 Kalorien, bei hoher Intensität und Tempo lassen sich in dieser Zeit bis zu 500 Kalorien verbrennen.
In der Natur herrschen andere Bedingungen als im Hallenbad. Beim Baden in See oder Fluss sollten zusätzliche Risiken berücksichtigt werden. Neun von zehn Ertrinkungsunfällen ereignen sich in freien Gewässern. Daher ist statistisch gesehen Baden im See gefährlicher als im Schwimmbad. Trotzdem steht dem Badespass nichts in Weg. Auch hier kann man sich schützen, indem man einige Grundregeln beachtet. Das sind die typischen Gefahren beim Schwimmen in Fluss oder See:
Sichtbarkeit: In offenen Gewässern ist die Sicht oft eingeschränkt. Trübes Wasser, Wellen oder starke Spiegelungen können Distanzen und Gefahren schwer erkennbar machen. Auch Boote oder Wassersportgeräte sehen Badende teilweise erst spät. Halten Sie sich möglichst nahe am Ufer auf und achten Sie auf gute Sichtbarkeit, zum Beispiel durch helle Badekleidung, eine helle Badekappe und eine Schwimmboje.
Auftrieb: Der Auftrieb im Wasser kann täuschen. Kaltes Wasser, Müdigkeit oder schwere Kleidung können dazu führen, dass das Schwimmen schneller anstrengend wird als erwartet. Verlassen Sie sich nicht darauf, dass der Körper immer ausreichend getragen wird, besonders bei längeren Strecken oder ungewohnten Bedingungen.
Strömungen: Schwimmen Sie niemals gegen eine Strömung an, da dies sehr viel Kraft kostet. Lassen Sie sich mit der Strömung treiben und versuchen Sie, leicht schräg in Richtung Ufer zu schwimmen. Auch wenn Sie dabei zunächst weiter abgetrieben werden, ist dies die sicherste Art, um wieder an Land zu kommen.
Erschöpfung: Kälte, Strömungen oder lange Aufenthalte im Wasser können rasch zu Erschöpfung führen. Bleiben Sie ruhig und drehen Sie sich bei starker Müdigkeit auf den Rücken – diese Lage hilft, Energie zu sparen. Bei Krämpfen versuchen Sie, den betroffenen Muskel im Wasser vorsichtig zu dehnen, und steuern Sie so bald wie möglich das Ufer an.
Wetter: Schon ein einzelner Blitz kann lebensbedrohlich sein. Wasser leitet Strom sehr gut. Verlassen Sie bei Gewitter sofort das Wasser. Auch starker Wind kann gefährlich werden, da er Wellen erzeugt und Badende vom Ufer wegtreiben kann. Wetterumschwünge treten an Seen oft überraschend schnell auf.
Badepausen machen: Auch im Sommer kühlt der Körper im Wasser aus, besonders bei Kindern. Gehen Sie lieber mehrmals kurz ins Wasser und legen Sie dazwischen Aufwärmpausen an Land ein. So bleibt der Kreislauf stabil und das Risiko einer Unterkühlung sinkt.
Achtung vor Verletzungsgefahr: Prüfen Sie vor jedem Sprung ins Wasser, ob das Wasser tief genug ist. Steine, Äste oder flache Stellen sind in offenen Gewässern oft schwer zu erkennen. Springen Sie nur dort ins Wasser, wo die Tiefe sicher bekannt und ausreichend ist.
Eigensicherung geht vor Rettung. Springen Sie nicht unüberlegt ins Wasser, um eine ertrinkende Person zu retten. Sie wird versuchen, sich festzuhalten, auch an Helfenden. So können Sie selbst unter Wasser gezogen werden. Deshalb sollten Sie von einem sicheren Standort aus helfen.
Nutzen Sie Hilfsmittel wie einen Rettungsring, ein Seil oder schwimmfähige Gegenstände. Dazu gehören zum Beispiel eine Luftmatratze oder ein Surfbrett. Die verunfallte Person kann sich festhalten und ans Ufer ziehen lassen.
Bei Badeunfällen gelten die üblichen Erste-Hilfe-Regeln. Wählen Sie im Notfall sofort den Notruf. Leisten Sie Hilfe nur, wenn Sie sich dabei nicht selbst gefährden.
Neben Ertrinkungsunfällen kommt es beim Baden auch immer wieder zu Schnittverletzungen. Ursachen sind zum Beispiel Steine oder Glasscherben. Verlassen Sie in diesem Fall das Wasser, um Nachblutungen zu vermeiden. Spülen Sie die Wunde gründlich. Üben Sie bei stärkeren Blutungen Druck aus. Decken Sie die Verletzung sauber ab. Bei tiefen, stark blutenden oder verschmutzten Wunden ist ärztliche Hilfe nötig.
Ein Tag am See oder im Freibad und das Schwimmen im Wasser tun Körper und Geist gut. Damit der Badeplausch sicher bleibt, lohnt es sich, die Baderegeln zu beachten. Auf längeren Schwimmstrecken gibt eine Boje zusätzliche Sicherheit, genauso wie das Schwimmen zu zweit. Kinder sollten am Wasser immer gut beaufsichtigt werden.
Die Expertin stand dem Redaktionsteam bei diesem Artikel beratend zur Seite. Julia Pieh (Doktorin der Pharmazie und Toxikologie, Apothekerin, Naturheilpraktikerin) arbeitet in der Helsana-Gesundheitsberatung.
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