Stundenlanges Sitzen und wenig Bewegung im Alltag führen zu Bewegungsmangel. Er kann Ihre Gesundheit stark belasten. Hier erfahren Sie, warum Bewegung so wichtig ist und wie Sie aktiv gegen Bewegungsmangel vorgehen.
Bewegungsmangel entsteht, wenn Sie sich im Alltag zu wenig bewegen und viel sitzen. Das ist für den Körper ungünstig. Langfristig kann es sogar die Lebenserwartung senken.
Um langfristig von den positiven Effekten eines aktiven Lebensstils zu profitieren, empfehlen das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und das Bundesamt für Sport (BASPO) eine regelmässige, ausdauerbetonte körperliche Aktivität im mittleren Intensitätsbereich sowie ein kräftigendes Training an mindestens zwei Tagen pro Woche. Lange, sitzende Tätigkeiten sollten regelmässig unterbrochen werden.
Langes Sitzen im Berufs‑ oder Schulalltag sowie lange Bildschirmzeiten in der Freizeit begünstigen Inaktivität. Zeitmangel, Stress und fehlende Motivation führen zusätzlich dazu, dass Bewegung im Alltag häufig ausbleibt.
Muskeln bauen ab, wenn sie nicht regelmässig beansprucht werden. Weitere Symptome von Bewegungsmangel sind Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Muskelschwäche, Rückenschmerzen oder Verspannungen. Auch sinken die mentale Leistungsfähigkeit und die Stressresistenz. Hält Bewegungsmangel über längere Zeit an, nehmen die gesundheitlichen Folgen zu. Dazu gehören unter anderem:
Bewegung wirkt nicht nur körperlich, sondern auch psychisch. Kurze Bewegungspausen reduzieren Stress, verbessern die Stimmung und steigern die Konzentration. Sport macht erwiesenermassen glücklich. Studien bestätigen, dass bei sportlichen Aktivitäten Glückshormone freigesetzt werden, und diese versetzten uns in den Gute-Laune-Modus.
Regelmässige Bewegung hat ausserdem eine positive Wirkung auf die Schlaf- und Lebensqualität sowie auf unsere mentale Leistungsfähigkeit beispielsweise im Zusammenhang mit Konzentration, Fokus oder die Flexibilität im Denken. Bewegungsmangel hingegen kann depressive Verstimmungen begünstigen.
Bewegungsmangel beginnt häufig bereits in der Kindheit. Bewegungsmangel in der Kindheit kann die körperliche und psychische Entwicklung beeinträchtigen und das Risiko für Übergewicht erhöhen.
Bewegung wirkt sich grundsätzlich positiv auf die Gesundheit aus. Ein gesundheitlicher Nutzen entsteht vor allem dann, wenn die Intensität ausreichend hoch ist. Von mittlerer Intensität spricht man, wenn die Atmung schneller wird, der Puls ansteigt und eine spürbare Anstrengung vorhanden ist, Gespräche aber weiterhin möglich sind. Bei hoher Intensität kommt man deutlich ins Schwitzen, und es können nur noch kurze Wortwechsel geführt werden.
Die empfohlene Bewegungsmenge hängt von Alter und Gesundheitszustand ab.
Säuglingen sollte man mehrmals am Tag die Gelegenheit für freie Bewegung in einer altersgerechten Umgebung bieten. So fördert man den natürlichen Bewegungsdrang.
Kleinkinder und Kinder im Vorschulalter sollten mindestens drei Stunden täglich körperlich aktiv sein. Die Intensität der Aktivitäten kann dabei vernachlässigt werden.
Kinder bewegen sich in der Regel gerne und man sollte ihnen keine Grenzen setzen. Kinder und Jugendliche sollten sich mindestens eine Stunde pro Tag bewegen. Dies mehrmals pro Woche mit mittlerer und höherer Intensität. Junge Menschen absolvieren idealerweise ein möglichst vielseitiges Bewegungsprogramm mit spielerischen Elementen. Neben Ausdauer und Kraft sollten sie auch Beweglichkeit und Geschicklichkeit trainieren.
Bei Erwachsenen gilt es, die Ausdauer zu verbessern und die Muskeln zu kräftigen. Dazu sollten Sie sich mindestens 150 bis 300 Minuten Bewegung pro Woche mit mittlerer Intensität verschaffen. Zum Beispiel mit zügigem Spazierengehen, Velofahren, Tanzen oder Gartenarbeit. Wer weniger Zeit investieren kann, bewegt sich 75 Minuten pro Woche mit hoher Intensität. Sie können die Bewegungsintervalle auch auf mehrere Tage pro Woche verteilen. Ergänzen Sie diese Sporteinheiten mit Krafttraining an zwei oder mehr Tagen, beispielsweise Krafttrainingsübungen, kräftiges Arbeiten im Garten oder bewusst Treppensteigen, um die Beinkraft zu trainieren.
Verläuft die Schwangerschaft ohne Probleme, gelten zweieinhalb Stunden Bewegung pro Woche mit mittlerer Intensität als Richtwert. Frauen, die bereits vor der Schwangerschaft aktiv waren, können ihren gewohnten Bewegungsumfang so lange weiterführen, wie sie sich dabei wohlfühlen. Bei Unsicherheiten oder Vorerkrankungen sollten Sie sich mit Ihrem Gynäkologen abstimmen.
Bewegung hält ältere Menschen lange mobil und ermöglicht ihnen so ein unabhängiges Leben.
Dabei müssen Sie nicht Spitzensportlerinnen nacheifern. Die grösste positive Gesundheitswirkung haben mindestens 150 bis 300 Minuten ausdauerorientierte Bewegung mit mittlerer Intensität (zum Beispiel Velofahren, Garten- und Hausarbeit etc.) oder mindestens 75 bis 150 Minuten mit hoher Intensität (zum Beispiel Schwimmen, Skilanglaufen und Herz-Kreislauf-Training) wöchentlich. Zusätzlich sind an zwei oder mehr Tagen Kraft- und Gleichgewichtsübungen sinnvoll, die alle Hauptmuskelgruppen einbeziehen.
Für Personen mit Vorerkrankungen oder körperlichen Einschränkungen empfiehlt sich vor dem Einführen einer neuen Bewegungsroutine eine individuelle Beratung durch eine Fachperson.
Sie können viel dafür tun, um mehr Bewegung in Ihren Alltag zu bringen. Bereits einfache Aktivitäten wie Treppensteigen, kurze Spaziergänge oder bewusst längere Wege wirken positiv. Kurze Bewegungseinheiten verbessern die Gesundheit messbar, insbesondere bei Menschen, die zuvor kaum aktiv waren. Bewegen Sie sich bereits regelmässig? Dann ist ein gezieltes Training entsprechend den WHO-Mindestempfehlungen besonders gesundheitsfördernd. Langes Sitzen ist ein eigenständiger Risikofaktor.
Bewegung wird zur Gewohnheit, wenn sie regelmässig in ähnlichen Alltagssituationen stattfindet.
Entscheidend ist nicht die Dauer, sondern die Wiederholung. Besonders gut gelingt dies, wenn Bewegung gut in den Alltag passt. Positive Erlebnisse unterstützen diesen Prozess. Was Freude macht, bleibt langfristig eher bestehen. Auch das soziale Miteinander wirkt motivierend. Gemeinsames Training oder Vereinssport stärkt die Bindung. So ergänzen sich soziale Nähe und Bewegung sinnvoll.
Kinder profitieren besonders davon, früh Bewegung zu erleben. Was sie im Kindesalter lernen, übernehmen sie leichter ins Erwachsenenleben.
Die Ernährung beeinflusst, wie energiegeladen wir uns im Alltag fühlen. Stark verarbeitete und energiereiche Lebensmittel können träge machen. Das senkt oft die Lust auf Bewegung.
Auch viel Zucker kann zu Energieschwankungen führen. Dadurch wirkt körperliche Aktivität weniger attraktiv. Kommt diese Ernährungsweise mit wenig Bewegung zusammen, entsteht leicht ein Kalorienüberschuss.
Verbinden Sie Ihren Fitness-Tracker mit der Helsana+ App und verwandeln Sie Ihre Bewegung in wertvolle Punkte. Die gesammelten Punkte können Sie gegen Bargeld einlösen, in Gutscheine ausgewählter Partner umwandeln oder spenden. Helsana+ ist kompatibel mit Apple Health (iOS), Google Fit (Android), Fitbit, Garmin, Polar, Withings und Suunto.
Sobald erste Bewegungsroutinen in den Alltag integriert wurden, lohnt es sich, den sportlichen Ausbau fortzusetzen.
Suchen Sie sich dafür im Bereich Ausdauer und Kraft Sportarten, die Spass machen und Ihren Bedürfnissen entsprechen. So fällt es Ihnen deutlich leichter, am Ball zu bleiben.
Bewegungsmangel ist in allen Altersgruppen weit verbreitet. Dabei lässt sich durch regelmässige Aktivitäten das Risiko für viele chronische Erkrankungen deutlich senken. Entscheidend sind nicht Höchstleistungen, sondern ausreichende Intensität und Regelmässigkeit. Wer Bewegung bewusst in den Alltag integriert, stärkt nicht nur die körperliche, sondern auch die mentale Gesundheit nachhaltig.
Die Expertin stand dem Redaktionsteam bei diesem Artikel beratend zur Seite. Astrid Gabriel ist Physiotherapeutin, Psychologische Beraterin und Coach. Sie arbeitet in der Helsana-Gesundheitsberatung und unterstützt Kundinnen und Kunden bei Fragen rund um das Thema Lebenshilfe.
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