Übersicht

So gelingt die Work-Life-Balance

Arbeit, Familie, Freunde, Hobbys – nur wenn alle Bereiche unseres Lebens ausgeglichen sind, geht es uns gut. Stimmt Ihre Work-Life-Balance noch? Tipps, Kurzcheck und Anregungen für Ihr Gleichgewicht.

Work-Life-Balance bezeichnet einen Zustand, in dem Arbeit und Privatleben miteinander in Einklang stehen. Der Begriff hat sich etabliert, obwohl er nicht unumstritten ist: Die Gegenüberstellung von Work (englisch für Arbeit) und Life (englisch für Leben) suggeriert, dass das eigentliche Leben ausserhalb der Arbeit stattfindet. So spricht etwa die Gesundheitsförderung Schweiz von «Life-Domain-Balance», auf Deutsch: Gleichgewicht der Lebensbereiche. Ziel ist also, alle Bereiche im Leben zu pflegen und die persönlichen Ressourcen zu stärken.

Work-Life-Balance: Sind alle Lebensbereiche im Einklang mit Ihren Bedürfnissen oder frisst Sie ein Thema komplett auf?

Ausgleich ist zentral für unser Wohlbefinden. Wir brauchen freie Zeit für persönliche Interessen, soziale Kontakte, Entspannung. Ein perfektes Verhältnis von Beruf und Privat gibt es jedoch nicht. Es ist ein individuelles Gefühl: So, wie es ist, stimmt es für mich und belastet mich nicht.

Wenn wir aus dem Gleichgewicht geraten, wird der Alltag zur Belastung. Das macht auf Dauer psychisch und körperlich krank: Herz-Kreislauf-Krankheiten, Depressionen, Burnout, Angststörungen, Hirninfarkt. Auch Schlafstörungen, Kopf- und Rückenschmerzen oder Magenprobleme können ein Indiz sein. Nehmen Sie solche Signale nicht auf die leichte Schulter. Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt darüber.

Kurzcheck für Ihre Work-Life-Balance

Anzeichen für ein Ungleichgewicht sind:

  • Das Gefühl, nie genug Zeit zu haben
  • Grosser Druck und Stress
  • Gute Beziehungen oder Partnerschaft kommen zu kurz
  • Psychosomatische Beschwerden wie Kopf-, Magen- und Rückenschmerzen
  • Innere Leere, Sinnlosigkeit
  • Veränderung im persönlichen Verhalten (z.B. gereizt sein, zynisch, vergesslich, sich einigeln)

Beruf und Privatleben unter einen Hut zu bringen, ist nicht immer einfach. Arbeitet man zu viel, kommen Partner, Familie und Sport zu kurz. Macht man stets pünktlich Feierabend, bleibt womöglich Arbeit liegen und Termine sind gefährdet. Doch niemand kann alles gleichzeitig erledigen und allen Erwartungen gerecht werden, sei es den eigenen oder den fremden. Die meisten Menschen neigen dazu, sich in Drucksituationen verstärkt auf den Job zu konzentrieren. Wir tun uns schwerer damit, im Arbeitsalltag etwas zu ändern. Viel einfacher ist es, das Sporttraining sausen zu lassen oder den Kinoabend zu verschieben. Kurzfristig mag das funktionieren. Wer im Dauerstress verharrt und keinen Ausgleich in Form von sozialen Kontakten und anderen erholsamen Erlebnissen hat, wir dadurch seine Leistungsfähigkeit verlieren. Das rächt sich nicht nur im Job.

Haben Sie noch Zeit für Ihre Freunde?

Erfolg und Wohlbefinden müssen sich jedoch nicht ausschliessen, wenn wir Prioritäten setzen, unsere Aufgaben wie auch Auszeiten planen, Pflichten untereinander aufteilen und ganz wichtig: lernen, positiv mit Stress umzugehen. Diese sieben Bewältigungsstrategien helfen Ihnen dabei. Auch gezielte Entspannungsmethoden stärken das innere Gleichgewicht.

Work-Life-Blending: Arbeit und Freizeit vermischen sich

Flexibilität und Mobilität prägen die heutige Arbeitswelt. Neue Technologien und Arbeitszeitmodelle erlauben es, unabhängig von Zeit und Ort zu arbeiten. Fast jeder Dritte in der Schweiz nutzt Home-Office, so eine-Studie zum Arbeitsplatz der Zukunft. Dadurch lösen sich die Grenzen von Privat- und Arbeitsleben jedoch immer mehr auf. Work-Life-Blending (englisch: Verschmelzung) nennt sich dieser Trend. Arbeitnehmende profitieren von mehr Freiraum, höherer Selbstbestimmung und Motivation. Wer einen privaten Termin hat, erledigt dies während der Arbeitszeit und holt die verlorenen Stunden abends nach. Das vereinfacht die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und sorgt für mehr Produktivität – die besten Ideen kommen bekanntlich nicht am Arbeitsplatz.

Achtsamkeit wird zentrale Kompetenz

Die gewonnene Freiheit ist nicht für alle Menschen ein Segen. Sie erfordert eine hohe Kompetenz an Selbststeuerung und einen achtsamen Umgang mit dem eigenen Wohlbefinden, damit die Arbeit nicht die Freizeit belastet. Moderne Arbeitsmodelle wie Teleworking und Home- Office brauchen Vertrauen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, klare Absprachen und Definition der gegenseitigen Erwartungen. Die eigenen Grenzen zu erkennen und zu setzen, ist ein Muss. Genauso wie Flexibilität, weil Lebensumstände und Bedingungen dynamisch sind.

Echte Freizeit statt Freizeitstress

Freizeit ist nicht immer erholsam. Es gibt «echte» und «Halbfreizeit». Letztere besteht etwa aus Hausarbeit, Arztkonsultationen, Behördengängen, aus familiären und sozialen Pflichten. In der Halbfreizeit ist unsere Zeit fremdbestimmt. So erholen wir uns nicht wirklich. Planen Sie deshalb in Ihrer Freizeit immer auch das ein, was Sie gerne tun. Überladen Sie das Wochenende nicht mit zu viel Programm. Also, lieber mal Faulenzen statt Freizeitstress.

Stichworte

Nächste Artikel

Zürcher Fechtclub engagiert sich aktiv für das Leben

Der Zürcher Fechtclub engagierte sich für guten Zweck, indem sie Lebensmittel für Obdachlose und sozial benachteiligte Menschen sammelten.

Mit Resilienz gegen Stress

Im Interview erklärt die Resilienz-Expertin Patricia von Moos, wie wir uns für schwierige Situationen rüsten können.

Ähnliche Artikel

Komplementärmedizin als natürliche Alternative

Komplementärmedizinische Massnahmen können die Schulmedizin sinnvoll ergänzen. Sie beruhen auf einer gesamtheitlichen Sicht des Menschen.

Gut für Herz und Kreislauf: Buchweizen

Wenn die Füsse anschwellen und die Venen schmerzen, braucht der Blutkreislauf einen Schub. Ein Müesli mit Buchweizen schafft Linderung.