Ein Wespenstich kann harmlos sein, aber auch starke Beschwerden auslösen. Erfahren Sie, wie ein Stich aussieht, was gegen die Schwellung hilft und worauf Sie bei einer allergischen Reaktion achten müssen.
Wespen sind vor allem in den Sommermonaten aktiv. Bei warmem, trockenem Wetter fliegen sie besonders häufig und bauen ihre Nester gern in der Nähe von Menschen. Deshalb passiert ein Stich am Fuss oft beim Barfussgehen im Garten oder auf Wiesen. Auch Stiche am Finger sind typisch, etwa beim Trinken aus offenen Flaschen oder beim Essen im Freien.
Wenn eine Wespe zusticht, durchdringt sie mit ihrem Stachel die Haut und spritzt dabei ein Gift. Dieses Gift dient der Verteidigung. Im menschlichen Körper wird eine lokale Immunreaktion ausgelöst. Das Immunsystem erhält ein Gefahrensignal, woraufhin es Entzündungsbotenstoffe freisetzt. Der Stich verursacht eine Schwellung und einen roten Kreis um die Einstichstelle. Der Kreis entsteht, weil die Haut an dieser Stelle stärker durchblutet wird.
Ein einzelner Wespenstich ist in der Regel harmlos, wenn keine Allergie besteht. Die Schwellung geht meist innerhalb eines Tages zurück.
Der Unterschied zwischen einem Bienen- und einem Wespenstich zeigt sich vor allem beim genauen Blick auf die Einstichstelle. Ein Bienenstich lässt sich häufig an einem kleinen, dunklen Punkt in der Mitte erkennen. Dieser Punkt ist der Stachel, der in der Haut festhängt. Die Biene verliert ihn beim Stechen, da er mit Widerhaken versehen ist. Ein Wespenstich hinterlässt keinen Stachel in der Haut. Die Wespe zieht ihn nach dem Stich zurück und kann somit erneut zuzustechen.
Ein Wespenstich ruft fast immer eine sofortige Reaktion der Haut hervor. Die betroffene Stelle verändert sich innerhalb weniger Minuten. Als normalen Reaktion auf einen Wespenstich gilt, wenn die Beschwerden auf die Einstichstelle begrenzt bleiben. Die häufigsten Symptome sind:
Die Hautveränderungen treten in der Regel gleichzeitig auf, unterscheiden sich jedoch in ihrer Stärke. Meist bleibt die Reaktion auf den Bereich rund um den Stich begrenzt. Kritisch wird ein Wespenstich am Kopf, insbesondere im Mund- oder Rachenraum. Schon eine geringe Schwellung kann dort die Atemwege verengen. Ein solcher Stich gilt als medizinischer Notfall und muss sofort behandelt werden.
Bei manchen Menschen löst ein Wespenstich eine Allergie aus. Erste Beschwerden treten normalerweise innerhalb weniger Minuten auf. Haben Sie auch Symptome ausserhalb der Einstichstelle, kann das auf eine allergische Reaktion hinweisen. Sie betrifft vielmals den ganzen Körper. Bei folgenden Symptomen sollten Sie handeln:
Die Symptome können unterschiedlich ausfallen. Ob eine allergische Reaktion auftritt, lässt sich im Voraus nicht sicher abschätzen. Wenn Sie solche Beschwerden zum ersten Mal bemerken oder sich Ihre Reaktionen nach einem Wespenstich verstärken, suchen Sie sofort ärztliche Hilfe. Treten Atemnot, Kreislaufprobleme oder Bewusstlosigkeit auf besteht der Verdacht auf einen anaphylaktischen Schock. Wählen Sie in diesem Fall umgehend den Notruf. Bei einer schon bekannten Allergie sofort das Notfallset nutzen.
Ein Wespenstich stärkt das Immunsystem nicht – im Gegenteil: Das Gift belastet den Körper und löst unter Umständen übersteigerte Immunreaktionen aus. Die Spätfolgen eines Wespenstichs reichen von stark ausgeprägten Schwellungen bis hin zum anaphylaktischen Schock. Bei einer schweren Allergie bietet eine Desensibilisierung eine Möglichkeit zur Vorbeugung. Dabei erhält der Körper über einen längeren Zeitraum stark verdünntes Insektengift in steigender Dosierung. Ziel ist eine reduzierte Immunreaktion bei künftigen Wespenstichen.
Von einer Wespe gestochen? Liegen keine Anzeichen für eine allergische Reaktion vor, bieten diese Massnahmen Soforthilfe:
Ein Wespenstich wirkt bei einem Kind beunruhigend, verläuft jedoch meistens harmlos. Bleiben die Beschwerden auf die Einstichstelle begrenzt, besteht oft kein Grund zur Sorge. Beruhigen Sie Ihr Kind und kühlen Sie die betroffene Stelle sanft. Beobachten Sie den Stich genau. Treten Hautveränderungen am ganzen Körper oder Fieber auf, könnte es sich um eine allergische Reaktion handeln. Wenden Sie sich umgehend an den Rettungsdienst oder gehen Sie die nächste Notaufnahme.
Wespenstiche verlaufen in den meisten Fällen unkompliziert. Dennoch gibt es Ausnahmesituationen, in denen schnell gehandelt werden muss. Die folgenden Hinweise geben Ihnen Orientierung:
Wer an einer Bienen- oder Wespengiftallergie leidet, für den kann ein sonst harmloser Stich ernsthafte Folgen haben. Bei einem Wespenstich handelt es sich meist um einen Unfall. Jedoch wird bezüglich Insektenstiche jeder Fall individuell bewertet. Deshalb ist es wichtig, den Stich als Unfall zu melden. Übermitteln Sie die Angaben direkt an Ihre Versicherung über die vorgesehenen Meldewege.
Behandeln Sie einen Wespenstich am besten sofort. Kühlen Sie die Stelle rasch. Das reduziert Schwellung und Schmerz. Danach können verschiedene Mittel den Heilungsprozess unterstützen.
Es gibt verschiedene Medikamente, die Beschwerden eines Wespenstichs lindern. Welches Mittel infrage kommt, hängt von der Stärke der Reaktion und den Begleitsymptomen ab. Bei leichten bis mittleren Reaktionen kommen häufig antihistaminhaltige und cortisonhaltige Cremes zum Einsatz. Diese wirken gegen Juckreiz, Schwellung und lokale Entzündungen der Haut.
Bei allergischen Reaktionen wird in der Regel ein Antiallergikum eingesetzt. Löst der Wespenstich einen Notfall aus, hilft Adrenalin. Für Allergiker und Allergikerinnen ist der Adrenalin-Autoinjektor lebensrettend. Adrenalin ist ein Hormon, das bei einem Blutdruckabfall die Gefässe verengt und innerhalb weniger Minuten den Kreislauf stabilisiert.
Einige Menschen nutzen Hausmittel, um die Beschwerden nach einem Wespenstich zu lindern. Eine halbierte Zwiebel kann entzündungshemmend wirken und kühlen. Solche pflanzliche Hausmittel oder homöopathische Präparate helfen unterstützend, stossen jedoch auch an ihre Grenzen. Da ein Stich immer eine kleine Hautverletzung ist, ist ein sorgfältiger Umgang wichtig.
Halten Ihre Beschwerden länger an, bessern sie sich trotz Behandlung nicht oder verschlimmern sie sich sogar, sollten Sie eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen. Gehen Sie kein Risiko ein und lassen Sie sich von medizinishem Fachpersonal zu geeigneten Massnahmen beraten.
Bleiben Sie ruhig, wenn sich eine Wespe nähert, und vermeiden Sie hastige Bewegungen. Viele Stiche passieren beim Essen, Trinken, der Gartenarbeit oder beim Barfusslaufen. Decken Sie Essen und Getränke ab. Tragen Sie Schuhe beim Laufen auf den Wiesen.
Einen Stich können Sie nie ganz ausschliessen. Falls es passiert, informieren Sie sofort Ihr Umfeld – besonders bei einer bekannten Allergie. Beobachten Sie in den nächsten Minuten und Stunden, ob sich die Symptome verändern. Suchen Sie frühzeitig medizinische Hilfe, sobald sich die Beschwerden verstärken.
Die Expertin stand dem Redaktionsteam bei diesem Artikel beratend zur Seite. Bettina Rieser (Pharma-Assistentin und Sozialversicherungsfachfrau) arbeitet in der Helsana-Gesundheitsberatung. Sie unterstützt Kundinnen und Kunden bei Fragen rund um die Themen Familie und Komplementärmedizin.
Erfahren Sie monatlich mehr über aktuelle Gesundheitsthemen und erhalten Sie alle Informationen zu den attraktiven Angeboten aller Gesellschaften der Helsana-Gruppe * bequem per E-Mail zugestellt. Registrieren Sie sich kostenlos für unseren Newsletter.
Ihre Daten konnten nicht übermittelt werden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
* Zur Helsana-Gruppe gehören die Helsana Versicherungen AG, Helsana Zusatzversicherungen AG sowie die Helsana Unfall AG.