Mehr Energie mit Ayurveda-Frühstück

Leicht, vollwertig und warm – die Basis für ein ayurvedisches Frühstück ist ein Getreidebrei. Er schenkt nachhaltige Energie, ohne die Verdauung zu belasten. Und: Die leckere Mahlzeit ist schnell zubereitet. So geht’s.

06.08.2020 Daniela Schori 3 Minuten

Am Morgen ein warmer Frühstücksbrei? Das hört sich ungewohnt an. Zum Kochen fehlt uns doch die Zeit! Das typische mitteleuropäische Frühstück mit Brot, Konfitüre, Käse, Wurst, Joghurt und Müesli liefert zwar reichlich Energie – doch meist zu wenig Nährstoffe, die sättigen. Diese Lebensmittel haben aus ayurvedischer Sicht einen kühlenden Charakter, was die Verdauung schwächt. Trägheit, Gewichtszunahme und ein ständiges Hungergefühl können die Folgen sein. Laut der indischen Heilkunst Ayurveda müssen wir uns zudem genug Zeit zum Essen nehmen. Nicht nur am Morgen. Hektik ist einer der grössten Ernährungsfehler in unseren Breitengraden. Und wir essen meist zu kalt, zu unregelmässig, zu oft und nicht typengerecht. Deshalb lohnt sich der Blick nach Indien. 

Nahrung gilt in der traditionellen Gesundheitslehre Ayurveda als Heilmittel. Viele gesundheitliche Probleme beginnen im Darm und lassen sich laut Ayurveda-Ärzten mit einer typengerechten Ernährung regulieren beziehungsweise vorbeugen. Bei Ayurveda steht das sogenannte Verdauungsfeuer «Agni» (Sanskrit-Wort für Feuer) im Mittelpunkt und gilt als Hüter unserer Gesundheit. Ayurveda orientiert sich an drei Typen, den «Doshas» Vata, Pitta und Kapha, die charakterlich und körperlich unterschiedlich beschaffen sind – und darum unterschiedliche Nahrungsmittel brauchen. Dazu finden Sie im Netz zahlreiche Quellen zur Vertiefung, etwa bei Wikipedia sowie der Dosha-Test der Ärztin und Ayurveda-Expertin Janna Scharfenberg.

Erläuterung Dosha (Wikipedia)

Grundregeln für das Ayurveda-Frühstück

  • Unabhängig vom Dosha-Typ: Bei Ayurveda bildet ein nahrhafter, aber leichter warmer Getreidebrei die Basis. Ausser Sie fühlen sich ohne Frühstück wohler und auch geistig fitter, dann bleiben Sie dabei. Tipp: Geniessen Sie stattdessen eine warme reichhaltige Nussmilch oder eine Tasse «Goldene Milch» (Rezept am Schluss).
  • Trinken Sie nach dem Aufwachen ein Glas trinkwarmes abgekochtes Wasser. Das aktiviert das Verdauungssystem und gleicht den Flüssigkeitsverlust aus. Wer es mag, mit Zitronensaft aromatisiert. Tipp: Füllen Sie am Vorabend eine Thermosflasche und geniessen Sie den lauwarmen «Drink» noch im Bett. Auch als Durstlöscher tagsüber empfohlen – kalte Getränke schwächen die Verdauung.
  • Warmes Essen ist leichter verdaulich; der Magen-Darm-Trakt benötigt weniger Energie.
  • Verwenden Sie nur natürliche, frische, regionale und saisonale Produkte. Bereiten Sie diese frisch und schonend zu.
  • Essen Sie nicht zu viel: Kauen Sie langsam, damit Sie die Sättigung gut spüren und Ihren Magen nicht überlasten.
  • Meiden Sie es, Milchprodukte mit sauren Früchten zu kombinieren. Früchte lieber auf nüchternen Magen essen oder gedünstet (nicht zerkochen, damit die Nährstoffe erhalten bleiben). 

Einfaches Rezept für ayurvedischen Frühstücksbrei

Das Prinzip für die Zubereitung eines vollwertigen Frühstückbreis ist ganz einfach und variabel für jeden Geschmack und jedes Dosha:

  1. Getreideflocken in etwas Fett anrösten, z. B. Kokosöl oder Ghee (empfohlene Getreidearten für Kapha-Typen: Roggen, Dinkel, Buchweizen, Hirse / für Pitta-Typen: Dinkel, Weizen, Hafer, Gerste / für Vata-Typen: Weizen, Quinoa, Reis, Hafer).
  2. Etwa doppelte Menge an Kuhmilch, Nussmilch, pflanzlicher Milch oder Wasser darüber giessen und für einige Minuten quellen lassen.
  3. Zum Schluss den Brei verfeinern mit Gewürzen (Kurkuma, Ingwer, Zimt, Kardamom), ungeschwefelten Trockenfrüchten, Nüssen, Samen, Kokosblütenzucker oder Ahornsirup – experimentieren Sie nach Lust und Laune! 

Das Ganze dauert nur wenige Minuten und wird schon bald zu Ihrer Morgenroutine werden.  In der Helsana Coach App finden Sie weitere Ideen für ein warmes Frühstück – vom asiatischen Rührei bis zu Zimt-Bananen-Pancakes. 

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Gewürz-Porridge

Zutaten für 1 Portion:

  • 200 ml ungesüsster Mandel-Drink 
  • 40 g Haferflocken (oder anderes Getreide)
  • 1 EL Leinsamen
  • 1 kleine Birne
  • 2 Datteln
  • 1 kleiner Apfel
  • 1 TL Haselnüsse
  • 1 Prise Zimt
  • 1 Prise Kardamom gemahlen
  • 1 Prise Kurkumapulver
  1. Haferflocken im Mandel-Drink aufkochen und für 5–10 Minuten quellen lassen.
  2. Anschliessend die Gewürze und Leinsamen dazumischen. 
  3. Obst waschen, entkernen, in mundgerechte Stücke schneiden und 5 Minuten zusammen mit dem Porridge ziehen lassen. 
  4. Abschmecken, Nüsse dazugeben und lauwarm geniessen.

(Quelle: Helsana Coach App)

Warum warm frühstücken?

Jedes Organ hat Aktivitäts- und Ruhephasen. Morgens ist unser Verdauungsfeuer «Agni» noch am Schlummern, das Dosha Kapha mit seinen Eigenschaften kalt, träge und unbeweglich herrscht vor. Eine warme Speise aktiviert die Verdauung sanft: Die Nahrung ist bereits auf «Betriebstemperatur», so benötigt es weniger Energie zum Verdauen. Schwere, kalte Kost hingegen hemmt das innere Feuer und überfordert das Verdauungssystem. Das wirkt sich auf das Wohlbefinden für den ganzen Tag aus. Als Alternativen zum Getreidebrei eignen sich auch ein hippes Bananenbrot, knuspriges Nussgranola mit warmer Milch oder Milchreis mit Kurkuma, Zimt und Co. 

«Goldene Milch» als Frühstück

Wer morgens nicht essen mag: Die «Goldene Milch» ist ein nahrhafter Ersatz. Sie wird in der ayurvedischen Tradition als Heilmittel, Immunbooster und zur Reinigung angewandt. So geht’s:

200 ml Mandel-Drink mit 1 TL Zimt, 1 Prise Pfeffer, 1 EL Kurkuma, 1 TL Kokosöl und 1 TL Honig in der Pfanne erwärmen (nicht kochen), in die Tasse giessen und geniessen.

Hinweis: Therapien oder Behandlungen nach Ayurveda werden von Helsana nicht vergütet. 

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