Kann ich nur mit einer Diät abnehmen?

Wenig Aufwand und möglichst grosse Resultate in kurzer Zeit – das erhoffen sich viele von einer Diät. Wir zeigen Ihnen, weshalb Diäten weder nachhaltig noch nötig sind. Ausserdem stellen wir Ihnen verschiedene alternative Ernährungsformen vor.

11.03.2022 Lara Brunner 4 Minuten

Das Wichtigste vorweg: Wenn Sie abnehmen möchten, müssen Sie keine Diät machen. Sie brauchen auch keinen speziellen Ernährungsplan. Sie müssen lediglich einen Punkt beachten: dass Sie weniger Kalorien zu sich nehmen als Sie verbrennen. Die Kalorienzufuhr steuern Sie darüber, was Sie essen. Wenn Sie dabei die Regeln für eine ausgewogene Ernährung befolgen, sind Sie bereits auf einem guten Weg. Ihr Kalorienverbrauch hängt davon ab, wie aktiv Sie sind. Bewegen Sie sich viel im Alltag? Machen Sie regelmässig Sport? Dann verbrauchen Sie automatisch mehr Kalorien.

Alles Wissenswerte zu Kalorien Tipps für mehr Bewegung im Alltag

Diäten, die in kurzer Zeit eine hohe Gewichtsabnahme versprechen, bringen weder einen langfristigen Erfolg noch sind sie gesund. Häufig nehmen Sie dabei viel zu wenig Kalorien zu sich. Wenn Sie nach der Diät wieder normal essen, nehmen Sie die verlorenen Kilos meist automatisch wieder zu. Deshalb ist es grundsätzlich sinnvoller, die Ernährung nachhaltig umzustellen und sich regelmässig zu bewegen.

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Unsere Gesundheitsberaterinnen und -berater helfen Ihnen gerne weiter. Sie beantworten all Ihre Fragen rund um das Thema Ernährung und zeigen Ihnen auf, wie Sie sich ausgewogen und nährstoffreich ernähren.

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Diäten und alternative Ernährungsformen im Überblick

Alternative Ernährungsformen bezeichnen Ernährungsweisen, die von der klassischen Mischkost – also einer ausgewogenen Mischung aus allen Nahrungsmitteln – abweichen. Sie werden normalerweise langfristig umgesetzt. Gründe dafür gibt es verschiedene. Sie können religiöser, gesundheitlicher oder ethisch-moralischer Natur sein.

Diäten hingegen sind Ernährungsformen, die sich von der «normalen» ausgewogenen Ernährung durch Zubereitung, Mengen oder Zusammensetzung unterscheiden. Sie werden häufig kurzfristig durchgeführt. Ihr Ziel ist meist eine Gewichtsreduktion. Mit Diäten lassen sich aber auch Krankheiten wie Diabetes oder Bluthochdruck vorbeugen oder behandeln.

Bekannte Diäten

Intervallfasten

Das Prinzip des Intervallfastens ist einfach: Der gewohnte Mahlzeiten-Rhythmus wird durch längere Phasen des Fastens unterbrochen. Dafür gibt es verschiedene Methoden: etwa die 5:2-Diät oder die 16:8-Methode. Informieren Sie sich in unserem Blogartikel über die möglichen Formen und darüber, was für und was gegen das Intervallfasten spricht.

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Low Carb

Wer sich nach der Low-Carb-Methode ernährt, nimmt nur wenige bis gar keine Kohlenhydrate zu sich. Das führt dazu, dass der Körper den Stoffwechsel umstellt. Statt aus Kohlenhydraten gewinnt er seine Energie aus Fetten. Der daraus resultierende Fettabbau soll beim Abnehmen helfen. Doch ist es aus gesundheitlichen Gründen ratsam, ganz auf Kohlenhydrate zu verzichten? In unserem Blogartikel erfahren Sie mehr.

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Ketogene Ernährung

Die ketogene Ernährung ist eine Form der Low-Carb-Diät. Diese Ernährung setzt sich vor allem aus Proteinen und Fetten zusammen. Deshalb versprechen sich viele davon eine schnelle Gewichtsabnahme. Weshalb sie dafür trotzdem nicht geeignet ist, erklären wir in unserem Blogartikel.

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Die Paleo-Diät

Die Paleo-Diät ist auch als «Steinzeit-Diät» bekannt: Auf den Teller kommt nur das, was auch schon bei unseren Vorfahren auf dem Speiseplan stand. Dadurch wird die Ernährung automatisch arm an Kohlenhydraten und reich an Proteinen. Doch was verspricht diese Ernährungsform genau? In unserem Blogartikel klären wir auf.

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Bekannte alternative Ernährungsformen

Vegetarismus und Veganismus

Vegetarische Ernährung gibt es in vielen Varianten. Veganismus ist die strengste Form. Wer sich vegan ernährt, verzichtet vollständig auf tierische Lebensmittel. Neben Fleisch und Fisch sind somit auch Milch, Milchprodukte, Käse, Eier und Honig verboten. Lacto-Vegetarierinnen und -Vegetarier hingegen nehmen neben pflanzlichen Lebensmitteln auch Milch, Milchprodukte und Käse zu sich. Ovo-Lacto-Vegetarierinnen und -Vegetarier gehen noch einen Schritt weiter: Bei ihnen stehen auch Eier auf dem Speiseplan. Es gibt aber noch weitere Formen. Wer sich pescatorisch ernährt, verzichtet zwar auf Fleisch, isst jedoch Fisch und Meeresfrüchte. Und Flexitarierinnen und Flexitarier verzichten häufig, aber nicht immer auf Fleisch.

Es gilt allerdings zu beachten, dass eine mehrheitlich oder komplett pflanzliche Ernährung nicht immer den Nährstoffbedarf deckt. Wer tierische Lebensmittel vom Speiseplan streicht, sollte sich vorab gut darüber informieren, wie er Mangelerscheinungen vorbeugen kann. Sonst entsteht möglicherweise ein Mangel an Vitamin B12, Eisen oder Calcium.

Eine ausgewogene vegetarische oder vegane Ernährung sorgt nicht nur für eine gute Versorgung mit Nährstoffen, sie hat über längere Zeit auch weitere gesundheitliche Vorteile. So kann sie zum Beispiel das Risiko für Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Krankheiten senken. Ausserdem nehmen Vegetarierinnen und Veganer weniger gesättigte Fettsäuren, Cholesterin und Purine zu sich.

Die Rohkost-Ernährung

Rohköstlerinnen und Rohköstler essen ausschliesslich Lebensmittel, die vor dem Verzehr nicht erhitzt werden. Sie werden also weder gebacken, gebraten, gekocht noch pasteurisiert. So bleiben die Nährstoffe vollständig erhalten. Diese Ernährungsform enthält viele Nahrungsfasern und kann deshalb helfen, die Darmfunktion zu verbessern. Da Rohkost indessen verhältnismässig wenig Energie enthält, besteht bei normalen Portionen die Gefahr einer Unterversorgung. Deshalb sollte man sie einer ausgewogenen Ernährung nicht dauerhaft vorziehen. Ausserdem enthalten rohe Lebensmittel häufig viele Fasern, Säuren und andere Stoffe, die Blähungen begünstigen. Viele vertragen die Rohkost-Ernährung darum auch nach einer Eingewöhnungszeit nur mässig.

Die ayurvedische Ernährung

Die Heilkunst «Ayurveda» stammt ursprünglich aus Indien. Das Konzept setzt sich zusammen aus einer bestimmten Ernährung sowie verschiedenen therapeutischen Massnahmen wie Yoga und Meditation. Die ayurvedische Ernährung folgt verschiedenen Prinzipien. Dabei spielen Ausgewogenheit und Balance eine wichtige Rolle. So sollte man etwa nur dann essen, wenn der Körper die letzte Mahlzeit verdaut hat und der Hunger einsetzt. Gegessen wird in Ruhe – am besten sitzend und nicht stehend. Eine Mahlzeit sollte ferner in zwei Hände passen. Optimalerweise besteht sie aus süssen, salzigen, sauren, scharfen, bitteren und herben Lebensmitteln. Das soll dabei helfen, körperlich und seelisch im Gleichgewicht zu bleiben.

Die TCM-Ernährung

Gemäss der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) sollten alle Mahlzeiten ausgewogen zusammengesetzt sein. So kann die Lebensenergie im Körper ungestört fliessen. Dafür unterteilt sie die Lebensmittel in fünf Kategorien: Erde, Holz, Wasser, Feuer und Metall. Innerhalb dieser Gruppen klassifiziert sie die Lebensmittel nochmals nach heiss, warm, neutral, erfrischend und kalt. Wer zu den Yang-Typen gehört, benötigt mehr Yin-Nahrung – und umgekehrt. So wird das Gleichgewicht im Körper wieder hergestellt.

Weitere Informationen zu den TCM-Heilmethoden

Fruitarismus

Frutarierinnen und Frutarier ernähren sich nur von pflanzlicher Kost. Auch sie folgen somit den Prinzipien einer veganen Ernährung. Diese Ernährungsform ist jedoch noch strikter als Veganismus. Auf dem Speiseplan steht nur, was von Natur aus schon tot ist. Also das, was Pflanzen hergeben, ohne abzusterben. Dazu gehören Früchte, Gemüse, Nüsse, Hülsenfrüchte und Getreide. Häufig meiden Anhängerinnen und Anhänger dieser Ernährungsform auch Möbel aus Holz sowie Kleidung aus Wolle, Leder oder Seide. Sie wollen ihre Umwelt so wenig wie möglich zerstören und sind bereit, dafür auf vieles zu verzichten.

Wie auch die klassische vegane Ernährung deckt diese Ernährungsform den Nährstoffbedarf nicht. Denn: Je stärker die Wahl der Lebensmittel eingeschränkt ist, desto höher die Gefahr einer Unterversorgung.

Clean Eating

Clean Eating bezeichnet eine Ernährungsform, bei der vor allem frische und unverarbeitete Lebensmittel gegessen werden. Fast Food, Fertiggerichte, zuckerhaltige Getränke, Alkohol, gehärtete Fette, Weissmehl und Produkte mit künstlichen Zusätzen sind hier deshalb nicht zu finden. Das Konzept lässt sich auf verschiedene Ernährungsformen wie Low Carb oder Vegetarismus anwenden.

Clean Eating soll gegen Diabetes, Übergewicht, Bluthochdruck, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Depressionen helfen. Wissenschaftliche Beweise fehlen aktuell noch.

Diese Ernährungsform gilt als ausgewogen und vollwertig, da alle wichtigen Nährstoffe in ausreichender Menge aufgenommen werden.

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