Augen lasern – eine sichere Sache?

Gut sehen, ganz ohne Sehhilfen – für viele von uns eine verlockende Vorstellung. Refraktive Augenlasertherapien machen diesen Traum möglich. Aber zu welchem Preis? Und wie läuft eine Behandlung konkret ab?

Brillen sind momentan in Mode. Trotzdem sind sie oft lästig: Sie beschlagen, gehen kaputt oder gar verloren. Bei Sonnenschein muss man sie durch die Sonnenbrille ersetzen, beim Sport durch die Sportbrille. Zudem finden sich viele Leute schöner ohne – Mode hin oder her.

Auch Kontaktlinsen können lästig sein: Sie kommen abhanden, trocknen die Augen aus, sind teuer und brauchen regelmässig Pflege. Auch gibt es Augen, die nicht für Kontaktlinsen geeignet sind.

Kein Wunder, spielen Fehlsichtige immer wieder mal mit dem Gedanken, sich die Augen lasern zu lassen.

So beteiligt sich Helsana an den Kosten

Aus der Zusatzversicherung COMPLETA PLUS erhalten Sie 100% der Kosten einer Augenlaserkorrektur bezahlt, bis max. 500 Franken pro Auge und Kalenderjahr. Dies gilt auch für Augenlaserkorrekturen im Ausland.

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Die Augenlasertechnologie gestern und heute

1989 wurde das erste Mal eine refraktive Hornhautkorrektur mittels Excimerlaser (Lasik) in Berlin durchgeführt. In den folgenden dreissig Jahren hat sich nicht nur die refraktive Lasertechnologie stark entwickelt, sondern auch das Know-how der Fachleute. Inzwischen ist das Augenlasern zu einem der häufigsten freiwilligen Eingriffe weltweit geworden. Schwerwiegende Komplikationen – etwa eine bleibende Einschränkung der Sehkraft – lassen sich heutzutage praktisch ausschliessen. Auf dem Markt gibt es zahlreiche Anbieter, die mit geprüften und zertifizierten Verfahren arbeiten und die über die modernsten Laser- und Linsentechnologien verfügen. Korrigieren lassen sich alle Arten von Fehlsichtigkeit: Hornhautverkrümmung, Kurz- und Weitsichtigkeit. Auch die sogenannte Altersweitsichtigkeit lässt sich mit speziellen Verfahren korrigieren.

Welche Bedingungen müssen Sie erfüllen fürs Augenlasern?

  • Die Augen müssen gesund sein (keine Viruserkrankungen, Entzündungen etc.).
  • Die Entwicklung des Auges muss abgeschlossen sein. Dies ist zwischen 20 und 25 Jahren der Fall. Die Fehlsichtigkeit darf sich in den zwei Jahren vor dem Eingriff nicht verändert haben. Sobald das Auge ausgewachsen ist, spielt das Alter keine so grosse Rolle mehr fürs Augenlasern. Laserkorrekturen aus kosmetischen und praktischen Gründen werden am häufigsten zwischen 20 und 45 Jahren vorgenommen.
  • Die Hornhaut der Augen muss genügend dick sein und darf keine Abnormalitäten aufweisen.
  • Die Dioptrie-Werte müssen in einer bestimmten Bandbreite liegen. Generell können Dioptrien von -12 bis +6 mittels Laser korrigiert werden. Für Kurz-, Weit-, Alterssichtigkeit und Hornhautverkrümmung gibt es unterschiedliche Limiten. Sie bestimmen, ob eine Laserbehandlung überhaupt durchgeführt werden kann, und wenn ja, mit welcher Methode.
  • Schwangere dürfen ihre Augen nicht lasern lassen. Ihre Hormone verändern das Gewebe und können dadurch auch die Sehstärke beeinflussen.
  • Für Menschen mit Rheuma oder Diabetes ist ein solcher Eingriff ungeeignet.

Lässt sich auch Alterssichtigkeit lasern?

Ab zirka 45 beginnt bei vielen Leuten die Alterssichtigkeit (Presbyopie): Zeit für die Lesebrille. Auch die Alterssichtigkeit lässt sich durch einen Lasereingriff korrigieren. Nach 45 Jahren lässt die Fähigkeit, in die Nähe und in die Ferne scharf zu sehen, nach, da sich die körpereigene Linse nicht mehr genügend anpassen kann. Mit einer Laserbehandlung können Sie annähernd Ihre frühere Sehkraft zurückgewinnen. Falls eine Laserbehandlung nicht möglich ist, lassen sich operativ Kunststofflinsen oder Hornhautimplantate einsetzen. Augenlaserkorrekturen aufgrund von Alterssichtigkeit werden von Helsana nicht vergütet.

Die gängigsten Augenlasermethoden

Bei allen Augenlasermethoden werden unterschiedliche Schichten der Hornhaut mit dem Laser behandelt. Es gibt zwei Kategorien von Verfahren: tiefe und oberflächliche. Für die Wahl der geeigneten Operationsmethode spielen diverse Faktoren eine Rolle:

  • Physiologische Voraussetzungen (zum Beispiel Ausprägung der Sehschwäche, Dicke der Hornhaut, Stärke der Hornhautverkrümmung)
  • Eigenschaften der jeweiligen Methode (zum Beispiel Dauer der Behandlung, Dauer bis zur Wiedererlangung der kompletten Sehfähigkeit, Risiken, Zeit der Wundheilung, Ausprägung der Schmerzen)

Welche Augenlasermethode in Frage kommt, hängt also ab von körperlichen Bedingungen, aber auch von persönlichen Vorlieben. Im Dschungel der zahlreichen Methoden verliert man schnell mal den Überblick.

Die Trans-PRK gilt als die modernste und schnellste Augenlasermethode. Sie wird in einem Schritt durchgeführt, ohne Berührung des Auges. Der eigentliche Eingriff dauert bloss ein paar Sekunden pro Auge. Gelasert wird direkt auf der Hornhaut. Der Vorteil: Es kann sich kein Hornhautscheibchen (Flap) lösen oder verschieben. Der Wundheilprozess verläuft schnell, in der Regel innerhalb von drei Tagen. Die vollkommene Sehfähigkeit erlangt man nach einigen Wochen. Diese Laser-OP eignet sich vor allem für Patientinnen und Patienten mit Kurzsichtigkeit oder Hornhautverkrümmung. Sie kann auch bei dünnerer Hornhaut durchgeführt werden. Bei Weitsichtigkeit sind nur Korrekturen von geringen Dioptrien möglich. Das Risiko von Wundheilungsreaktionen (zum Beispiel Vernarbung) und die Infektionsrate liegen leicht über jenen von älteren Methoden.

Dies ist die bekannteste und die am häufigsten durchgeführte refraktive Laser-OP. Wie bei der Lasik-Methode wird ein Hornhautscheibchen (Flap) mittels Femtolaser teilweise aufgeschnitten und umgeklappt. Das dauert etwa 30 Sekunden. Ein zweiter Laser (Excimer) korrigiert die Fehlsichtigkeit auf dem darunterliegenden Hornhautgewebe. Danach wird der Flap wieder geschlossen. Pro Auge dauert der Eingriff etwa 10 Minuten. Im Gegensatz zur Lasik-Methode mit Messerschnitt (Keratom) kommt hier der spezielle Femtolaser zum Einsatz. Dieser steht für höchste Präzision. Die Operation ist nicht nur schnell, sondern garantiert in der Regel eine rasche Heilung. Wegen dem Flap besteht allerdings ein leicht erhöhtes Risiko für Komplikationen, zum Beispiel trockene Augen. Die Methode eignet sich bei starker Weit- oder Kurzsichtigkeit. Sie erfordert eine genügend dicke Hornhaut.

Bei dieser klassischen Operationsmethode wird ein Hornhautscheibchen im Auge (Flap) mit dem Keratom teilweise aufgeschnitten und umgeklappt. Ein zweiter Laser korrigiert die Fehlsichtigkeit auf dem darunterliegenden Hornhautgewebe. Dann wird der Flap wieder geschlossen. Pro Auge dauert der Eingriff ungefähr 10 Minuten. Die Vorteile dieser Methode liegen in einer sehr schnellen Rehabilitation nach der Operation. Im Allgemeinen sieht man schon nach einem Tag gut. Zudem hat man weniger Schmerzen als bei der Vorgängermethode PRK. Durch den Flap ergibt sich allerdings ein erhöhtes Risiko für Komplikationen. Die Methode eignet sich nicht für Patientinnen und Patienten, deren Hornhaut zu dünn oder zu unregelmässig ist.

Dies ist die frühere Standardmethode fürs Augenlasern. Sie eignet sich als Alternativmethode zur Lasik-Methode, wenn diese wegen geringer Weitsichtigkeit und dünner Hornhaut nicht in Frage kommt. Der Eingriff dauert einige Minuten pro Auge. Bei der PRK-Methode wird die oberste Hornhautschicht (Epithel) manuell abgelöst. Dann erfolgt die Korrektur mit dem Laser, worauf eine Schutzlinse für die Wundheilung eingesetzt wird. Der Vorteil: Es erfolgt kein Schnitt – und somit gibt es auch kein angeschnittenes Hornhautscheibchen (Flap), das sich verschieben könnte. Zudem wird das Verfahren seit 1988 durchgeführt und ist also lang erprobt. Durch die mechanische Abschabung der Hornhaut entstehen allerdings deutlich mehr Schmerzen, das Infektionsrisiko ist grösser und die Wundheilung dauert länger als bei neueren Verfahren wie Trans-PRK oder Femto-Lasik.

Dieses Verfahren ist eine weiterentwickelte Variante des PRK-Verfahrens und eine Alternative zum Lasik-Verfahren – wenn dieses nicht in Frage kommt. Sie eignet sich etwa bei starker Kurzsichtigkeit, bei einer geringen Hornhautdicke oder bei Hornhautnarben. Bei diesem oberflächlichen Verfahren wird lediglich die oberste Bindehautschicht mit einer alkoholischen Lösung gelöst und zur Seite geschoben. Der Augenlaser nimmt die eigentliche Korrektur an der freigelegten Hornhautoberfläche vor. Die weggeschobene Bindehaut wird wieder über die gelaserte Zone gelegt. Dadurch ist das Schmerzempfinden geringer als bei PRK, aber stärker als bei Lasik und Trans-PRK. Es erfolgt also kein Schnitt wie bei anderen Verfahren. Der Heilungsprozess ist kürzer als bei PRK, dauert aber länger als bei Lasik- und Trans-PRK-Methoden. Zudem dauert es mehrere Wochen, bis die gewünschte Sehkraft erreicht ist.

Diese Variante ist eine moderne Variante der PRK. Sie weist weniger Risiken auf als die Variante Lasik. Bei der Epi-Lasik wird ebenfalls der Flap abgehoben und umgeschlagen und nach dem Lasern wieder zurückgelegt. Durch die besondere Technik besteht allerdings die Gefahr eines Fehlschnittes, der nicht mehr zu korrigieren ist. Aus diesem Grund wird von dieser Methode eher abgeraten.

Bei der ICL handelt es sich um eine Methode für all jene, für die eine Lasertherapie nicht möglich ist oder die keine wollen. Bei dieser Operation wird zuerst die Hornhaut aufgeschnitten. Dann wird eine intraokulare Kontaktlinse auf die natürliche Linse aufgesetzt. Der Eingriff dauert etwa 20 bis 30 Minuten pro Auge. Die Vorteile sind unter anderem eine schnelle Genesung, keine trockenen Augen sowie die Möglichkeit, die Korrektur notfalls rückgängig zu machen. Diese OP lässt sich auch bei dünner Hornhaut durchführen. Risiken sind etwa Infektionen, Lichtringe um Lichtquellen (Halos), ein erhöhter Augendruck, Blendungen in der Nacht oder eine Schädigung der Augenlinse, was zu einer verfrühten Linsentrübung führt (Katarakt). Die Chirurgin oder der Chirurg muss speziell ausgebildet und manuell geschickt sein.

Lassen Sie sich die Verfahren von Ihrer Augenärztin oder Ihrem Augenarzt genau erklären, und wählen Sie gemeinsam die für Sie passende Methode.

Wie läuft eine Augenlasertherapie ab?

Der Ablauf der Laserbehandlung ist in der Regel recht simpel. Der eigentliche Eingriff dauert bei allen Methoden sehr kurz. Durchgeführt wird er ambulant.

  • Erstgespräch: Eine Fachärztin oder ein Facharzt erklärt Ihnen die Vor- und Nachteile der verschiedenen Laseroperationsmethoden und prüft, ob sich Ihre Fehlsichtigkeit grundsätzlich dafür eignet.
  • Hauptuntersuchung: Nach einer ausführlichen Untersuchung wählen Sie zusammen mit der Ärztin oder dem Arzt die für Sie optimale Methode. Sie erhalten alle notwendigen Informationen.
  • Operation: Der eigentliche Eingriff dauert nur ein paar Sekunden oder Minuten. Für die gesamte Behandlung – inklusive Vorbereitung und Nachbereitung – müssen Sie etwa eine Stunde einrechnen.
  • Heilungsphase: Diese dauert je nach Methode wenige Tage.
  • Nachkontrollen: Im Allgemeinen gibt es drei Termine für die Nachkontrolle: nach dem ersten Tag, nach zirka einer Woche und nach zirka drei Monaten. Es ist wichtig, dass Sie diese Termine wahrnehmen. Sollten dazwischen Beschwerden auftreten, müssten Sie diese sofort abklären lassen.

Risiken und Schmerzen

Die Augen sind ein kostbares Gut. Diese Binsenwahrheit erlangt angesichts einer Laseroperation eine besondere Bedeutung: Was, wenn die OP nicht gelingt? Riskiert man sein Augenlicht? Schwerwiegende Komplikationen sind heutzutage dank den grossen technologischen Fortschritten und Erfahrungen sehr selten geworden. Trotzdem sollte man Risiken und Nebenwirkungen in die Entscheidung mit einbeziehen.

Die meisten Nebenwirkungen wie Hornhauttrübung, trockene Augen oder Lichtempfindlichkeit halten nur eine beschränkte Zeit an. Sie lassen sich mit Augentropfen gut behandeln. In seltenen Fällen braucht es ein Nachlasern. Auch kann der Sehfehler nach einigen Jahren wieder auftreten, denn das Auge kann sich immer wieder verändern.

Die Schmerzen sind abhängig von der jeweiligen Methode und vom individuellen Schmerzempfinden. Vor der Operation wird das Auge jeweils betäubt. Während der Operation spüren Sie deshalb in der Regel, je nach Verfahren, nur ein leichtes Druckgefühl. Wenn die Wirkung des Medikaments abnimmt, können Sie ein Fremdkörpergefühl oder Schmerzen wahrnehmen. Beides klingt in der Regel nach einigen Stunden oder Tagen ab.

Was taugen Angebote im Ausland?

In Deutschland etwa oder in der Türkei gibt es immer mehr hochprofessionelle Augenlaserzentren, die Laserbehandlungen für Augen günstiger anbieten als in der Schweiz. Wenn man eine Behandlung im Ausland in Betracht zieht, muss man jedoch auch die Zeit und Kosten für die Recherche, die Reise sowie den Aufenthalt mit einberechnen. Bedenken Sie zudem, dass sich regelmässige Nachkontrollen im Ausland schwierig gestalten – vor allem wenn Komplikationen auftreten. Die Preisdifferenz zu den Schweizer Anbietern ist zudem in den letzten Jahren viel kleiner geworden. Überlegen Sie es sich also gut, bevor Sie ein verlockendes Angebot im Ausland wählen.

Fazit

Die Augenlasertechnologien haben in den letzten Jahrzehnten grosse Fortschritte gemacht. Inzwischen sind Laseroperationen zu Routineeingriffen geworden. Dennoch sind sie – so wie alle Operationen – mit Schmerzen und Risiken verbunden.

Der Sehsinn ist unser wichtigster Sinn. Deshalb: Wenn Sie ernsthaft eine Augenlaserbehandlung in Betracht ziehen, informieren Sie sich gut und lassen Sie sich von einer Fachärztin oder einem Facharzt beraten. Eine Internetrecherche ersetzt kein Arztgespräch. Und geben Sie sich auf alle Fälle genügend Zeit, bevor Sie sich entscheiden.

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