Natürliche Schlafmittel: Was hilft beim Einschlafen?

Gegen Einschlafprobleme sind diverse Kräuter gewachsen. Doch was ist das beste natürliche Schlafmittel? Hilft Hopfen bei Schlafstörungen? Mit welchen Hausmitteln schlafe ich schneller ein? Informieren Sie sich über wirksame Kräuter und andere Hausmittel für erholsame Nächte.

07.09.2026 Christine Signer 4 Minuten

Was sind natürliche Schlafmittel?

Zu den natürlichen Schlafmitteln zählen nebst pflanzlichen Präparaten auch Hausmittel und verschiedene Entspannungsmethoden. All diese Mittel eignen sich bei gelegentlichen Schlafproblemen und unterstützen eine ruhige Abendroutine. Sie ersetzen bei Schlafstörungen, die länger anhalten, aber keine ärztliche Abklärung.

Klassische Heilpflanzen: Welche Kräuter wirken schlaffördernd?

Verschiedene Kräuter gelten in der Pflanzenheilkunde als bewährte Mittel, um die Schlafqualität zu fördern. Diese pflanzlichen Schlafmittel unterstützen das Ein- und Durchschlafen. In Apotheken und Drogerien sind sie rezeptfrei als Tee, Tropfen, Kapseln oder Tabletten erhältlich. Auch Duftöle können gezielt bei Schlafproblemen eingesetzt werden. 

Die bekanntesten pflanzlichen Einschlafhilfen

Pflanzliche Schlafmittel wirken nicht sofort. Bei vielen Präparaten setzt der Effekt erst nach mehreren Wochen regelmässiger Einnahme ein. Halten Sie sich dabei immer an die Angaben in der Packungsbeilage. Lassen Sie sich zusätzlich in Ihrer Apotheke oder Arztpraxis beraten – zum Beispiel, wenn Sie unsicher sind oder bereits andere Medikamente nehmen. Die folgenden Kräuter gehören zu den bekanntesten Schlafmitteln:

  • Baldrian: Die Wurzel enthält ätherische Öle und Wirkstoffe wie Valepotriate und Lignane. Diesen Inhaltsstoffen schreibt die Pflanzenheilkunde eine beruhigende Wirkung zu. Der Geschmack der reinen Wurzel ist bitter. Daher bietet sich die Einnahme mit Kapseln oder Tabletten an.
  • Hopfen: Die Zapfen des Hopfens enthalten Bitterstoffe und ätherische Öle. Bestandteile des Hopfenextrakts binden sich an Melatoninrezeptoren und unterstützen so den Einschlafprozess. Die getrockneten Zapfen des Hopfens verbreiten ein beruhigendes Aroma – etwa als Duftsäckchen unter dem Kopfkissen.
  • Melisse: Melissenblätter enthalten ätherische Öle und Gerbstoffe wie Kaffeesäure und Rosmarinsäure. Die Inhaltsstoffe wirken krampflösend sowie entspannend auf das Nervensystem. Melisse eignet sich zum Schlafen als Tee, in Tropfen oder Kapseln.
  • Lavendel: Lavendelblüten enthalten ätherische Öle mit den Wirkstoffen Linalool und Linalylacetat. Diese Stoffe wirken entspannend und angstlösend. Lavendel ist zum Einschlafen als Tee, in Form von Tropfen oder als Öl erhältlich. Einige Tropfen Lavendelöl auf dem Kopfkissen, ein Säckchen mit Lavendelblüten oder ein Duftöl neben dem Bett verbreiten ein beruhigendes Aroma.
  • Passionsblume: Sie enthält aromatische Verbindungen (Flavonoide) und eine geringe Menge ätherisches Öl. In der Pflanzenheilkunde wird die Passionsblume in Tees zum Einschlafen eingesetzt sowie bei innerer Unruhe und Nervosität.
  • Hafer: Haferkraut enthält unter anderem das Protein Avenin. Die Naturheilkunde schreibt diesem Inhaltsstoff eine beruhigende Wirkung zu. Als Kraut zum Einschlafen ist Hafer als Extrakt in Tropfen, als Tee oder als Badezusatz erhältlich.

Wissenschaftliche Studien belegen die Wirksamkeit beruhigender Kräuter als Schlafmittel bisher nicht eindeutig. Die Pflanzenheilkunde stützt sich bei diesen Mitteln vor allem auf eine lange Anwendungstradition und Erfahrungswerte. Ob und wie stark ein Präparat wirkt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählen die Ursache der Schlafprobleme, die Dosierung und das individuelle Empfinden.


Welcher Tee ist gut zum Einschlafen?

Ein Tee mit beruhigenden Kräutern vor dem Schlafen passt gut in die Abendroutine. Die Zubereitung und das bewusste Trinken schaffen eine ruhige Überleitung in die Nacht. Besonders Baldrian, Melisse, Lavendelblüten, Passionsblumenkraut und Hopfenzapfen eignen sich als Schlaftee. Im Vergleich zu Kapseln oder Tabletten enthält ein Tee eine geringere Konzentration pflanzlicher Wirkstoffe. Dafür verbindet er die Inhaltsstoffe mit der Wärme des Getränks und der beruhigenden Wirkung eines Abendrituals.

Viele Schlaftees kombinieren verschiedene Kräuter miteinander. Baldrian und Melisse ist eine bewährte Mischung. Häufig wird sie mit Hopfen und Passionsblume ergänzt. Beachten Sie bei der Zubereitung die Angaben auf der Packung – insbesondere zu Menge, Wassertemperatur und Ziehzeit. Trinken Sie den Tee idealerweise 30 bis 60 Minuten vor dem Zubettgehen.

Welche Nebenwirkungen haben pflanzliche Schlafmittel?

Pflanzliche Schlafmittel gelten im Vergleich zu synthetischen Schlafmitteln als gut verträglich. Die Kräuter zum besseren Schlafen lösen keine Abhängigkeit aus. In Einzelfällen treten jedoch Nebenwirkungen auf. Zu den typischen Beschwerden zählen:

  • Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit oder Bauchkrämpfe
  • Überempfindlichkeitsreaktionen wie Hautausschlag oder Juckreiz
  • Müdigkeit oder Benommenheit am Folgetag
    Alkohol verstärkt die beruhigende Wirkung von pflanzlichem Schlafmittel. Beruhigungsmittel oder andere sedierende Arzneimittel können die Wirkung ebenfalls verstärken. Sprechen Sie vor der Anwendung mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, wenn Sie regelmässig Medikamente einnehmen.

Sind pflanzliche Schlafmittel in der Schwangerschaft und Stillzeit erlaubt?

Gerade bei hormonellen Veränderungen, wie bei einer Schwangerschaft, gehören Schlafprobleme oft dazu. Beim Einsatz von Baldrian, Lavendel und Passionsblumen sollten Schwangere vorsichtig sein. In grossen Mengen stimulieren diese nämlich die Gebärmutter. Auch während der Stillzeit sind nicht alle Teemischungen geeignet. Spezielle Tees, die Sie auch während der Schwangerschaft oder Stillzeit bedenkenlos trinken können, finden Sie in der Drogerie oder Apotheke. Beachten Sie ausserdem: Einige pflanzliche Schlafmittel, zum Beispiel Baldrian-Tinkturen, enthalten Alkohol als Lösungsmittel. Sprechen Sie deshalb vor der Einnahme von Kräutern oder pflanzlichen Präparaten mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme.

Weitere Tipps und Hilfsmittel für ein besseres Ein- und Durchschlafen

Neben pflanzlichen Präparaten fördern auch Hausmittel und bewährte Entspannungsmethoden vor dem Einschlafen eine erholsame Nacht. 

Routinen und Rituale einführen

Es gibt zahlreiche Hausmittel, die einen besseren Schlaf versprechen. Besonders gut wirken sie als Teil eines festen Abendrituals. Wiederkehrende Abläufe signalisieren dem Körper: Jetzt ist Zeit, zur Ruhe zu kommen. So fällt vielen Menschen das Einschlafen leichter.

  • Wärmende Bäder: Ein warmes Fussbad, eine Dusche oder ein Bad mit Lavendel- oder Melissenzusatz entspannen Körper und Geist.
  • Heisse Honigmilch: Warme Milch mit Honig gilt ebenfalls als beliebtes Hausmittel vor dem Schlafen. Achten Sie darauf, den Honig nicht in die kochende Milch zu geben, sondern in höchstens 40 Grad warme Milch einzurühren, und für die Mischung möglichst reinen Naturhonig zu verwenden.
  • Feste Schlafzeiten: Gehen Sie jeden Abend zur gleichen Zeit ins Bett und stehen Sie morgens zur gleichen Zeit auf. Ein gleichmässiger Rhythmus gilt als eines der wirksamsten Mittel gegen Durchschlafstörungen.
  • Bildschirmpause: Legen Sie Smartphone, Tablet und Laptop mindestens eine Stunde vor dem Zubettgehen beiseite. Das Licht der Bildschirme beeinflusst die Produktion des Schlafhormons Melatonin.
  • Schlafumgebung: Halten Sie Ihr Schlafzimmer kühl, dunkel und ruhig. Eine Raumtemperatur von etwa 18 Grad Celsius ist in der Regel optimal.
  • Den Tag verabschieden: Lesen, Tagebuch-Schreiben oder Gedanken-Notieren bringen Ruhe in den Abend. 
    Weitere Schlaftipps betreffen die Ernährung am Abend. Verzichten Sie auf koffeinhaltige Getränke wie Kaffee, Schwarztee oder Cola. Alkohol erleichtert zwar das Einschlafen, stört aber das Durchschlafen in der zweiten Nachthälfte. 

Entspannungskurse – das zahlt Helsana

Mit der Zusatzversicherung COMPLETA erhalten Sie jährlich 75% der Kosten bis zu 200 Franken für anerkannte Kurse zur Gesundheitsförderung. Erfahren Sie, welche Leistungen dabei sind.

Yoga, Atemtechnik und Entspannungsmethoden

Stress und innere Anspannung gehören zu den meistverbreiteten Ursachen für Schlafprobleme. Entspannungsübungen und Atemtechniken vor dem Zubettgehen bauen diese Anspannung ab und bereiten den Körper auf den Schlaf vor. Die folgenden Techniken eignen sich ebenfalls gut als Teil der Abendroutine:

  • Yoga: Sanfte Yoga-Übungen zum Einschlafen lösen Verspannungen und beruhigen den Geist. Langsame Dehnungen und ruhige Haltungen eignen sich besonders am Abend. 
  • Meditation: Meditation lenkt die Aufmerksamkeit auf den Moment und unterbricht das Gedankenkarussell. Bereits 10 bis 15 Minuten am Abend schaffen Ruhe im Kopf.
  • Bewusstes Atmen: Langsames, tiefes Atmen senkt die Herzfrequenz und beruhigt das Nervensystem.
  • Progressive Muskelentspannung: Bei der progressiven Muskelentspannung spannen Sie einzelne Muskelgruppen bewusst an und lassen sie anschliessend wieder los. Der Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung löst körperliche Unruhe.

Natürliche Schlafmittel für Kinder

Bei Kindern stehen feste Abendrituale, eine ruhige Schlafumgebung und stabile Schlafzeiten im Vordergrund. 

  • Vorlesen oder gemeinsam eine Gute-Nacht-Geschichte erzählen
  • Ruhige Musik oder ein Hörspiel mit Einschlaffunktion
  • Gedämpftes Licht im Schlafzimmer
  • Eine sanfte Massage mit beruhigendem Öl an den Füssen oder Schläfen

Solche Einschlafrituale helfen bei Schlafstörungen im Kindesalter oft mehr als pflanzliche Schlafmittel. Altersgerechte Kräutertees mit Passionsblume oder Melisse eignen sich als milde Ergänzung am Abend – achten Sie dabei auf die Inhaltsstoffe. Pflanzliche Präparate in Form von Tabletten, Tropfen oder Kapseln geben Sie Kindern unter 12 Jahren nur nach fachlicher Rücksprache.

Helfen Kräuter und natürliche Mittel auch bei anhaltenden Schlafstörungen?

Natürliche Schlafmittel eignen sich vor allem bei gelegentlichen Schlafproblemen. Bei anhaltenden Schlafstörungen stossen Kräuter wie Baldrian, Hopfen oder Lavendel jedoch an ihre Grenzen. Halten Ihre Schlafprobleme über mehrere Wochen an und treten sie in mehreren Nächten pro Woche auf, holen Sie sich ärztlichen Rat. Gleiches gilt bei Schlafapnoe, starker Tagesmüdigkeit trotz ausreichender Schlafzeit oder anhaltenden Konzentrationsproblemen. 

Pflanzliche Schlafmittel und andere natürliche Einschlafhilfen unterstützen eine ruhige Abendroutine und fördern einen guten Schlaf. Achten Sie auf die Ursachen Ihrer Schlafprobleme und beobachten Sie, wie lange die Beschwerden anhalten. Ausreichender Schlaf ist ein wichtiger Faktor für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Wenn der Schlafmangel chronisch wird, holen Sie Hilfe bei einer medizinischen Fachperson. 

Weiterlesen

Schlafmangel: Auswirkungen auf Körper und Psyche
Schlaflose Nächte machen Sie nicht nur müde, sondern krank. Wie Schlafmangel Ihren Körper und Ihr Gemüt beeinflusst.
19. August 2026 5 Minuten

Chronotypen im Überblick: Was Ihr Schlaftyp über Sie verrät
Eule, Lerche oder Mischtyp? Erfahren Sie, welcher Chronotyp zu Ihnen passt und wie er Ihren Schlafrhythmus beeinflusst.
28. August 2026 5 Minuten

Newsletter

Erfahren Sie monatlich mehr über aktuelle Gesundheitsthemen und erhalten Sie alle Informationen zu den attraktiven Angeboten aller Gesellschaften der Helsana-Gruppe * bequem per E-Mail zugestellt. Registrieren Sie sich kostenlos für unseren Newsletter.

Senden

Herzlichen Dank für Ihre Anmeldung.
Sie haben soeben ein E-Mail mit einem Bestätigungslink erhalten. Bitte klicken Sie diesen an, um Ihre Anmeldung abzuschliessen.

Leider ist etwas schiefgelaufen.

Ihre Daten konnten nicht übermittelt werden. Bitte versuchen Sie es später erneut.

* Zur Helsana-Gruppe gehören die Helsana Versicherungen AG, Helsana Zusatzversicherungen AG sowie die Helsana Unfall AG.