Erste Hilfe bei Herzstillstand

Steht das Herz plötzlich still, zählt jede Sekunde! Es muss sofort mit der Herzdruckmassage begonnen und wenn möglich mit einem Defibrillator unterstützt werden. Mit dieser Anleitung sind Sie für den Notfall vorbereitet.

04.09.2020

Daniela Schori

Etwa 8000 Menschen erleiden jährlich einen Herz-Kreislauf-Stilltand. Nur etwa 5 Prozent überleben ein solches Ereignis ausserhalb des Spitals. Sie können die Chancen auf Rettung erhöhen, indem Sie sofort den Rettungsdienst alarmieren und die bewusstlose Person wiederbeleben. Die wichtigste Erste-Hilfe-Massnahme ist die Herzdruckmassage.

Anzeichen für einen Herzstillstand

  • Die Person fällt um oder sinkt im Stuhl zusammen
  • Keine Reaktion auf lautes Ansprechen und Schütteln
  • Keine Atmung oder Schnappatmung

Ein Herz-Kreislauf-Stillstand kann ohne vorherige Anzeichen eintreten. Häufig gehen ihm jedoch ein Herzinfarkt oder eine Herzrhythmusstörung voraus. Kennen Sie die Symptome eines Herzinfarkts? Lesen Sie unsere Tipps dazu.

Blogartikel "Herzinfarkt – Symptome, Entstehung und Erste Hilfe"

Helsana zahlt an Erste-Hilfe-Kurse

Als Partnerin des Schweizerischen Roten Kreuzes setzt sich Helsana dafür ein, dass möglichst viele Menschen jederzeit Erste Hilfe leisten können. Für Kundinnen und Kunden der ambulanten Zusatzversicherung Completa beteiligt sich Helsana neu mit 75 Prozent oder bis maximal 200 Franken pro Kalenderjahr an den Kosten ausgewählter Kurse des Schweizerischen Samariterbunds, einer Rettungsorganisation des SRK.

Erste Hilfe bei Herzstillstand

Die Person antwortet nicht, atmet nicht oder abnormal – dies deutet auf einen Stillstand des Herzens oder Kreislaufs hin. Verlieren Sie keine Zeit! Rufen Sie sofort Hilfe, damit Sie unterstützt werden.

  1. 144 alarmieren
    Wo sind Sie?
    Was ist passiert?
    Wie viele Verletzte?
    Welche Verletzungen liegen vor?
    Wie ist Ihr Name?
  2. Wenn möglich: Defibrillator holen lassen
    Falls Sie nicht allein vor Ort sind: Fordern Sie mit Nachdruck dazu auf, dass jemand einen Defibrillator holt. Sobald der Defibrillator vor Ort eintrifft: Gerät einschalten und konsequent seinen Anweisungen folgen.
  3. Position für Herzdruckmassage einnehmen
    - Neben Patienten knien
    - Handballen auf Mitte des Brustkorbes (Brustbein) legen, andere Hand darüber
    - Arme gestreckt, Schultern senkrecht über dem Druckpunkt (mit dieser Hand- und Körperhaltung erzielen Sie beim Pressen die bestmögliche Kraftübertragung)
  4. Brustkasten komprimieren
    - Kräftige Druckstösse auf die Mitte des Brustbeins, immer komplett entlasten
    - 100 bis 120 Mal pro Minute (= 2 Mal pro Sekunde)
    - Kompressionstiefe 5 bis 6 cm
    - Bis der Rettungsdienst übernimmt oder im besten Fall die Atmung wieder einsetzt

Tipps zur Herzdruckmassage

  • Ihre eigene Sicherheit steht an erster Stelle. Bringen Sie sich nicht in Gefahr – nicht dass es am Ende zwei Patienten gibt. Lieber eine gebrochene Rippe als tot: Haben Sie keine Angst, die Person zu verletzen. Es kommt vor, dass eine oder mehrere Rippen brechen, sogar das Brustbein. Diese Verletzungen sind nicht lebensgefährlich. Und: Nur nichts tun ist falsch.     
  • Suchen Sie Helfer. Wechseln Sie sich ab. Tests zeigen, dass man bereits nach zwei Minuten nicht mehr genügend Druck ausüben kann.
  • Schnell pressen: Bei der Herzdruckmassage ist neben der Technik vor allem die Geschwindigkeit wichtig. Tipp: Denken Sie an den Song "Stayin’ Alive" von den Bee Gees, und pressen Sie im Rhythmus dieser Musik.

Beatmen: nur für geübte Helfer sinnvoll

Laien sollten auf die Beatmung verzichten. Sie verlieren damit zu viel Zeit und bewirken zu wenig. Besser sich ganz auf die Herzdruckmassage konzentrieren. Dank der Herzdruckmassage kann der restliche Sauerstoff im Blut zirkulieren und das Gehirn noch eine Weile mit Sauerstoff versorgen.

Geübte Ersthelferinnen und Ersthelfer führen die Herzdruckmassage im Wechsel mit der Mund-zu-Mund-Beatmung (oder auch durch die Nase) durch. Für die Herz-Lungen-Wiederbelebung gilt die Regel 30:2, das heisst: Im Wechsel 30 Mal drücken, dann 2 Atemstösse.

Reanimieren mit Defibrillator (AED)

Sind mehrere Ersthelfer vor Ort, holt eine Person nach dem Notruf den Defibrillator, während die anderen die Herzdruckmassage durchführen.

  1. Folgen Sie den Anweisungen des Defibrillators: Den Brustkorb freimachen.
  2. Elektroden aufkleben: eine auf der rechten Brustseite des Patienten unterhalb des Schlüsselbeins, die andere auf den linken Rippenbogen.
  3. Das weitere Vorgehen begleitet der Defibrillator mit klaren Sprachanweisungen.

AED ist die Abkürzung für automatisierter externer Defibrillator. Es ist ein medizinisches Gerät zur Wiederbelebung einer Person mit Herz-Kreislauf-Stillstand (Herzrhythmusstörungen, Herzstillstand). Dabei kann nichts passieren: Der Defibrillator analysiert, ob ein Stromstoss überhaupt sinnvoll ist. Auch Kinder ab circa 8 Jahren oder ab 25 Kilogramm Körpergewicht können damit wiederbelebt werden. Gewisse Geräte haben spezielle Kinderelektroden für jüngere Kinder. Beachten Sie die Anweisungen auf dem AED-Gerät.

Herzdruckmassage bei Kleinkindern

Bei Kleinkindern verwenden Sie für die Herzdruckmassage nur einen Handballen, bei Säuglingen zwei Finger. Die Kompressionstiefe beträgt ein Drittel des Brustkorbdurchmessers.

André Roggli André Roggli

André Roggli

André Roggli arbeitet als interimistischer Bereichsleiter "Bildung und Freiwilligenmanagement" des Schweizerischen Samariterbunds – einer Rettungsorganisation des Schweizerischen Roten Kreuzes. In seiner Funktion als Schulungsexperte rund um Erste Hilfe bildet er Laien auf verschiedensten Stufen aus. Er leistet regelmässig Sanitätsdienste in Organisationen sowie bei Anlässen. André Roggli stand dem Redaktionsteam bei diesem Artikel beratend und redaktionell zur Seite.

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