So schützen Sie sich vor der Sonne

Um das Thema Sonnenschutz ranken sich viele Mythen. Der Hautarzt Hans Fischer klärt auf, was tatsächlich beachtet werden muss.

22.06.2018

Lara Brunner

Herr Fischer, gibt es Möglichkeiten, sich auf die Sonne und die Strahlung vorzubereiten?

Man sollte sich vor den Ferien um die richtige Kleidung und den richtigen Sonnenschutz kümmern. So startet man gut vorbereitet in den Urlaub.

Hilft das Vorbräunen im Solarium tatsächlich?

Nein, der Eigenschutzfaktor der Haut wird dadurch zwar leicht erhöht, vor den negativen Auswirkungen der Sonnenstrahlen ist man aber trotzdem nicht geschützt. Zudem erhöhen auch die UV-Strahlen des Solariums das Hautkrebsrisiko und beschleunigen die Hautalterung.

Wie lange kann man sich maximal in die Sonne legen?

Die maximale Schutzzeit einer Sonnencreme berechnet sich wie folgt: eigene Schutzzeit der Haut x Lichtschutzfaktor = Zeit in Minuten, in denen man sich der Sonne aussetzen darf. Unter Ihrem Hauttyp finden Sie Ihre Eigenschutzzeit. Wichtig: Das mehrfache Eincremen verlängert die Schutzzeit der Sonnencreme nicht.

Hauttyp 1

  • sehr helle Haut
  • helle Augen
  • rotblondes Haar
  • Eigenschutzzeit: bis 10 Minuten

Hauttyp 2

  • helle Haut
  • helle Augen
  • helles Haar
  • Eigenschutzzeit: bis 20 Minuten

Hauttyp 3

  • mittelhelle Haut
  • helle oder dunkle Augen
  • braunes Haar
  • Eigenschutzzeit: bis 30 Minuten

Hauttyp 4

  • bräunliche Haut
  • dunle Augen
  • dunkles Haar
  • Eigenschutzzeit: bis 45 Minuten

Hauttyp 5

  • dunkle Haut
  • dunkle Augen
  • schwarzes Haar
  • Eigenschutzzeit: bis 60 Minuten

Hauttyp 6

  • schwarze Haut
  • dunkle Augen
  • schwarzes Haar
  • Eigenschutzzeit: bis 90 Minuten

Schützen Schatten und Wasser?

Nein, im Schatten ist man der Sonnenstrahlung bis zu 80 Prozent ausgesetzt. Auch beim Schwimmen und Schnorcheln besteht die Gefahr eines Sonnenbrandes. Die Sonnenstrahlen dringen bis zu einem Meter tief ins Wasser ein. Auch Wind ist tückisch: Aufgrund der kühlen Luft vergisst man die Sonne schnell.

Sind teure Sonnencremes besser?

Nein, beim Kauf sollte man nicht zu sehr auf den Preis achten. Wichtig sind der Lichtschutzfaktor und die Verträglichkeit. Man sollte eine Creme nehmen, die man als angenehm empfindet.

Was sollte man tun bei Sonnenbrand?

Unbedingt kühlen, zum Beispiel mit feuchten Tüchern, und danach After-Sun-Produkte auftragen. Von Eis, Cold Packs oder Hausmitteln wie Quark sollte man hingegen die Finger lassen. Diese können die Heilung verzögern. Sonnenbrand tritt frühestens vier bis sechs Stunden später auf. Wenn man bereits vor her merkt, dass die Haut gereizt ist, kann ein Gramm Aspirin entzündungshemmend wirken.

Dermatologe Dr. med. Hans Fischer Dermatologe Dr. med. Hans Fischer

Dermatologe Dr. med. Hans Fischer

Gruppenpraxis mediX, Zürich

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