Wie entstehen Muskelkrämpfe?

Wer schon mal einen Wadenkrampf hatte, weiss, wie schmerzhaft verkrampfte Muskeln sein können. Was sind die Ursachen von Muskelkrämpfen? Und wie beugen Sie ihnen vor?

28.07.2022 Daniela Schori 3 Minuten

Muskelkrämpfe beim Sport oder nachts im Schlaf können äusserst schmerzhaft sein. Die Muskulatur zieht sich dabei unwillkürlich zusammen. Der Muskel verhärtet sich, es fühlt sich wie ein Ziehen an.

Kommt es zu einem Wadenkrampf beim Joggen, können Sie vor Schmerzen kaum mehr auf den Boden auftreten. Nach Sekunden oder auch Minuten entspannt sich der Muskel wieder.

Erste Hilfe bei einem Muskelkrampf

Kündigt sich ein Muskelkrampf an, hilft Dehnen.

  • Bei einem Wadenkrampf ziehen Sie Ihre Zehen nach oben in Richtung Schienbein.
  • Massieren Sie den Muskel sanft in Längsrichtung.
  • Sobald die Anspannung nachlässt, behutsam wieder bewegen.
  • Auch Wechselduschen mit kaltem und warmem Wasser können helfen.

Das beste Mittel gegen Muskelkrämpfe ist jedoch vorbeugen.

Muskelkrämpfen vorbeugen

Ernährung

Ernähren Sie sich ausgewogen. So hat Ihr Körper alle Nährstoffe, die er braucht. Die Ernährungspyramide bietet Ihnen dafür eine gute Orientierung.

Magnesium

Mit einem Bluttest lässt sich ein Magnesiummangel nachweisen. Behandeln lässt er sich mit Präparaten in Pulver- oder Tablettenform.

Genug trinken

Trinken Sie vor allem bei sportlichen Aktivitäten oder sonstiger körperlicher Anstrengung genügend Wasser oder isotonische Getränke. Verzichten Sie auf Alkohol. Letzterer entzieht dem Körper Flüssigkeit.

Aufwärmen

Wärmen Sie Ihre Muskeln vor dem Sport auf. Starten Sie Ihr Training mit geringer Intensität oder machen Sie Aufwärmübungen. Seilspringen oder Hampelmänner eignen sich beispielsweise gut dafür.

Dehnen

Dehnen nach dem Sport unterstützt die Muskelentspannung. Vor dem Training ist Aufwärmen wichtiger. Bauen Sie Dehnübungen in Ihren Alltag ein. Das beugt Verspannungen und Dysbalancen vor, hält die Gelenke und Gewebestrukturen beweglich und die Muskeln spielen besser zusammen.

Tipp: Wenn Sie in der Nacht häufig an Wadenkrämpfen leiden: Dehnen Sie abends.

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Wie entsteht ein Muskelkrampf?

Ein Muskelkrampf, auch Spasmus genannt, entsteht, wenn Nerven undeutliche Impulse vom Hirn an die Muskeln weitergeben. Die Muskeln interpretieren diese falsch und verkrampfen sich. Krämpfe betreffen vor allem die Skelettmuskulatur. Verkrampfen können sich aber auch glatte Muskeln wie Blutgefässe, Hohlorgane oder Lymphgefässe. Die einzige Ausnahme bildet das Herz. Es ist der einzige Muskel, der sich nicht verkrampfen kann.

Die drei Krampf-Formen

  • Beim gewöhnlichen Krampf tritt eine kurze, schmerzhafte Anspannung auf. Beispiele dafür sind nächtliche oder morgendliche Wadenkrämpfe.
  • Als klonische Krämpfe bezeichnet man schnelle, rhythmische Zuckungen. Diese treten in kurzen Abständen nacheinander auf. Dazwischen erschlafft der Muskel.
  • Tonische Krämpfe sind langanhaltende Kontraktionen (Dauerkrampf).

Ursachen für Muskelkrämpfe der Skelettmuskulatur

Ist die Konzentration an Mineralstoffen (Elektrolyten) im Körper gestört, können Muskelkrämpfe auftreten, so beispielsweise bei Magnesium- oder Kochsalzmangel. Das passiert, wenn der Körper zu wenig Flüssigkeit hat. Das kann durch Schwitzen passieren oder aus anderen Gründen – etwa, nach dem Konsum von Alkohol.

Auch wenn man sich falsch ernährt, kann ein Mangel an Mineralien entstehen. Die Muskeln verkrampfen sich aber auch dann, wenn sie nicht genügend durchblutet oder sehr stark beansprucht werden. Das zeigt sich oftmals während eines Fussballspiels. Gegen Ende des Spiels erleiden Fussballer und Fussballerinnen häufig Wadenkrämpfe.

Weitere Gründe für Muskelkrämpfe

  • Quergestreifte Muskulatur: Krampfadern, gewisse Medikamente, neurologische oder hormonelle Erkrankungen
  • Glatte Muskulatur: Asthma, Blinddarmentzündung, Nierensteine, Morbus Crohn
  • Generalisierter Krampfanfall: Fieber, Epilepsie, Gehirnhautentzündung, Drogen- oder Alkoholentzug

Oftmals sind die Ursachen harmlos. Leiden Sie jedoch häufig an Muskelkrämpfen, die länger anhalten und sehr schmerzhaft sind, können diese auf eine Stoffwechselstörung oder eine neurologische Erkrankung hinweisen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, um ernsthafte Erkrankungen auszuschliessen.

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