Wie entstehen Muskelkrämpfe?

Wer schon mal einen Wadenkrampf hatte, weiss, wie schmerzhaft verkrampfte Muskeln sein können. Wir zeigen Ihnen, was die Ursachen von Muskelkrämpfen sind und wie Sie ihnen vorbeugen.

06.05.2019 Lara Brunner

Wie verkrampfen sich Muskeln?

Ein Muskelkrampf, auch Spasmus genannt, ist eine starke, schmerzende Anspannung der Muskulatur. Sie geschieht unwillkürlich. Der Muskel verhärtet sich, ein ziehendes Gefühl tritt auf. Bei einem Wadenkrampf ist das Auftreten auf den Boden kaum oder gar nicht mehr möglich. Nach Sekunden oder Minuten entspannt sich der Muskel wieder.

Ein Krampf entsteht, wenn Nerven undeutliche Impulse vom Hirn an die Muskeln weitergeben. Die Muskeln interpretieren diese falsch und verkrampfen sich. Krämpfe (Spasmen) betreffen vor allem die Skelettmuskulatur, auch bekannt als quergestreifte Muskulatur. Verkrampfen können sich aber auch glatte Muskeln wie Blutgefässe, Hohlorgane oder Lymphgefässe. Die einzige Ausnahme bildet das Herz. Es ist der einzige Muskel, der sich nicht verkrampfen kann.

Weitere Muskelkrämpfe

Bekannt sind vor allem Waden- oder Magenkrämpfe. Es gibt aber auch verschiedene andere Formen:

  • Kolik: Krampf eines Hohlorgans (Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen)
  • Vasospasmus: Krampf eines Blutgefässes
  • Bronchospasmus: Krampf in den Bronchien
  • Laryngospasmus: Krampf im Kehlkopf

Die drei Krampf-Formen

  • Beim gewöhnlichen Krampf tritt eine kurze, schmerzhafte Anspannung auf. Beispiele dafür sind nächtliche oder morgendliche Wadenkrämpfe.
  • Als klonische Krämpfe bezeichnet man schnelle, rhythmische Zuckungen. Diese treten in kurzen Abständen nacheinander auf. Dazwischen erschlafft der Muskel.
  • Tonische Krämpfe sind langanhaltende Kontraktionen (Dauerkrampf).

Ursachen für Muskelkrämpfe der Skelettmuskulatur

Elektrolyte sind kleine geladene Teilchen. Sie bestimmen, wie sich die Flüssigkeit im Körper verteilt. Zudem steuern sie die Funktionen unserer Zellen. Ist die Elektrolytkonzentration im Körper gestört – etwa bei Magnesium- oder Kochsalzmangel – können Muskelkrämpfe auftreten. Das passiert, wenn der Mensch zu viel schwitzt oder aus anderen Gründen zu wenig Flüssigkeit im Körper hat – etwa, weil er Alkohol konsumiert hat. Auch wenn man sich falsch ernährt, kann ein Mangel an Mineralien entstehen. Die Muskeln verkrampfen sich aber auch dann, wenn sie nicht genügend durchblutet oder sehr stark beansprucht werden. Das zeigt sich oftmals während eines Fussballspiels. Gegen Ende des Spiels erleiden Fussballer häufig Wadenkrämpfe.

Weitere Gründe für Muskelkrämpfe

  • Quergestreifte Muskulatur: Krampfadern, gewisse Medikamente, neurologische oder hormonelle Erkrankungen
  • Glatte Muskulatur: Asthma, Blinddarmentzündung, Nierensteine, Morbus Crohn
  • Generalisierter Krampfanfall: Fieber, Epilepsie, Gehirnhautentzündung, Drogen- oder Alkoholentzug

Oftmals sind die Ursachen harmlos. Leiden Sie jedoch häufig an Muskelkrämpfen, die länger anhalten und sehr schmerzhaft sind, können diese auf eine Stoffwechselstörung oder eine neurologische Erkrankung hinweisen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, um ernsthafte Erkrankungen auszuschliessen.

Erste Hilfe bei einem Muskelkrampf

Tritt ein Muskelkrampf auf, hilft es, den Muskel zu dehnen. Bei einem Wadenkrampf ziehen Sie Ihre Zehen nach oben in Richtung Schienbein. Auch Wechselduschen mit kaltem und warmem Wasser oder leichte Massagen können helfen.

Muskelkrämpfen vorbeugen

Ernährung

Ernähren Sie sich ausgewogen. So hat Ihr Körper alle Nährstoffe, die er braucht. Die Ernährungspyramide bietet Ihnen dafür eine gute Orientierung.

Magnesium

Mit einem Bluttest lässt sich ein Magnesiummangel nachweisen. Behandeln lässt er sich mit Präparaten in Pulver- oder Tablettenform.

Ausreichende Flüssigkeitszufuhr

Trinken Sie vor allem bei sportlichen Aktivitäten oder sonstiger körperlicher Anstrengung genügend Wasser oder isotonische Getränke. Verzichten Sie auf Alkohol. Letzterer entzieht dem Körper Flüssigkeit.

Aufwärmen

Wärmen Sie Ihre Muskeln vor dem Sport auf. Starten Sie Ihr Training mit geringer Intensität oder machen Sie Aufwärmübungen. Seilspringen oder Hampelmänner eignen sich beispielsweise gut dafür.

Dehnen

Dehnen können Sie nicht nur vor oder nach dem Training. Bauen Sie die Übungen auch in Ihren Alltag ein.

Tipp: Wenn Sie in der Nacht häufig an Wadenkrämpfen leiden, machen Sie die Dehnübungen abends.

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