Wie sich Ihr Körper Woche für Woche verändert

Ein Mensch wächst heran. Das verändert auch vieles im Körper der Mutter. Was aber heisst das genau? Erfahren Sie Schritt für Schritt, wie eine Schwangerschaft abläuft. Und worauf Sie wann genau achten sollten.

Schwangere Frau hält ein Ultraschall-Bild in der Hand

Jede Schwangerschaft ist einzigartig und verläuft demnach auch immer ein bisschen unterschiedlich. Die verschiedenen Begleiterscheinungen einer Schwangerschaft können stets etwas früher oder später auftreten. So sieht ein möglicher Schwangerschaftsverlauf aus:

SSW 1 bis 4 (1. Monat)

Der Zeitpunkt der Befruchtung lässt sich meist nicht genau feststellen. Vier bis fünf Tage nach der Befruchtung nistet sich das befruchtete Ei in die Gebärmutter, auch Uterus genannt, ein. Dann stehen bereits Geschlecht, Augenfarbe sowie einige weitere Merkmale Ihres Kindes fest. In der vierten Woche können die ersten Anzeichen einer Schwangerschaft auftreten:

  • Ausbleiben der Periode
  • Müdigkeit
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Spannungsgefühl in der Brust
  • Ziehen im Unterbauch
  • Häufiger Harndrang, Verstopfung

Diese Symptome signalisieren Ihnen, dass Sie einen Gang runterschalten und mehr Ruhe in Ihr Leben bringen sollten.

SSW 5 bis 8 (2. Monat)

Ein Arztbesuch bringt letzte Gewissheit. Auf dem Ultraschallbild erkennen Sie bereits jetzt ein winziges Bläschen: Ihr Embryo. Die nächsten Wochen der sogenannten Frühschwangerschaft sind sehr wichtig für die Entwicklung Ihres Babys. In dieser Zeit reagiert es am empfindlichsten auf schädliche Einflüsse.

Suchen Sie sich eine Hebamme. Dafür ist jetzt der ideale Zeitpunkt. Sie ist nämlich weit mehr als nur eine Geburtshelferin: Sie ist Ihre Vertrauensperson und erste Ansprechpartnerin bei Fragen rund um Ihre Schwangerschaft.

Ihr Hormonspiegel steigt an und Ihr Körper verändert sich langsam. Die Gebärmutter wächst. Die Brüste beginnen zu spannen. Die Bauchwand verdickt sich und Ihre Herzfrequenz und Atmung beschleunigen sich. Rechnen Sie auch mit Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen. Die Mutterbänder, die sich von  der Seite des Uterus zum Schambein ziehen, beginnen sich zu dehnen. Das kann einen ziehenden Schmerz im Unterleib verursachen.

Am Ende des zweiten Monats ist der Herzschlag des Embryos auf dem Ultraschall zu erkennen. Vereinbaren Sie weitere Vorsorgeuntersuchungen in einem Vier-Wochen-Rhythmus, um die Entwicklung Ihres Babys medizinisch zu verfolgen.

SSW 9 bis 12 (3. Monat)

Das Geschlecht Ihres Kindes steht direkt nach der Befruchtung fest. Trotzdem ist es auf dem Ultraschall noch nicht zu erkennen. Die Bewegungen Ihres Babys sehen Sie jedoch.

In der zehnten Schwangerschaftswoche endet die embryonale Phase. Ab jetzt sprechen die Ärzte von Ihrem Kind als Fötus. Auch Ihr Körper entwickelt sich kontinuierlich weiter: Sie nehmen zu und ihr Hautbild kann sich verändern. Zudem erhöht sich Ihr Blutvolumen und der Harndrang vermehrt sich. 

Gegen Ende des dritten Monats sinkt das Risiko, das Baby durch eine Fehlgeburt zu verlieren. Die Übelkeit lässt langsam nach, dafür treten Stimmungsschwankungen auf. Sie werden durch die erhöhte Menge an Hormonen hervorgerufen.

Im ersten Trimester können Sie eine pränataldiagnostische Untersuchung durchführen lassen. So erhalten Sie einen Hinweis auf mögliche Chromosomenstörungen oder Einzelgenerkrankungen.

Mehr zur Pränataldiagnostik

SSW 13 bis 16 (4. Monat)

Mit Ablauf der dreizehnten Schwangerschaftswoche endet das erste Trimester. Ihre Gebärmutter lässt sich nun deutlich von aussen ertasten. Sie wandert vom Beckenboden in Richtung Bauch.

In der vierzehnten Woche lässt sich unter Umständen schon das Geschlecht Ihres Kindes erkennen. Schlaflosigkeit und Müdigkeit gehören in dieser Zeit zu den typischen Symptomen. Auch Verstopfungen und Hämorrhoiden sind möglich.

Am Ende des vierten Monats wandert der Uterus weiter in Richtung Bauchnabel. Die Plazenta wächst heran und versorgt Ihr Baby mit allen wichtigen Nährstoffen. In der Zwischenzeit haben Sie vermutlich zwischen 2,5 und 4,5 kg zugenommen. 

SSW 17 bis 20 (5. Monat)

Ihr Baby wächst ab jetzt etwas weniger schnell. Das Geschlecht des Babys lässt sich bei der Ultraschalluntersuchung nun meistens gut erkennen. Ihr Uterus sitzt nun direkt unter dem Bauchnabel. Rechnen Sie mit den folgenden Beschwerden: Rückenschmerzen, Schwindelgefühle, Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Schwangerschaftsvergesslichkeit. Auch am Ende des fünften Schwangerschaftsmonats wächst Ihre Brust ständig weiter. Ein Umstands-BH stützt das Bindegewebe und entlastet den Rücken.

SSW 21 bis 24 (6. Monat)

Das Skelett Ihres Babys verfestigt sich und immer mehr Organe beginnen zu arbeiten. Ihre Brüste bilden Vormilch, auch Kolostrum genannt. Ödeme (Wassereinlagerungen) können – besonders am Ende des Tages – zu Schwellungen in Beinen und Füssen führen. Auch Krampfadern sind keine Seltenheit.

In den weiteren Wochen müssen Sie auch mit Zahnfleischbluten, steigender Herzaktivität und zunehmendem Harndrang rechnen. Ihr Blutvolumen steigt kontinuierlich und Ihre Gebärmutter dehnt sich bis zu 4 cm über den Bauchnabel aus. Eine Gewichtszunahme von bis zu 7 kg ist nicht unüblich.

Gegen Ende des sechsten Monats können Sodbrennen (Pyrosis), eine verstopfte Nase und Nasenbluten auftreten. Ihr Uterus stösst an die Rippenbögen und behindert so die Atmung. Das merken Sie vor allem bei körperlicher Anstrengung.

Ab der 24. Woche können Sie die ersten Bewegungen Ihres Babys spüren.

SSW 25 bis 28 (7. Monat)

Erreichen Sie den siebten Schwangerschaftsmonat, steigen die Überlebenschancen Ihres Babys bei einer Frühgeburt rapide.

Zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche können Sie einen speziellen Zuckertest durchführen. So erkennen Sie versteckten Schwangerschaftsdiabetes.

Zu den möglichen Beschwerden im siebten Monat gehören:

  • Kopfschmerzen
  • Verspannungen im Hals- und Nackenbereich
  • Spannungsgefühl
  • Rückenschmerzen
  • Krämpfe in den Beinen
  • Schlafprobleme
  • verstärkter Harndrang
  • Wassereinlagerungen
  • Sodbrennen
  • Urinverlust bei Lachen, Husten und Niesen

Gegen Ende des sieben Monats befindet sich die Gebärmutter weit über dem Nabel. Dadurch fällt das Atmen immer schwerer. Ihr Bauch wächst jetzt besonders schnell. Die gesamte Gewichtszunahme kann bis zu 11 kg betragen. 

SSW 29 bis 32 (8. Monat)

Ab dem achten Schwangerschaftsmonat treten zum ersten Mal Übungswehen auf. Sie dauern meist 30 Sekunden und enden dann abrupt. Neben den bereits bekannten Beschwerden können nun auch Gleichgewichtsprobleme auftreten.

Bis zum Ende des achten Monats nehmen die meisten Schwangeren zwischen 9 und 13 kg zu. Ihre Brüste produzieren vermehrt Vollmilch und wachsen weiter.

SSW 33 bis 36 (9. Monat)

Es ist gut möglich, dass Ihr Kreislauf ab dem 9. Monat Probleme macht. Auch Ängste vor der Geburt sind ganz normal.

In den Folgewochen treten immer wieder Übungswehen auf. Es kann vermehrt zu Spannungsgefühlen und Juckreiz der Haut am Bauch und den Brüsten kommen. Ihr Magen ist stark eingeengt. Das löst Appetitlosigkeit und Sodbrennen aus.

SSW 37 bis 40 (10. Monat)

Der letzte Monat Ihrer Schwangerschaft beginnt damit, dass sich Ihr Bauch senkt. Ihr Muttermund wird weicher und dünner. Die Übungswehen werden durch Senkwehen ergänzt. Der Druck nach unten verstärkt sich stetig.

Die ersten Anzeichen dafür, dass es bald losgeht, sind ein abgehender Schleimpfropf, das Platzen der Fruchtblase und die ersten echten Geburtswehen.

Zuvor sollten Sie aber Ihre Spitaltasche packen. 

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