Von den Wehen bis zum ersten Schrei

Bald steht der grosse Tag bevor. Gehen Sie ihn mit Gelassenheit an. Für den Verlauf der Geburt ist es hilfreich, wenn Sie als werdende Mutter so entspannt wie möglich sind. Die richtige Vorbereitung hilft Ihnen dabei.

 Frau mit Ultraschall-Bild in der Hand umarmt Mann

In einem Kurs zur Geburtsvorbereitung erhalten Sie wichtige Informationen zur Geburt und zum Wochenbett. Sie lernen spezielle Atemtechniken und Entspannungsstrategien kennen, die Ihnen die Geburt erleichtern sollen. Zudem können Sie Ihre Fragen und Ängste mit Experten und Expertinnen und anderen werdenden Eltern diskutieren.

Tipp: Besuchen Sie den Entbindungsort vor der Geburt. Machen Sie sich mit den Räumlichkeiten und der Atmosphäre vertraut. Auch das hilft, sich am Tag der Geburt besser entspannen zu können.

Übungswehen, Senkwehen und Geburtswehen

Ab der 29. Schwangerschaftswoche treten zum ersten Mal Übungswehen auf. Sie sind in regelmässigen Zeitabständen spürbar und dauern ungefähr 30 Sekunden.

Ab der 36. Schwangerschaftswoche kommt es zu den ersten Senkwehen, auch Vorwehen genannt. Ihr Körper bereitet sich auf die Geburt vor. Der Kopf Ihres Kindes rutscht langsam in Ihr Becken. Zwischen Senkwehen können mehrere Stunden oder gar Tage liegen.

Sobald die Geburtswehen einsetzen, beginnt die erste Geburtsphase. Diese Wehen sind stärker und schmerzhafter als Senkwehen. Sie kommen in regelmässigen Abständen, die immer kürzer werden.

Der Geburtsverlauf

Eine natürliche Geburt besteht aus vier Phasen. Die Länge dieser drei Phasen ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Bei der ersten Geburt dauert alles meist etwas länger. Lassen Sie sich auf dem Weg ins Spital trotzdem nicht zu viel Zeit.

Phase 1: die Eröffnungsphase

Als Eröffnungsphase bezeichnet man die Zeitspanne von den ersten Geburtswehen bis zur vollständigen Öffnung des Muttermunds. Dabei rutscht der Kopf des Babys beständig weiter in den Beckenring. Mit der Zeit werden die Wehen immer stärker und länger. Zudem verkürzt sich der Abstand dazwischen.

Phase 2: die Übergangsphase

Den letzten Teil der Eröffnungsphase nennt man auch Übergangsphase. Dabei öffnet sich der Muttermund vollständig auf bis zu 10 cm und der Kopf des Babys dreht sich in die richtige Position.

Phase 3: die Austreibungsphase

Die längste Phase der Geburt haben Sie bereits hinter sich gebracht. Ihre Hebamme zeigt Ihnen jetzt, wie sie richtig atmen und pressen. Mit jeder Wehe kommt Ihr Baby nun ein Stück weiter heraus.

Phase 4: die Nachgeburt

Es kann sein, dass man Ihnen anbietet, die Nabelschnur zu durchtrennen. Die Geburt ist allerding noch nicht ganz vorbei. Es folgen noch Nachwehen. Diese lösen die Nachgeburt, auch Plazenta genannt, aus Ihrem Körper. Diese Nachwehen sind jedoch weit weniger schmerzhaft als die Geburtswehen. Sobald die Nachgeburt vollständig ist, können Sie Ihr Neugeborenes zum ersten Mal in den Arm nehmen. Sollte Ihr Damm verletzt sein, wieder dieser unter örtlicher Betäubung genäht.  

Körperliche Veränderungen nach der Geburt

In den ersten sechs Wochen nach der Geburt verändert sich Ihr Körper stark:

  • Am Ende der Schwangerschaft wiegt Ihre Gebärmutter ungefähr 1,5 kg. Nach der Geburt bildet sie sich wieder auf 50 bis 70 g zurück. Nachwehen unterstützen diese Rückbildung.
  • In den ersten drei bis vier Wochen verändert sich auch der Wochenfluss: von menstruationsstark bis ausflussartig.
  • Der Milcheinschuss macht Ihre Brüste grösser, wärmer und fester. Das kann schmerzhaft sein.
  • In Ihrem Bauch ist jetzt wieder viel Platz. Ihre Verdauung braucht ein paar Tage, um sich an die neue Situation anzupassen und wieder in Gang zu kommen.

Beginnen Sie zeitnah nach der Geburt sich wieder zu bewegen. Dadurch werden Sie rascher wieder fit und Körperfunktionen wie Harndrang und Verdauung normalisieren sich schneller wieder.

Stillen im Wochenbett

Am Anfang ist das Stillen Ihres Neugeborenen eine sehr sensible Angelegenheit. Nehmen Sie sich genügend Zeit dafür. Wenn die Milch einschiesst, kann das zu Beschwerden führen. Das hilft dagegen:

  • Ein warmes Handtuch über der Brust oder eine warme Dusche vor dem Stillen lindert Schmerzen.
  • Stilleinlagen saugen austretende Muttermilch auf.
  • Ein locker sitzender Still-BH verringert das Spannungsgefühl in der Brust.
  • Ein kalter Waschlappen, eine Kühlpackung oder gar kühle Quarkwickel sorgen nach dem Stillen für ein angenehmes Gefühl.

Durch die ungewohnte Beanspruchung beim Stillen kann die Brustwarze wund werden. Auch die falsche Haltung des Neugeborenen kann dies begünstigen. Bieten Sie Ihrem Baby dann die andere Brust an. Pflegen Sie die verletzte Brust mit einer Brustcreme oder -salbe, die Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt verschreibt.

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