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Wenn Rückenschmerzen den Schlaf stören, hilft Bewegung

Rückenschmerzen können den Schlaf stören, zu wenig Schlaf das Schmerzempfinden verstärken. Dr. Florian Brunner, Chefarzt Physikalische Medizin und Rheumatologie der Universitätsklinik Balgrist, sagt, wie Sie den Teufelskreis durchbrechen.

Herr Dr. Brunner, an welcher Art von Rückenschmerzen leiden Ihre Patienten am häufigsten?

Die Abklärung von Rückenschmerzen ist generell eine Herausforderung, denn acht von zehn Patienten haben keine strukturelle Erklärung für ihre Schmerzen. Das heisst, ein Gewebeschaden, der einen Hinweis geben könnte, ist in der Regel nicht erkennbar. Es gilt dann mit gezielten Fragen und einer genauen körperlichen Untersuchung die Schmerzursache zu eruieren.

Welche Therapien verschreiben Sie Ihren Patienten?

Das ist je nach Patient und Fall sehr individuell. Im Vordergrund steht immer die Anforderung, den Patienten aktiv zu halten, damit er seinen Alltag meistern kann. Das Wichtigste ist die Hilfe zur Selbsthilfe. Das heisst, wir bieten eine aktiv orientierte Bewegungstherapie, bei welcher der Patient lernt, verschiedene Bewegungsübungen in seinen Alltag zu integrieren. Das kann Krafttraining sein oder Schwimmen. Also alles, was das Herz-Kreislauf-System, den Muskelaufbau und den Stoffwechsel anregt. Ausserdem kann je nach Fall eine Physiotherapie, Chiropraktik oder Osteopathie indiziert sein.

Wann setzen Sie Medikamente ein?

Je nach Schmerzart und -grad verschreiben wir klassische Schmerzmittel, Mittel gegen Nervenschmerz oder schmerzmodulierende Medikamente, die zur Gruppe der Antidepressiva gehören. Gleichzeitig bieten sich Begleittherapien an wie zum Beispiel Hypnose, Meditation oder Schmerzpsychologie.

Wie können Rückenschmerzen den Schlaf beeinflussen?

Grundsätzlich stellt sich hier die Frage: Was war zuerst? War es die Schlafstörung, die den Schmerz verstärkt, oder lassen uns die Rückenschmerzen nicht schlafen? Im Prinzip ist es ein Teufelskreis: Chronischer Schlafentzug kann das Schmerzempfinden steigern, und der Schmerz wiederum wirkt sich negativ auf den Schlaf aus.

Wie bekomme ich das Schlafproblem wieder in den Griff?

Wir versuchen, den Teufelskreis in erster Linie mit nicht medikamentösen Therapien zu durchbrechen, etwa mit autogenem Training und Entspannungsübungen. Allenfalls verschreiben wir auch pflanzliche Mittel. Antidepressiva oder Schlafmittel kommen wirklich nur im äussersten Fall zum Zug.

Tipps für einen besseren Schlaf

Besser einschlafen, erholt aufwachen: Damit Schlafstörungen möglichst keine Chance haben, finden Sie hier ein paar praktische Tipps.

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