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Schnarchen – was tun?

Schnarchen Sie nachts und fühlen Sie sich morgens matt? Oder sägt Ihr Bettnachbar jede Nacht? Auch wenn Schnarchen meist ungefährlich ist: Klären Sie die Ursachen. Wie Sie vorgehen und Tipps für Betroffene.

Schnarchen ist ein lästiges Übel. Je nach Intensität des Schnarchens leidet die nötige Erholung des Körpers – und manchmal steckt eine ernsthafte Erkrankung dahinter. Sind Sie am Morgen antriebslos, tagsüber schläfrig und eingeschränkt? Haben Sie im Schlaf Atemaussetzer? Dann klären Sie Ihr Schnarchen ab, um Krankheiten wie Schlafapnoe auszuschliessen und gesundheitliche Schäden zu verhindern. Bei Kindern gilt: immer abklären.

Ursachen für Schnarchen

Im Schlaf entspannen sich die Muskeln. Auch die der oberen Atemwege. Alles wird weich und schlaff, Gaumen, Halszäpfchen, Zunge. Dadurch werden die Luftwege enger. Strömt die Atemluft durch einen solchen Engpass, vibriert das umliegende Gewebe – die typischen Geräusche entstehen.

Schnarchen kann verschiedene Gründe haben. Einige lassen sich durch einen gesunden Lebensstil meist verhindern. Die häufigsten Ursachen sind:

  • Atmen durch offenen Mund statt Nase; Auslöser für eine behinderte Nasenatmung können Allergien, Nasenpolypen oder angeborenen Nasenverengungen sein.
  • Anatomisch bedingt: Vergrösserte Mandeln, grosses Halszäpfchen, grosse Zunge oder Kieferfehlstellungen verengen den Luftstrom. Bei Kindern sind vergrösserte Mandeln die häufigste Ursache für Schnarchen.
  • Übergewicht – zusätzliches Fettgewebe schränkt die Atemwege ein
  • Schlafen in Rückenlage, dadurch fällt die Zunge nach hinten
  • Medikamente, Nikotin und Alkohol

10 Tipps für Schnarcher – so senken Sie das Risiko

Es gibt kein universelles Anti-Schnarch-Mittel. Für die zielgerichtete Behandlung und Therapie ist eine individuelle Abklärung nötig. Allerdings lässt sich das Risiko für Schnarchen mit ein paar einfachen Massnahmen senken:

  1. Fliesst der Atem frei? Schlafen Sie in einer Position, die die Luftwege frei lässt. Am besten in Seitenlage. In der Rückenlage fällt die Zunge nach hinten und behindert den Atemfluss.
  2. Liegen Sie komfortabel? Lassen Sie sich im Fachgeschäft für eine gut stützende Matratze mit Lattenrost und ein passendes Kopfkissen beraten.
  3. Nase zu? Wer durch den Mund atmet, schnarcht eher. Bei einer Erkältung helfen kurzfristig Nasentropfen oder Spray. Klären Sie eine chronisch verstopfte Nase ab.
  4. Trinken Sie regelmässig Alkohol? Das entspannt das Gewebe im Rachen. Es vibriert leichter – und gut hörbar. Verzichten Sie vor allem abends darauf.
  5. Rauchen Sie? Das führt oft zu nächtlichen Sägegeräuschen.
  6. Was essen Sie am Abend? Setzen Sie auf leicht verdauliche Kost. Sie werden ruhiger und erholsamer schlafen.
  7. Fördern Sie Ihre Fitness? Ein gut trainierter Körper und Bewegung an der Luft verbessern den Schlaf. Aber: Trainieren Sie nicht direkt vor dem Schlafengehen.
  8. Nehmen Sie Medikamente? Bedenken Sie, das Schlafmittel und andere entspannende Arzneien Schnarchen begünstigen.
  9. Leiden Sie an Übergewicht? Überflüssiges Fettgewebe verstärkt die Engpässe der Atemwege. Lesen Sie unsere Tipps zum Idealgewicht.
  10. Probleme bei der Kieferstellung? Ein zurückliegender Unterkiefer, Überbiss oder eine zu enge Zahnstellung fördern das Schnarchen.

Harmloses Schnarchen oder krankhaft?

In den meisten Fällen handelt es sich um gewöhnliches Schnarchen, auch primäres Schnarchen genannt. Aus medizinischer Sicht ist diese Form meist unbedenklich. Dennoch es ist ein lästiges Geräusch, das bis zu 80 Dezibel erreicht – so laut wie ein Lastwagen auf der Autobahn. Das stört den Schlaf, vor allem jenen des Partners oder der Partnerin. Vorsicht, falls Sie nächtliche Atemaussetzer haben: Das könnte obstruktive Schlafapnoe sein. Der Sauerstoffmangel aufgrund der Atemaussetzer erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten, etwa Herzinfarkt oder Hirnschlag. Eine solche Schlafstörung gehört in die Hände der Schlafmediziner. Eine Beratung empfiehlt sich auch für Menschen ohne Verdacht auf Schlafapnoe beziehungsweise Atemaussetzer, falls Sie unter dem starken Schnarchen leiden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Er kann die nötigen Untersuchungen aufgleisen und Patienten bei Bedarf in die ambulante Sprechstunde in einem Zentrum für Schlafmedizin oder ins Schlaflabor überweisen.

Schnarchen verhindern: Welche Hilfsmittel helfen?

Im Internet finden Sie diverse Therapien und Anti-Schnarch-Hilfsmittel wie Schnarchkissen, Schnarchschiene, Nasensprays, Zungenschrittmacher bis hin zu schildkrötenartigen Schlafwesten, die den Rückenschlaf verhindern sollen. Allein die Fülle der Hilfsmittel zeigt: Es gibt keine schnelle Universallösung, die das Schnarchen stoppen. Erst nach einer genauen Diagnose führt eine Behandlung zum Ziel, sei es eine Schnarchtherapie oder ein operativer Eingriff in der Nase oder im Gaumen. Auch Zahnspangen oder Schienen gehören in professionelle Hände. Sie geben sonst unnötig Geld aus für Mittel, die bei Ihnen nicht wirken. Tipps für einen erholsamen Schlaf finden Sie in unserer Rubrik Schlaf.

Frauen schnarchen seltener

Schnarchen ist weit verbreitet: Jeder fünfte Mann schnarcht. Frauen sind seltener betroffen, ausser in der Schwangerschaft. Im Alter nimmt das Problem zu: Ab 60 Jahren sind 60 Prozent der Männer betroffen, bei den Frauen 40 Prozent.

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