Zeckenimpfung: die wichtigsten Fakten

Erfahren Sie hier, wer sich gegen Zecken impfen lassen sollte, was von der Krankenkasse bezahlt wird und wie man sich vor Zecken schützen kann. Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Zeckenimpfung.

31.03.2021 Lara Brunner

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist auch bekannt als Gehirnhautentzündung. Ausgelöst wird die Infektionskrankheit durch einen Stich einer infektiösen Zecke. Sie überträgt die FSME-Viren auf den Menschen. Vor einer Infektion schützt die Zeckenimpfung beziehungsweise FSME-Impfung.

Wie verbreitet ist FSME in der Schweiz?

FSME ist eine meldepflichtige Infektionskrankheit. Deshalb liegen aussagekräftige Studien zur Entwicklung der Anzahl Fälle vor. Im Jahr 2020 gab es gemäss Bundesamt für Gesundheit (BAG) 455 Fälle. In den Jahren davor war dieser Wert immer tiefer. Die Inzidenz lag bei 5,16. Das bedeutet, dass sich 2020 pro 100’000 Einwohnerinnen und Einwohner 5,16 Personen infiziert haben.

Wie verläuft eine Frühsommer-Meningoenzephalitis?

Der Krankheitsverlauf der FSME kann in zwei Phasen unterteilt werden. In den ersten Tagen nach der Infektion treten grippeähnliche Beschwerden wie Fieber und Gliederschmerzen auf. Bei bis zu 15 Prozent der Erkrankten kommt es nach einer symptomfreien Zeit erneut zu Grippesymptomen. Folgende Erkrankungen sind dann möglich:

  • Hirnhautentzündung (Meningitis)
  • Infektion des Gehirns (Meningoenzephalitis)
  • Entzündung des Hirn- und Rückenmarkgewebes (Meningoenzephalomyelitis, Meningoradikulitis)

Bei wenigen Patienten treten ausserdem Lähmungen der Arme, Beine oder Gesichtsnerven auf. Ungefähr ein Prozent der Fälle endet tödlich.

Wer sollte sich gegen Zecken beziehungsweise FSME impfen lassen?

Empfohlen wird die Zeckenimpfung in der Schweiz für Personen, die in der Nähe eines Risikogebietes wohnen oder sich teilweise dort aufhalten. Die Gebiete, in denen sich Personen mit dem Virus infiziert haben, haben sich in den vergangenen Jahren stetig ausgeweitet. Deshalb gilt heute die ganze Schweiz – mit Ausnahme der Kantone Genf und Tessin – als Risikogebiet.

Insgesamt braucht es für den umfassenden Schutz drei Impfungen. Die ersten beiden werden üblicherweise im Abstand von ein bis drei Monaten gemacht. Die dritte Impfung folgt je nach Impfstoff fünf bis zwölf Monate nach der zweiten Impfung.

Wichtig: Die Zeckenimpfung schützt nur gegen die Hirnhautentzündung (Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und nicht gegen Borreliose.

Verlauf und Symptome der Borreliose

Ab welchem Alter können Kinder gegen Zecken geimpft werden?

Das BAG empfiehlt die Zeckenimpfung für Kinder ab dem Alter von sechs Jahren.

Wie oft muss die Impfung aufgefrischt werden?

Eine Auffrischung ist zwingend, um den Impfschutz gegen FSME aufrechtzuerhalten. Das BAG empfiehlt, alle zehn Jahre eine Auffrischimpfung durchzuführen. 

Welcher Zeitpunkt ist optimal für die Zeckenimpfung?

Zecken werden aktiv, sobald es draussen wärmer und feuchter wird. FSME tritt somit häufig im Frühsommer auf. Am besten lassen Sie sich deshalb im Winter impfen.

Welche Nebenwirkungen können nach einer Zeckenimpfung auftreten?

Bei der Zeckenimpfung kann es zu Nebenwirkungen kommen. Nebenwirkungen sind an sich nicht negativ. Sie zeigen, dass das Immunsystem beginnt, einen Impfschutz gegen FSME aufzubauen.

Häufig auftretende Nebenwirkungen:

  • Schmerzen an der Injektionsstelle
  • Kopfschmerzen
  • Fieber

Weitere Nebenwirkungen:

  • Schwellung an der Impfstelle
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Müdigkeit
  • Unruhe
  • Muskel- und Gelenkschmerzen

Gelegentliche Nebenwirkungen:

  • Lymphknotenschwellung

Klingen die Nebenwirkungen nach ein bis zwei Tagen nicht ab, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Wird die Zeckenimpfung durch die Krankenkasse bezahlt?

Die Kosten der FSME-Impfung werden durch die obligatorische Krankenversicherung übernommen, sofern Sie in einem Gebiet mit Impfempfehlung (ganze Schweiz, ohne Genf und Tessin) wohnen oder sich zeitweise dort aufhalten.

Gut zu wissen

Für eine Kostenübernahme durch die Grundversicherung muss die Impfung durch eine Ärztin oder einen Arzt durchgeführt werden. Die Kosten für Zeckenimpfungen in einer Apotheke sind nicht durch die Grundversicherung gedeckt.  

Wie kann man sich sonst vor Zecken schützen?

Bereits mit wenigen Schutzmassnahmen können Sie das Risiko verringern, von einer Zecke gestochen zu werden.

  • Tragen Sie lange Hosen, Oberteile mit langen Ärmeln und geschlossene Schuhe. Für zusätzlichen Schutz können Sie die Socken über die Hose stülpen.
  • Tragen Sie helle Kleider. So entdecken Sie Zecken besser.
  • Tragen Sie ein Zeckenschutzmittel auf der Haut und auf der Kleidung auf.
  • Meiden Sie Sträucher, Gebüsche und hohes Gras.

Nach einem Spaziergang sollten Sie Ihren Körper und die Kleidung absuchen. Junge Zecken sind sehr klein und sehen ähnlich aus wie Spinnen. Achten Sie auch darauf. 

So entfernt man Zecken richtig

Fazit

Es gibt verschiedene Schutzmassnahmen, um das Risiko für einen Zeckenstich zu verringern. Eine hundertprozentige Sicherheit bieten diese jedoch nicht. Das BAG empfiehlt die Zeckenimpfung deshalb für alle Personen ab sechs Jahren, die in einem Risikogebiet (ganze Schweiz ausser die Kantone Genf und Tessin) wohnen oder sich regelmässig dort aufhalten. Insgesamt sind drei Impfungen notwendig. Eine Auffrischung wird alle zehn Jahre empfohlen.

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