Zeckenbiss: Symptome, Behandlung und Spätfolgen

Wie sieht ein gefährlicher Zeckenbiss aus? Wie lange juckt ein Zeckenbiss und wie lange ist er sichtbar? Ist eine Rötung nach einem Zeckenbiss normal? Wann sollten Sie zum Arzt oder zur Ärztin gehen? Erfahren Sie mehr über Zeckenbisse, ihre Behandlung und mögliche Folgen.

02.03.2026 Imke Schmitz 7 Minuten

Themen im Überblick

Was ist ein Zeckenbiss?

Zecken gehören zu den Spinnentieren. Sie haben acht Beine und einen rundlichen Körper. Mit ihren Mundwerkzeugen durchdringen sie bei einem Zeckenbiss die oberste Hautschicht. Dies geschieht normalerweise an Körperstellen, an denen die Haut besonders weich ist. Daher finden sich Zeckenbisse häufig an den Ohren, in den Kniekehlen und auf der Kopfhaut. Auch die Achselhöhlen, die Schamgegend und die Innenseiten der Oberschenkel sind betroffen. An ihrem Stechapparat haben Zecken kleine Widerhaken. Damit bleiben sie an Menschen und Tieren haften. Währenddessen geben sie ein Sekret ab, das unter anderem entzündungshemmend und betäubend wirkt. Zecken stechen nicht sofort zu. Stattdessen krabbeln sie zunächst am Körper herum und suchen nach einer geeigneten Stelle.

Zecken sind in der Regel von März bis November aktiv, sofern die Temperatur über acht Grad Celsius liegt. Sie leben dann in feuchten und warmen Umgebungen wie Gebüschen, hohem Gras oder Unterholz. In den Wintermonaten halten sie sich hingegen im Boden auf.

Zeckenbiss oder Zeckenstich?

Viele Menschen sagen «Zeckenbiss», obwohl Zecken stechen. «Zeckenstich» ist also der treffendere Begriff. Zecken haben einen Stech- und Saugapparat. Damit schneiden sie die Haut auf und setzen sich mittels Widerhaken fest. Anschliessend saugen sie das Blut über den Stechrüssel auf.

Zeckenbiss: Symptome

Ist die Zecke nicht mit Krankheitserregern infiziert, verursacht der Zeckenstich kaum Symptome. Wenn Sie die Zecke entfernen oder sie nach etwa zwei Tagen von selbst abfällt, bemerken Sie auf der Haut nach dem Zeckenbiss wahrscheinlich einen Pickel. Dieser Zeckenbiss juckt, führt zu einer Rötung und ist leicht geschwollen. Oft dauert es mehrere Tage oder Wochen, bis der Pickel und der Juckreiz verschwinden.

Als Faustregel gilt: Wenn Sie einen Monat lang keinen Ausschlag nach einem Zeckenbiss bemerken und auch sonst keine Symptome auftreten, war die Zecke höchstwahrscheinlich nicht mit Krankheitserregern infiziert.

Manchmal führen Zeckenbisse jedoch zu einer Infektion. In diesem Fall sprechen Sie am besten mit einem Arzt oder einer Ärztin.

Können Zecken unbemerkt beissen?

Manchmal bleibt ein Zeckenbiss unbemerkt, weil eindeutige Symptome fehlen. Zecken geben ein betäubendes Sekret beim Zeckenbiss ab. Deshalb schmerzt die Einstichstelle häufig nicht. Ausserdem bemerken viele Menschen den mutmasslichen Zeckenbiss erst ohne die Zecke. Oft ist dann nicht klar, ob es sich um einen Mückenstich oder einen Zeckenbiss handelt.

Desinfizieren Sie die Wunde und beobachten Sie die Stelle in den kommenden Tagen. Sollten Beschwerden auftreten, suchen Sie einen Arzt oder eine Ärztin auf.

Zeckenbiss: Was tun?

Sie möchten eine Zecke richtig entfernen? Am besten nutzen Sie eine spezielle Karte, eine feine, spitze Pinzette oder eine Zeckenzange. Erfassen Sie das Spinnentier dabei so nah wie möglich an der Einstichstelle nach dem Zeckenbiss, idealerweise am Kopf. Ziehen Sie die Zecke langsam und unter gleichmässigem Zug gerade heraus. Prüfen Sie anschliessend, ob Sie die ganze Zecke erwischt haben oder ob noch Mundwerkzeuge in der Wunde stecken. Zum Schluss sollten Sie den Zeckenbiss desinfizieren.

Wenn Sie eine Zecke entfernen möchten, beachten Sie Folgendes:

  1. Drehen oder quetschen Sie die Zecke nicht, da so Erreger leichter in die Wunde gelangen.
  2. Brennen Sie die Zecke nicht ab und beträufeln Sie sie auch nicht mit Öl oder Alkohol.
  3. Entfernen Sie die Zecke so schnell wie möglich. Wenn Sie kein passendes Werkzeug griffbereit haben, entfernen Sie die Zecke mit den Fingernägeln.

Zeckenbiss behandeln

In den meisten Fällen ist es nicht notwendig, einen Zeckenbiss gezielt zu behandeln. Eventuelle Beschwerden lindern Sie wie folgt:

  • Kühlen Sie die betroffene Hautstelle, beispielsweise mit einer Kompresse oder einem Kühlpack.
  • Tragen Sie eine entzündungshemmende Salbe auf. Fragen Sie dazu in einer Apotheke nach.
  • Unterstützen Sie Ihren Körper mit Massnahmen, die das Immunsystem stärken.

Am besten fotografieren Sie den Zeckenbiss, wenn er noch frisch ist. Wiederholen Sie dies täglich. So sehen Sie genau, wie sich die Hautstelle mit der Zeit verändert, und behalten mögliche Wanderrötungen im Blick.

Hinweis: Antibiotika sind bei einem Zeckenbiss selten nötig. Mediziner und Medizinerinnen verschreiben sie nur, wenn der Biss eine Folgeerkrankung auslöst.

Zeckenbiss: Unfall oder Krankheit?

In der Schweiz gilt ein Zeckenstich als Unfall. Arbeiten Sie mehr als acht Stunden pro Woche bei demselben Arbeitgeber oder derselben Arbeitgeberin, gilt dessen oder deren Unfallversicherung auch für Sie. Sagen Sie ihm oder ihr also Bescheid. Wenn Sie nicht erwerbstätig sind, beispielsweise weil Sie studieren oder eine Rente beziehen, oder wenn Sie weniger als acht Stunden pro Woche bei demselben Arbeitgeber oder derselben Arbeitgeberin arbeiten und der Unfall nicht arbeitsbedingt ist, dann ist Ihre Krankenversicherung zuständig. Bei uns melden Sie Ihren Unfall einfach online über das myHelsana-Portal.

Zeckenbiss: Wann zum Arzt oder zur Ärztin?

Zeckenbisse sind meist harmlos. Wann sind sie jedoch gefährlich und wann sollten Sie mit einer medizinischen Fachperson sprechen? Suchen Sie Rat, wenn eine der folgenden Situationen oder Symptome auftritt:

  • Sie können die Zecke nicht entfernen.
  • Sie haben bereits versucht, die Zecke zu entfernen, aber der Zeckenkopf ist steckengeblieben.
  • Der Zeckenbiss weist keine normale Rötung, sondern eine ringförmige Rötung auf.
  • Grippeähnliche Beschwerden wie Kopfschmerzen treten nach dem Zeckenbiss auf. Wann kommt es zu diesen Symptomen? Nach einem Zeckenbiss kann das ein paar Tage oder Wochen dauern.
  • Sie bemerken die sogenannte Wanderröte. Bei Zeckenbissen zeigt sich diese nach 3 bis 30 Tagen und ist etwa 5 Zentimeter gross. Sie wird langsam breiter und ist in der Mitte blasser als am Rand. Menschen mit dunklerer Haut könnten die Wanderröte nach dem Zeckenbiss auch mit einem blauen Fleck verwechseln, da sie eventuell leicht bläulich erscheint.
  • Eine Entzündung entsteht nach dem Zeckenbiss und die Wunde eitert.
  • Sie leiden an Durchfall, Übelkeit, Schwindel oder Erbrechen nach dem Zeckenbiss.
  • Sie haben eine allergische Reaktion nach einem Zeckenbiss. Diese bemerken Sie unter anderem an Ausschlag, Verstopfung und Übelkeit.
  • Sie sind immungeschwächt oder besonders gefährdet. In diesem Fall ist es ratsam, dass Ihr Arzt oder Ihre Ärztin eine Blutuntersuchung durchführt. So kann er oder sie feststellen, ob Sie sich mit Lyme-Borreliose infiziert haben und Ihnen vorbeugend Antibiotika verschreiben.

Haben Sie einen Zeckenbiss, dann beobachten Sie Aussehen und Verlauf. Falls Sie sich unsicher sind oder die beschriebenen Beschwerden auftreten, klären Sie dies unbedingt mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin ab.

Zeckenbiss bei Kindern: Wann zum Arzt oder zur Ärztin?

Hat Ihr Kind nur den typischen geröteten und juckenden Pickel nach einem Zeckenbiss, besteht kein Grund zur Sorge. Achten Sie jedoch auf Symptome wie Kopfschmerzen, Fieber, Gelenkschwellungen oder einen geröteten Kreis um die Einstichstelle. Zeckenbisse lösen auch bei Kindern nur selten Erkrankungen aus. Sprechen Sie aber mit einem Kinderarzt oder einer Kinderärztin, wenn die Beschwerden mehrere Tage anhalten. Das Gleiche gilt, wenn die Symptome erst einige Wochen oder Monate nach dem Zeckenstich auftreten.

Zeckenbiss in der Schwangerschaft

Wenn Sie einen Zeckenbiss während der Schwangerschaft haben, klären Sie dies am besten mit einer medizinischen Fachperson ab – insbesondere, wenn Sie Symptome bemerken. Für das ungeborene Baby stellt ein Zeckenbiss eine potenzielle Gefahr dar, wenn Sie sich dadurch mit Krankheitserregern infizieren. Auch wenn eine Ansteckung des Ungeborenen eher selten ist, ist es wichtig, eine Infektion frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Zeckenbiss: Spätfolgen

Ein Zeckenbiss kann verschiedene Folgen haben. Das liegt daran, dass manche Zeckenarten Krankheitserreger in sich tragen. Diese können in seltenen Fällen zu Krankheiten führen.

Zeckenbiss und Lyme-Borreliose

Die Bakterien, die die Lyme-Borreliose verursachen, leben im Darm von Zecken. Die Krankheit entsteht durch einen Zeckenbiss, wenn die Erreger vom Darm in die Speicheldrüsen der Zecke gelangen. Nach etwa 12 bis 24 Stunden gehen die Bakterien mit dem Speichel der Zecke in den menschlichen Körper über. Erkennen Ärzte und Ärztinnen die Lyme-Borreliose rechtzeitig, können sie sie gut mit Antibiotika behandeln. Eine Impfung gibt es nicht.

Zeckenbiss und FSME

FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) wird durch Viren verursacht, die im Speichel der Zecke enthalten sind. Diese Viren können schon kurz nach dem Stich in den menschlichen Körper gelangen. Zwar überträgt nicht jede Zecke das FSME-Virus und nicht jede infizierte Person erkrankt, in seltenen Fällen verläuft eine durch einen Zeckenbiss ausgelöste FSME jedoch tödlich.

Zeckenbiss-Impfung

Eine Zeckenimpfung schützt vor der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Der Schweizerische Impfplan empfiehlt diese Impfung allen Personen, die in einem Risikogebiet wohnen oder sich dort zeitweise aufhalten. In der Schweiz betrifft das alle Kantone ausser dem Tessin. Für Menschen in diesen Gebieten übernimmt die Grundversicherung die Kosten für die Impfung, sofern ein Arzt oder eine Ärztin diese durchführt. Impfungen in Apotheken sind nicht von der Grundversicherung gedeckt.

Sie möchten sich impfen lassen, aber die Grundversicherung übernimmt die Kosten nicht? In diesem Fall kommen die Zusatzversicherungen zum Einsatz. Mit SANA erhalten Sie beispielsweise 75% der Kosten bis maximal 500 Franken pro Kalenderjahr für Präventionsmassnahmen wie Impfungen. Mit COMPLETA sind es 90% der Kosten bis maximal 750 Franken pro Kalenderjahr.

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Ihre Ergänzung: Ambulante Leistungen sowie alternative Behandlungen sind gedeckt.

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Wichtig: Die Impfung verhindert nur eine Infektion mit FSME. Betreiben Sie deshalb weiterhin Zeckenschutz. So stecken Sie sich nicht mit anderen Krankheiten an, die von Zecken übertragen werden. 

Zeckenbiss und Alpha-Gal-Syndrom

Einige Zeckenarten lösen das Alpha-Gal-Syndrom aus, indem sie das Alpha-Gal-Molekül mit ihrem Speichel übertragen. Betroffene entwickeln daraufhin eine Allergie gegen das Zuckermolekül Galaktose-alpha-1,3-Galaktose. Dieses Molekül ist unter anderem in Schweine-, Rind- und Wildfleisch sowie in Milchprodukten und Gelatine enthalten. Deshalb entwickeln manche Menschen eine Fleischallergie nach einem Zeckenbiss. Sie reagieren mit Ausschlag, Verdauungsstörungen, Übelkeit und in seltenen Fällen mit einem anaphylaktischen Schock auf entsprechende Lebensmittel.

Zeckenbiss beim Menschen vorbeugen

Die Zeckenstich-Prävention umfasst mehrere Massnahmen. Diese sind besonders wichtig, wenn Sie sich in Gebieten mit vielen Zecken aufhalten. Das ist etwa der Fall, wenn Sie im Wald spazieren gehen oder auf schmalen Pfaden joggen. Beachten Sie dann Folgendes:

  • Tragen Sie geschlossene Schuhe, hohe Socken, lange Hosen und Oberteile mit langen Ärmeln. Stülpen Sie die Socken über die Hose.
  • Wählen Sie helle Kleidung und Socken. So entdecken Sie die Zecken schneller.
  • Tragen Sie ein Zeckenschutzmittel auf Haut und Kleidung auf. Beachten Sie dabei unbedingt die Herstellerangaben. Diese Mittel wirken nur begrenzt und bieten keinen vollständigen Schutz.
  • Meiden Sie Sträucher, Gebüsche und hohes Gras. Laufen Sie in der Mitte der Pfade und Wege.
  • Setzen Sie sich nicht auf den Boden oder auf Steinmauern.
  • Suchen Sie Ihren Körper und Ihre Kleidung nach dem Joggen oder Spazierengehen gründlich nach Zecken ab. Bedenken Sie: Zecken bevorzugen warme und weiche Körperstellen wie Kniekehlen, Leistengegend, Achselhöhlen und Kopfhaut.

Sprechen Sie zudem mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin über die Zeckenstich-Impfung.

Meist ist ein Zeckenbiss ungefährlich. Seien Sie aufmerksam und schützen Sie sich, wenn Sie draussen unterwegs sind. Sollten Sie dennoch einen Zeckenbiss bemerken, beobachten Sie diesen über mehrere Wochen hinweg und klären Sie eventuelle Beschwerden mit einer Fachperson ab.

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