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Geburtsvorbereitung und Geburt

Dass die bevorstehende Geburt eine gewisse Nervosität auslöst, ist völlig natürlich. Vor allem die Wehenschmerzen machen vielen werdenden Müttern zu schaffen. Natürliche Methoden oder Medikamente helfen, diese besser zu ertragen. Grosser Beliebtheit erfreuen sich Wassergeburten, die einen sanfteren Geburtsverlauf ermöglichen. Je nach Situation ist ein Kaiserschnitt in Betracht zu ziehen.

Geburt Erwartungen

Es gibt verschiedene Anzeichen dafür, dass Ihr Baby nicht mehr lange auf sich warten lässt. Sie stellen vielleicht fest, dass der Druck auf Rippen und Brustbein nachlässt: Das Baby drückt nach unten. Schon seit längerer Zeit haben Sie bemerkt, dass Ihr Bauch ab und zu hart wird. Das sind Vorwehen, die sich nun verstärken und immer häufiger auftreten. Möglicherweise sind Sie auch unruhiger und nervöser als sonst und spüren ziehende Schmerzen im Kreuz-, Becken- und Schambeinbereich.

Ein typisches Zeichen für die bevorstehende Geburt ist der Abgang des Schleimpfropfens aus dem Gebärmutterhlals. Dieser kann mit dem Einsetzen der ersten Wehen oder einige Tage zuvor erfolgen. Rasches Handeln ist bei einem Blasensprung am Platz, also wenn die Fruchtblase platzt. In diesem Fall sollten Sie sich unverzüglich mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Arzt in Verbindung setzen.

Vorwehen und echte Wehen

Wehen sind Kontraktionen, die krampfartige Schmerzen verursachen. Sie fühlen sich an, wie wenn man einen Gurt immer enger anzieht und wieder lockert. Wie stellen Sie fest, ob es sich bei diesen Schmerzen um Vorwehen, wilde Wehen oder echte Wehen handelt? Bei echten Wehen oder Geburtswehen treten die Kontraktionen immer stärker, in immer kürzeren Abständen und immer schmerzhafter auf. Am Anfang vergehen zwischen den einzelnen Wehen 10 bis 15 Minuten. Dann verkürzt sich der Abstand kontinuierlich auf vier bis fünf Minuten. In dieser Phase können die einzelnen Kontraktionen 20 bis 60 Sekunden dauern. Damit kündigt sich die kurz bevorstehende Geburt an. Für Sie ist es höchste Zeit, die Hebamme zu benachrichtigen und den von Ihnen gewählten Geburtsort aufzusuchen.

Hausmittel gegen Wehenschmerzen

Um Wehenschmerzen erträglicher zu machen, gibt es verschiedene natürliche Mittel und Methoden:

  • Viele werdende Mütter setzen auf Akupunktur oder Homöopathie. Rund die Hälfte aller schwangeren Frauen erleben homöopathische Mittel als schmerzlindernd und entkrampfend.
  • Wärme tut gut und entspannt. Legen Sie zum Beispiel ein warmes Körnerkissen oder eine warme Bettflasche unter den Rücken.
  • Konzentrieren Sie sich auf Ihren Atem. Durch bewusstes, regelmässiges und betontes Ausatmen verringern Sie die Gefahr des Hyperventilierens. Haben Sie keine Hemmungen, beim Ausatmen ein lautes A oder O zu stöhnen. Auch schreien kann entspannend wirken.
  • Bewegen Sie Ihr Becken. Zum Beispiel kreisend auf einem Gymnastikball. Oder setzen Sie sich rittlings auf einen Stuhl und bewegen Sie die Hüften vorwärts und zurück.
  • Lassen Sie sich sanft massieren. Je nach Bedürfnis ganz unten am Kreuzbein, im Kreuz oder im Schulterbereich.
Medikamente gegen Wehenschmerzen

Reichen die natürlichen Mittel und Methoden gegen Wehenschmerzen nicht aus, gibt es entkrampfende Mittel in Form von Zäpfchen oder Infusionen. Auch stärkere Schmerzmittel können zur Anwendung kommen. Nehmen Sie nur Schmerzmittel, die Ihnen der Arzt oder die Gynäkologin empfehlen. Greifen Sie nicht nach eigenem Ermessen auf irgendwelche Schmerzpräparate zurück, die Sie in der Hausapotheke finden. Denken Sie an die möglichen negativen Nebenwirkungen für Ihr Baby.

Das letzte Mittel zur Linderung extrem starker Wehenschmerzen ist die Epidural-Anästhesie. Diese Regionalanästhesie bewirkt eine Betäubung von der Hüfte bis zu den Füssen. Die Gebärende spürt keine Schmerzen, kann aber die Geburt ihres Kindes bei Bewusstsein mitverfolgen.

Wassergeburt

Eine Wassergeburt kann wesentlich zur Linderung der Wehenschmerzen beitragen. Denn warmes Wasser zwischen 34° und 36° löst Verspannungen. Dazu trägt auch der Zustand der Schwerelosigkeit bei. Im Wasser hat die Gebärende mehr Bewegungsfreiheit und kann leichter bequemere und schmerzlindernde Positionen einnehmen.

Studien weisen nach, dass bei Wassergeburten deutlich weniger Dammrisse auftreten und dass der Blutverlust geringer ist. Für das Baby ist der Geburtsablauf im Wasser weniger anstrengend.

Eine Wassergeburt kommt nicht in Frage, wenn das Baby in einer Steisslage liegt oder wenn es sich um eine Zwillingsgeburt handelt. Bei der Entscheidung «Wassergeburt ja oder nein» ist auch zu berücksichtigen, dass bei Komplikationen ein schnelles Eingreifen der Geburtshelfer erschwert wird.

Geburtsverlauf

Die Geburt Ihres Babys gliedert sich in vier Phasen:

Eröffnung Die Wehen folgen sich im Abstand von weniger als sieben Minuten. Der Muttermund öffnet sich zwei bis drei Zentimeter.
Übergang Die Wehen verstärken sich. Der Muttermund öffnet sich weiter bis die für die Geburt erforderlichen zehn Zentimeter Durchmesser erreicht sind.
Austreibung Das Baby ist da. Seine Lungen öffnen sich. Vielleicht schreit es. Und schon bald sucht es Ihre Brust und will sich stärken.
Nachgeburt

Das Baby ist da. Seine Lungen öffnen sich. Vielleicht schreit es. Und schon bald sucht es Ihre Brust und will sich stärken.

Die Hebamme oder Ihr Partner trennt die Nabelschnur durch. Mit den Nachwehen löst sich die Plazenta (Nachgeburt) ab, die das Baby im Bauch mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt hat.

Geburtsdauer

Die Geburtsdauer hängt von zahlreichen Faktoren ab, die sich meist von Geburt zu Geburt unterscheiden. Manchen Gebärenden verlangt die Natur viel Geduld ab. Es kann aber auch sehr schnell gehen.

Kaiserschnitt

Für einen Kaiserschnitt kann es medizinische Gründe geben oder Sie entscheiden sich aus persönlichen Gründen für diesen Weg. Medizinische Anzeichen für einen Kaiserschnitt sind beispielsweise Veränderungen der Herztöne des Kindes, Nabelschnurvorfall, Quer- oder Steisslage des Kindes, Frühgeburt oder eine Mehrlingsschwangerschaft. Ein notfallmässiger Kaiserschnitt während der Geburt kann bei Komplikationen das Leben der Mutter und des Kindes retten.

Die Operation birgt aber auch Gefahren wie Infektionsrisiko, Gewebeverletzungen, Wundheilungsstörungen, Nebenwirkungen der Narkose oder ein erhöhtes Thromboserisiko. Besprechen Sie Ihre Situation mit Ihrem Gynäkologen und Ihrer Hebamme.

Anmeldung beim Zilvilstandsamt

Um die Anmeldung Ihres neugeborenen Kindes beim Zivilstandsamt kümmert sich in der Regel das Spital oder Geburtshaus. Möglicherweise kommt Ihre Hebamme in dieser Sache auf Sie zu. Am besten packen Sie die erforderlichen Dokumente gleich vor der Geburt mit ein. Nötig sind:

  • Familienausweis / Familienbüchlein
  • Niederlassungsbestätigung
  • Identitätsnachweis
  • Geburtsmeldung

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