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Impfen

Gesundheitskompetenz Impfungen

In der Schweiz ist das Thema Impfen sehr umstritten. Eine der weltweit tiefsten Masern-Impfraten zeigt: Die Schweizer Bevölkerung ist sich in Sachen Impfen alles andere als einig. Impfen, ja oder nein – das ist nicht nur eine Grundsatzfrage. Die Frage stellt man sich bei jeder Impfung immer wieder neu, für die eigenen Kinder und für sich selbst. Hinzu kommt: Das Angebot an Impfstoffen wird immer grösser: Beispiele sind die jährliche Grippe-Impfung, die kombinierte Impfung gegen Masern-Mumps- Röteln oder die Auffrisch-Impfung gegen Keuchhusten. Welche Impfung ist wirklich nötig? Wir klären auf – Sie entscheiden selbst, ob und welche Impfungen für Sie sinnvoll sind.

Grippeimpfung für Erwachsene und Senioren

Die saisonale Grippe ist eine durch den Influenzavirus ausgelöste Erkrankung. Besonders in den Wintermonaten leidet ein Grossteil der Schweizer Bevölkerung an grippeartigen Erkrankungen verschiedenster Art, die alle zu den viralen Infekten zählen, nicht aber mit dem Influenzavirus zu verwechseln sind. Die durch den Influenza-Virus ausgelöste Grippe kann einen schwereren Verlauf haben als ein durch andere Viren ausgelöster Infekt. Eine Ansteckung mit dem Influenzavirus kann zu schwerwiegenden Komplikationen führen. Wichtig zu wissen: Der Influenzavirus verändert sich jährlich. Deshalb muss auch der Impfstoff jedes Jahr neu entwickelt werden.

Grippeimfpung

Der Influenzavirus wird über Tröpfchen übertragen: beim Niesen oder Husten über die Luft oder beim Anfassen verunreinigter Gegenstände, wie beispielsweise Türklinken.

Mit entsprechenden Vorsichtsmassnahmen kann man einer Grippe-Erkrankung vorbeugen: Durch Hygienemassnahmen (z.B. regelmässiges Händewaschen) und durch die Vermeidung des engeren Kontakts zu Personen mit Grippesymptomen kann das Risiko einer Ansteckung reduziert werden. Eine gesunde Ernährung und sportliche Betätigung können sich zudem positiv auf das Immunsystem auswirken und somit das individuelle Infektionsrisiko senken.

Das Harding-Zentrum für Risikokompetenz am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung hat potenzielle Nutzen und Schäden der Grippe-Impfung anhand wissenschaftlicher Studien zusammengefasst und Modellrechnungen angestellt: 

Grippeimpfung

Von je 1000 geimpften Personen (blauer Balken) erkrankten über maximal ein Jahr 3 bis 125 Personen an einer durch den Influenzavirus ausgelösten Grippe und 77 bis 313 Personen an einer grippeartigen Erkrankung. Demgegenüber litten 13 bis 125 von je 1000 ungeimpften Personen (roter Balken) an einer durch den Influenzavirus ausgelösten Grippe und 94 bis 377 Personen an einer grippeartigen Erkrankung. Mit oder ohne Impfung suchten gleich viele Personen einen Arzt infolge einer Atemwegserkrankung auf. Mehr Informationen >

Das Harding-Zentrum für Risikokompetenz hat potenzielle Nutzen und Schäden der Grippe-Impfung auch für Senioren untersucht:

Grippeimpfung Senioren

Von je 1000 ungeimpften Senioren (roter Balken) erkrankten über ein Jahr 39 bis 98 Personen an grippeartigen Erkrankungen. 4 bis 17 Personen waren wegen eines grippalen Infektes oder einer Lungenentzündung im Krankenhaus. 1 bis 22 ungeimpfte Senioren starben.

Von je 1000 geimpften Senioren (blauer Balken) erkrankten während einem Jahr 21 bis 84 Personen an grippeartigen Erkrankungen. 3 bis 13 Personen waren wegen eines grippalen Infektes oder einer Lungenentzündung im Krankenhaus. 5 bis 14 geimpfte Senioren starben. Mehr Informationen >

Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln für Kinder und Erwachsene

Masern, Mumps und Röteln sind hoch ansteckende virale Infektionskrankheiten. Alle drei Erkrankungen bergen ein erhöhtes Komplikationsrisiko. Eine Ansteckung mit Röteln kann bei schwangeren Frauen zu Missbildungen beim ungeborenen Kind führen. Kinder und Erwachsene, die an Masern oder Mumps erkranken, haben ein höheres Risiko für schwerwiegende Entzündungen, wie beispielsweise eine Entzündung der Hirnhaut, der Lunge oder der Ohrspeicheldrüsen. Eine Ansteckung mit Masern kann sogar tödlich enden.

MMR

Die Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln − auch MMR-Impfung genannt − wird heute als Kombinationsimpfung angeboten. Der Impfschutz ist erst mit zwei Impfdosen erreicht. Ganz ausschliessen lässt sich eine Ansteckung trotz Impfung nicht. Im Allgemeinen gilt: Je mehr Personen sich impfen lassen, desto kleiner die Ansteckungsgefahr für Geimpfte und Ungeimpfte.

Wie bei jeder Impfung sind Rötungen, Schmerzen und Schwellungen an der Einstichstelle möglich. Fieberkrämpfe durch die Impfung sind bei 2 bis 16 von 10 000 geimpften Kindern zu verzeichnen. Befürchtungen, dass die MMR-Impfung Autismus oder weitere schwerwiegende Krankheiten auslösen kann, wurden durch wissenschaftliche Studien nicht bestätigt.

Das Harding-Zentrum für Risikokompetenz am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung hat potenzielle Nutzen und Schäden der MMR-Impfung anhand wissenschaftlicher Studien zusammengefasst und Modellrechnungen angestellt.

Masern

Kämen 10 000 ungeimpfte Menschen mit dem Masernvirus in Kontakt, würden rund 9310 von ihnen an Masern leiden. Von 10 000 geimpften Menschen würden lediglich 93 bis 745 an Masern erkranken. Eine vollständige MMR-Impfung kann die Zahl von Masern-bedingten Lungenentzündungen und Hirnhautentzündungen senken. Auch Masern-bedingte Todesfälle liessen sich durch eine MMR-Impfung vermeiden. Mehr Informationen >

Mumps

Kämen 10 000 ungeimpfte Menschen mit dem Mumpsvirus in Kontakt, würden 2400 bis 4800 von ihnen an Mumps erkranken. Demgegenüber würden etwa 72 bis 912 von 10 000 geimpften Menschen an Mumps erkranken. Eine Entzündung des Hörnervs mit Taubheit als möglicher Folge würde bei Geimpften weniger häufig auftreten. Die vollständige Impfung kann vor weiteren Mumps-bedingten Entzündungen schützen, wie beispielsweise der Entzündung der Ohrspeicheldrüse, des Herzmuskels und der Hirnhaut. Mehr Informationen >

Röteln

Kämen 10 000 ungeimpfte Menschen mit dem Rötelnvirus in Kontakt, würden sich 4000 bis 9000 von ihnen mit Röteln infizieren. Von 10 000 geimpften Menschen würden sich hingegen 40 bis 270 mit Röteln infizieren. Bei schwangeren Frauen mit Impfung würden wesentlich weniger Schädigungen durch Röteln am ungeborenen Kind auftreten als bei ungeimpften Schwangeren. Mehr Informationen >

Keuchhustenimpfung für Kinder und Erwachsene

Keuchhusten ist eine hoch ansteckende Infektionskrankheit und wird durch das Bakterium Bordetella pertussis verursacht. Die Erkrankung unterscheidet sich von anderen Infektionskrankheiten insbesondere durch die wiederholten und lang andauernden Hustenanfälle. Lebensbedrohlich ist die Erkrankung für Säuglinge. Gegen Keuchhusten kann man sich impfen lassen. Der Schutz der Keuchhustenimpfung ist jedoch zeitlich begrenzt. Studien zeigen, dass der Impfschutz für rund fünf Jahre gewährleistet ist.

Video Keuchhusten

Das Harding-Zentrum für Risikokompetenz am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung hat potenzielle Nutzen und Schäden der Keuchhusten-Impfung anhand wissenschaftlicher Studien zusammengefasst und Modellrechnungen angestellt:

Keuchhusten

Kämen 100 Jugendliche und Erwachsene ohne kombinierte Auffrischimpfung in Kontakt mit dem Keuchhustenbakterium, würden voraussichtlich 45 bis 79 von ihnen erkranken. Hingegen würden lediglich etwa 3 bis 12 von 100 Geimpften nach Bakterienkontakt an Keuchhusten erkranken. Ohne Impfschutz würden von je 100 Personen 36 bis 77 an langanhaltendem Husten leiden. Demgegenüber wären von je 100 geimpften Menschen lediglich 2 bis 12 Personen von diesem Husten betroffen. Mehr Informationen >