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Pensionierung

«Die Pensionierung meines Mitarbeiters steht kurz bevor. Welche Vorkehrungen muss ich bezüglich Versicherungen und Finanzen treffen? Wie kann ich ihn unterstützen, um ihm den Schritt in den Ruhestand zu erleichtern?»

Pensionierung

Immer mehr in den Fünfzigerjahren geborene Babyboomer erreichen nun das Pensionsalter. Irgendwann kommt der Tag, an dem auch Ihr Mitarbeiter in den Ruhestand tritt. Was bedeutet die Pensionierung für ihn? Und welche Rolle spielen Sie als Arbeitgeber in diesem Übergangsprozess?

Ordentliches Rentenalter

In der Schweiz liegt das ordentliche Rentenalter für Männer bei 65 Jahren, für Frauen bei 64 Jahren. Was viele nicht wissen: Wenn der Mitarbeiter das Pensionsalter erreicht, endet das Arbeitsverhältnis nicht automatisch. Ein unbefristeter Arbeitsvertrag läuft solange weiter, bis Sie oder Ihr Mitarbeiter kündigen.

Auf Wunsch können sich Mitarbeitende früh-, spät- oder teilpensionieren lassen. Das frühestmögliche Rücktrittsalter liegt bei 58 Jahren. Ein Aufschub des Bezugs der Altersrente ist für ein bis höchstens fünf Jahre ab Erreichen des ordentlichen Rentenalters möglich. Weitere Informationen zum flexiblen Rentenalter finden Sie unter www.ch.ch.

Vorgespräch

Gedanken über die bevorstehende Pensionierung sind für den Mitarbeitenden oft belastend. Das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden, der Verlust der Arbeitskolleginnen und -kollegen, das Ende des gewohnten Arbeitsalltags – diese und weitere Faktoren können zu Verunsicherung führen oder gar Ängste hervorrufen. Lassen Sie Ihren Mitarbeitenden damit nicht allein. Sprechen Sie ihn rechtzeitig auf sein Befinden und seine Gefühlslage im Hinblick auf die bevorstehende Pensionierung an.

Tipps für ein erfolgreiches Gespräch:

  • Nehmen Sie sich Zeit und hören Sie Ihrem Mitarbeiter aufmerksam zu.
  • Sollte ihm sein bevorstehender Ruhestand Sorge bereiten: Zeigen Sie Verständnis und machen Sie ihm Mut.
  • Diskutieren Sie mit ihm mögliche Zukunftspläne.
  • Informieren Sie ihn umfassend über die konkreten Hilfeleistungen, die Sie ihm als Arbeitgeber anbieten können (Beratung zu Finanzplanung, AHV-Rente, Pensionskasse usw.).

Checkliste für die Vorbereitung der Pensionierung

Zeitpunkt vor der Pensionierung Aufgaben
10 bis 15 Jahre
  • Finanzplan erstellen und laufend aktualisieren
  • Tragbarkeit der Hypothek nach der Pensionierung berechnen
  • Finanzierbarkeit einer Frühpensionierung prüfen
5 bis 10 Jahre
  • Steuerplanung in Angriff nehmen
5 Jahre
  • Anlagestrategie anpassen und Vermögen vor möglichen Verlusten schützen
  • Entscheid «Rente oder Kapitalbezug» des Pensionskassenguthabens (2. Säule) fällen

    In der Regel zahlen die Pensionskassen die Leistungen der 2. Säule in Rentenform aus. Unter bestimmten Bedingungen können Pensionierte das Altersguthaben jedoch ganz oder teilweise als Kapital beziehen. Massgebend ist das Reglement der Pensionskasse. Wer sich das Guthaben auszahlen lässt, kann darüber frei verfügen und die Höhe seiner Bezüge nach den eigenen Bedürfnissen ausrichten. Zudem lässt sich das im Todesfall noch vorhandene Kapital vererben.

    Bezieht der Pensionierte das Altersguthaben in Rentenform, ist die gesprochene Altersrente lebenslänglich garantiert.

    Wer sich für die Rente entscheidet, muss der Pensionskasse keine Meldung erstatten. Wer hingegen den Kapitalbezug wünscht, muss die Anmeldefrist gemäss Reglement der Vorsorgeeinrichtung einhalten.
  • Guthaben der privaten Vorsorge beziehen (3. Säule)

    Verfügt Ihr Mitarbeiter über ein Guthaben der 3. Säule, so kann er dieses als einmalige Kapitalleistung beziehen. Möglich ist dies frühestens fünf Jahre vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters und spätestens am Ende des Jahres, in dem die AHV-Rente zu laufen beginnt. Wenn er nachweist, dass er weiterhin erwerbstätig ist, kann er die Auszahlung der 3. Säule aufschieben. Dies ist allerdings nur für maximal fünf Jahre ab Beginn des ordentlichen Rentenalters möglich.
3 Jahre
  • Häufig letzte Möglichkeit für Pensionskasseneinkäufe
3 Monate bis 1 Jahr
  • Bezug der AHV-Rente anmelden (1. Säule)

    Ihr Mitarbeiter hat am ersten Tag des Monats nach Erreichen des ordentlichen Rentenalters Anspruch auf seine Rente. Achtung: Die AHV zahlt die Rente nicht automatisch aus. Ihr Mitarbeiter muss seinen Anspruch schriftlich bei derjenigen Ausgleichskasse anmelden, die zuletzt seine Beiträge entgegengenommen hat.

    Die Anmeldung des Anspruchs bei der zuständigen Ausgleichskasse muss mindestens drei Monate vor Eintritt des ordentlichen Rentenalters erfolgen. Die Ausgleichskasse braucht diese Zeit, um die nötigen Informationen für die Berechnung der Rente zusammenzustellen.
0 bis 1 Jahr
  • Nachlass regeln und Hinterbliebene absichern

Auswirkungen der Pensionierung auf Ihre Helsana-Versicherungen

Krankheit

Mit dem Erreichen des ordentlichen AHV-Alters und der Beendigung der Berufstätigkeit des Mitarbeiters erlischt der Versicherungsschutz für sein Krankentaggeld automatisch. Die Heilungskosten laufen wie gewohnt über seine private Krankenversicherung.

Unfall

Ihr Mitarbeiter ist nach Beendigung seines Arbeitsverhältnisses durch Ihren Betrieb noch 30 Tage gegen Unfälle versichert. Diesen Versicherungsschutz kann er durch eine Abredeversicherung (PDF, 90KB) verlängern, allerdings nur um maximal 6 Monate.

Mit dem Austritt aus der betrieblichen Unfallversicherung respektive nach Ablauf einer allfälligen Abredeversicherung muss sich Ihr Mitarbeitender im Rahmen der Grundversicherung seiner Krankenkasse gegen Unfall versichern. Die Unfallversicherung bei der Krankenkasse ist obligatorisch für alle, die nicht kollektiv beim Arbeitgeber unfallversichert sind.

Prävention

Gehen immer mehr Mitarbeitende in Ihrem Betrieb in Pension? Befürchten Sie den Verlust von wichtigem Know-how, und wissen Sie nicht, wie die Nachfolge planen? Dann wenden Sie sich an unsere Experten für betriebliches Gesundheitsmanagement. Wir beraten und begleiten Sie individuell und finden gemeinsam mit Ihnen die für Ihr Unternehmen passende Lösung. Mehr Informationen dazu finden Sie unter Helsana für Unternehmen, Bereich Gesundheitsmanagement.