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Kündigung

«Anna wird unser Unternehmen verlassen. Was muss ich bei einer Mitarbeiterkündigung im Hinblick auf die Sozialversicherungen unternehmen, und was gibt es sonst noch zu beachten?»

Kündigung

Manche Mitarbeitende bleiben dem Unternehmen ein halbes Leben lang treu, andere wiederum wechseln ihre Jobs wie Hemden. Falls Ihr Team eher aus treuen Seelen besteht oder Sie aus einem anderen Grund nur selten Mitarbeitende verabschieden, ist das Prozedere einer Kündigung für Sie womöglich ein Buch mit sieben Siegeln. Ein besonderes Kapitel ist der Versicherungsschutz, bei dem es einiges zu beachten gibt.

Die Kündigung einer Mitarbeiterin oder eines Mitarbeiters ist oft mit Emotionen auf beiden Seiten verbunden. Sie hat aber auch administrative Auswirkungen. Diese betreffen insbesondere den Versicherungsschutz.

Wichtig zu wissen: Als Arbeitgeber sind Sie verpflichtet, Ihre Mitarbeiterin noch während der Kündigungsfrist über ihre Versicherungsdeckung zu informieren, und zwar unabhängig davon, welche Seite gekündigt hat. Für die einzelnen Versicherungen hat die Kündigung unterschiedliche Auswirkungen:

AHV/IV, EO (1. Säule)

Eine Abmeldung der Mitarbeiterin bei den Sozialversicherungen ist nicht erforderlich.

Berufliche Vorsorge (2. Säule)

Melden Sie Ihre Mitarbeiterin bei der Pensionskasse ab und teilen Sie dieser mit, wohin sie die Freizügigkeitsleistung überweisen soll. In gewissen Firmen können Mitarbeitende auch nach ihrem Austritt in der bisherigen Pensionskasse bleiben. Eine allfällige Regelung finden Sie im Firmenreglement.

Ihre Mitarbeiterin ist noch während eines Monats nach Austritt aus Ihrem Unternehmen in der bisherigen Pensionskasse gegen die finanziellen Risiken von Tod und Invalidität versichert. Sie muss aber in diesem Zeitraum keine Beiträge mehr an die Pensionskasse zahlen. Machen Sie Ihre Mitarbeiterin darauf aufmerksam, dass sie nach diesem Monat die Möglichkeit hat, ein Freizügigkeitskonto bei einer Auffangeinrichtung (www.aeis.ch), Bank oder Versicherung zu eröffnen. So kann sie den Vorsorgeschutz der 2. Säule aufrechterhalten. Nicht möglich ist die Eröffnung eines Freizügigkeitskontos, wenn die Person vor Ablauf eines Monats wieder eine neue Stelle antritt oder sich beim RAV meldet.

Familienzulagen

Bezieht Ihre Mitarbeiterin Familienzulagen? In diesem Fall müssen Sie den Austritt der Familienausgleichskasse melden.

Arbeitgeberbescheinigung (bei Arbeitslosigkeit)

Falls Ihre austretende Mitarbeiterin arbeitslos wird, kann die Arbeitslosenversicherung die Einreichung des Formulars «Arbeitgeberbescheinigung» verlangen. Darin müssen Sie unter anderem Angaben zur Dauer des Arbeitsverhältnisses, zum Grund für dessen Auflösung sowie zu ausbezahlten Löhnen machen. Das Gesetz verpflichtet Sie dazu, dieses Formular auszufüllen.

Ferienbezug während der Kündigungsfrist

Auch während der Kündigungsfrist sollten die Ferien wenn möglich bezogen und nicht durch eine Geldleistung abgegolten werden. Ihre Mitarbeiterin kann deshalb darauf bestehen, ein allfälliges Ferienguthaben auch noch nach der Kündigungsaussprache in Form von arbeitsfreien Tagen einzulösen. Als Arbeitgeber dürfen Sie ihr diesen Wunsch nur verweigern, wenn eine betriebliche Notlage vorliegt. Ihre Mitarbeiterin kann eine Auszahlung des Ferienguthabens verlangen, wenn die Kündigungsfrist kurz und der Ferienanspruch hoch ist.

Was kann Helsana für Sie tun?

Unfallversicherung

Nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses ist die ausgetretene Mitarbeiterin noch 30 Tage gegen Unfall versichert. Tritt sie erst nach Ablauf dieser Frist eine neue Stelle an oder meldet sie sich nicht innerhalb von 30 Tagen beim RAV, kann sie für maximal 6 Monate eine sogenannte Abredeversicherung abschliessen. Sie sind verpflichtet, die Mitarbeiterin schriftlich darüber zu informieren. Schliesst die austretende Mitarbeiterin keine Abredeversicherung ab, muss sie sich wieder privat gegen Unfall versichern. Machen Sie sie darauf aufmerksam.

Alle Informationen zur Abredeversicherung finden Sie auf dem Merkblatt "Abredeversicherung" (PDF, 90KB) .

Krankentaggeldversicherung

Hat Ihr Unternehmen eine Kollektiv-Krankentaggeldversicherung abgeschlossen, können austretende Mitarbeitende in der Regel aus der Kollektiv- in die Einzel-Krankentaggeldversicherung übertreten. Interessant ist diese Option insbesondere für Personen, die eine selbstständige Erwerbstätigkeit aufnehmen. Eine Gesundheitsdeklaration ist für den Übertritt nicht erforderlich.

Laden Sie das Formular für den Übertritt in die Einzel-Krankentaggeldversicherung (PDF, 80KB) herunter und leiten Sie dieses schriftlich an den austretenden Mitarbeitenden weiter.