Kundenmagazin

Helsana fühlt der Schweiz den Puls

Sind die medizinischen Behandlungen und Medikamentenabgaben hierzulande zweckmässig? Stimmt die Qualität im Gesundheitswesen? Mit solchen Fragen beschäftigt sich das Studienzentrum von Helsana. Es ist das grösste seiner Art.

Schweizer Karte

Welche Medikamente verursachen die höchsten Kosten und weshalb? Letzten Herbst publizierte Helsana zum zweiten Mal einen umfassenden Arzneimittelreport und nahm unter anderem zu dieser Frage Stellung. Das Fachpublikum und die Medien hatten den Report bereits gespannt erwartet und diskutierten die neuen Fakten nach der Veröffentlichung engagiert. Demnächst folgt die dritte Auflage, und das Echo wird wohl wiederum gross sein. Mit dem Arzneimittelreport will Helsana Transparenz bei der Arzneimittelversorgung schaffen. Diese Analyse, welche die Entwicklung von Verbrauch und Kosten im hiesigen Medikamentenmarkt aufzeigt, ist schweizweit einzigartig.

Der Arzneimittelreport ist eine von zahlreichen Studien, welche das Team Gesundheitswissenschaften unter der Leitung von Oliver Reich jährlich publiziert. In den vergangenen Jahren hat das Team unter anderem festgestellt, dass Ärzte zu schnell Herzkatheter-Untersuchungen durchführen, dass eine regelmässige Gesundheitskontrolle bei Diabetikern lebenswichtig ist oder dass psychische Probleme bei werdenden Müttern viel zu oft unerkannt bleiben.

Engagement mit Weitblick

«Sinn und Zweck unserer Untersuchungen ist eine bessere medizinische Versorgung», erklärt Oliver Reich. «Oftmals wird davon ausgegangen, Krankenversicherer seien einzig daran interessiert, die Kosten möglichst tief zu halten, und wollten den Patienten wirksame oder kostenintensive Behandlungen vorenthalten», so Reich. Dies sei eine sehr einseitige Sichtweise. «Wir müssen weiter denken. Denn wir wollen die Gesundheit der Kunden stärken, bevor sie krank sind. Und wir wollen ihnen im Erkrankungsfall eine angemessene medizinische Versorgung ermöglichen», erklärt Reich. «Darunter verstehen wir eine wirksame, qualitativ hochstehende und gleichzeitig effiziente Behandlung.» Mit ihren Studien wolle Helsana genau dies fördern.

Im Rahmen der Versorgungsforschung untersucht das Helsana-Team den ärztlichen Praxisalltag, beleuchtet die Qualität der Untersuchungen und bietet mit den Ergebnissen sowohl Patienten wie auch Ärzten eine Hilfestellung. Die Experten widmen sich zudem datenbasiert gesundheitspolitischen Themen und schaffen so Transparenz im Gesundheitswesen.

Als Grundlage für diese Forschungen dient der Helsana-Datensatz. «Dank unserer Grösse verfügen wir über eine enorme Datenmenge. Deren Analyse ermöglicht uns, wichtige Fragen zu beantworten und mit relevanten Zahlen zu belegen», betont der Leiter Gesundheitswissenschaften. Dass die Daten mit grösster Sorgfalt behandelt würden, verstehe sich von selbst. «Der Datenschutz ist jederzeit gewährleistet. Wir arbeiten nur mit anonymisierten Daten.»

Die Themen, die Helsana analysiert, ergeben sich oft aus dem Betriebsalltag heraus, basieren auf Ausschreibungen von Institutionen oder werden von Universitäten oder auch Industriebetrieben an uns herangetragen. Das Interesse von verschiedenster Seite zeige, dass das Bedürfnis nach fundierten Studien im Gesundheitswesen gross ist. «Zum Teil können wir unsere Studien sogar mit externen Aufträgen und Geldern aus Forschungsvorhaben finanzieren. Die Nachfrage nach unseren Auswertungen nimmt immer noch zu», meint Reich. Damit die Studien auf fruchtbaren Boden stossen, publiziert Helsana alle Berichte in wissenschaftlichen Fachzeitschriften und informiert Experten und führende Medien. «Wenn das Gesundheitswesen verbessert werden soll, müssen möglichst weite Kreise Bescheid wissen, diese Themen diskutieren und weitertreiben», sagt der Leiter Gesundheitswissenschaften. «Nur so lässt sich auch wirklich etwas verändern.»

Text: Daliah Kremer


Helsana-Studien zur Schweizer Gesundheitsversorgung

Helsana untersucht die Gesundheitsversorgung in allen Regionen der Schweiz – unter anderem zu diesen Themen:

Internationale Leitlinien bei Diabetes-Patienten

Diabetes-Patienten, welche gemäss den empfohlenen Leitlinien behandelt werden, müssen seltener ins Spital als die anderen Diabetes-Patienten. Die grosse Bedeutung von Leitlinien muss deshalb betont werden.

Zur Studie (nur in Englisch)

Herzkatheter-Untersuchungen

Ärzte führen bei ihren Patienten zu schnell Herzkatheter-Untersuchungen durch. Diese können sogar gesundheitsgefährdend sein. So fallen unnötige Kosten für teilweise unnötige Untersuchungen an.

Zur Studie (nur in Englisch)

Wie viele Medikamente aufs Mal?

Viele ältere Patienten nehmen fünf oder mehr Medikamente zu sich. Dies erhöht die Gefahr für Nebenwirkungen, weil sich die Präparate gegenseitig negativ beeinflussen können. Die Arzneimittelabgabe muss besser kontrolliert und gezielter eingesetzt werden.

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Wie sinnvoll sind Managed-Care-Modelle?

Patienten, die einem Managed-Care-Modell angeschlossen sind, erhalten eine bessere Behandlung und helfen, Kosten zu sparen. Integrierte Versorgung muss deshalb weiter etabliert und gestärkt werden.

Zur Studie (nur in Englisch)

Andere Medikation bei Spitalaufenthalt

Medikationsänderungen bei Spitalpatienten sind erheblich. Die Risiken sind erhöhte Kosten und weitere unerwünschte Effekte. Diese Änderungen sind nicht zwingend nur klinisch begründet.

Zur Studie (nur in Englisch)