Rund um die Finanzen

Prämienverbilligung

Viele Versicherte haben heute Anrecht auf Prämienverbilligung und machen davon Gebrauch. Leben auch Sie in bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen und wünschen sich einen finanziellen Beitrag an Ihre obligatorische Krankenversicherungsprämie? Wir haben die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Wer hat Anspruch auf individuelle Prämienverbilligung?

Anspruch auf individuelle Prämienverbilligung (IPV) haben Personen, die bei einem vom Bund anerkannten Krankenversicherer die obligatorische Krankenpflege (Grundversicherung) versichert haben und deren Einkommen und Vermögen eine finanzielle Unterstützung rechtfertigen. Diese Unterstützung ist kantonal unterschiedlich geregelt.

Falls Sie in einem EU-Land, in Island oder in Norwegen wohnen und eine Rente aus der Schweiz beziehen, haben Sie unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls Anrecht auf eine IPV. Wenden Sie sich an die Gemeinsame Einrichtung.

Wie hoch ist die Prämienverbilligung?

Die IPV darf maximal so hoch sein wie die jährliche Prämie für die obligatorische Krankenversicherung. Die Höhe ist abhängig von den folgenden Faktoren:

  • Steuerbares Gesamteinkommen
  • Wohnort
  • Alter

Ab 18 Jahren gelten die Steuerfaktoren der jungen Erwachsenen, auch wenn sie noch bei den Eltern wohnen. Während der Erstausbildung erhalten junge Erwachsene eine erhöhte Prämienverbilligung.

Wichtig: Wird die private Krankenversicherung während des Militärdienstes unterbrochen, besteht kein Anspruch auf die Prämienverbilligung.

Wie läuft die Auszahlung ab?

Eine direkte Auszahlung an die Begünstigten oder den Betrag mit der Steuerrechnung zu verrechnen, ist nicht vorgesehen. Die Kantone sind verpflichtet, die IPV einheitlich über die Versicherer abzuwickeln. Der Betrag wird direkt von der Versicherungsprämie abgezogen und ist auf der Prämienrechnung ersichtlich. Auf der Police hingegen ist immer die volle Prämie aufgeführt.

Wichtig: Wurde die Prämienverbilligung auch zwei Monate nach Erhalt der Verfügung noch nicht von Ihrer Prämienrechnung abgezogen, melden Sie sich bitte direkt beim zuständigen Kanton. Damit Sie nicht gemahnt werden, bitten wir Sie, Ihre Prämienrechnungen zu begleichen, auch wenn die Prämienverbilligung noch nicht darauf ersichtlich ist. Der Abzug erfolgt später und Sie werden eine korrigierte Rechnung mit einer Gutschrift der zu viel bezahlten Prämien erhalten.

Wo kann man sich anmelden?

Die Steuerämter von gewissen Gemeinden ermitteln anhand der Steuerfaktoren, wer Anspruch auf individuelle Prämienverbilligung hat. Diese Informationen leiten sie direkt der zuständigen Stelle weiter. Die betroffenen Personen erhalten ein vorgedrucktes Antragsformular. Wenn die Angaben auf dem Formular korrekt sind, reicht es, das Formular zu unterschreiben und zurückzuschicken.

In gewissen Gemeinden müssen Sie aktiv nachfragen, ob Sie Anspruch auf Prämienverbilligung haben. Melden Sie sich deshalb bei der zuständigen Stelle Ihrer Wohngemeinde.

Sonstige Informationen

Bei einem Krankenkassenwechsel wird die Prämienverbilligung durch die Durchführungsstellen gestoppt und direkt an den neuen Versicherer weitergeleitet.

Wenn Sie Ergänzungsleistungen zur AHV- oder IV-Rente beziehen, brauchen Sie keinen Antrag auf Prämienverbilligung zu stellen. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Zuständige Stellen in den Kantonen

Aargau
  • Zuständige Stelle: SVA Aargau
  • Vorgehen: Die SVA Aargau schickt potenziell anspruchsberechtigen Personen per Post einen Code für den Online-Antrag zu.
  • Meldefrist: 31. Dezember des Vorjahres

Appenzell Ausserrhoden

  • Zuständige Stelle: Sozialversicherungen Appenzell Ausserrhoden
  • Vorgehen: Personen, die Anspruch auf Prämienverbilligung haben, reichen das Antragsformular bei der AHV-Gemeindezweigstelle ihrer Wohngemeinde ein.
  • Meldefrist: 31. März

Appenzell Innerrhoden

  • Zuständige Stelle: Gesundheitsamt des Kantons Appenzell Innerrhoden
  • Vorgehen: Die anspruchsberechtigten Personen werden durch das Gesundheitsamt ermittelt. Wer glaubt, Anspruch auf eine Prämienverbilligung zu haben, aber keinen Bescheid erhalten hat, kann bei der AHV-Gemeindezweigstelle ein Antragsformular beantragen.
  • Meldefrist: 31. März

Basel-Landschaft

  • Zuständige Stelle: SVA Basel-Landschaft
  • Vorgehen: Der Kanton ermittelt die Berechtigten von Amtes wegen. Das Antragsformular muss nur noch ergänzt, unterschrieben und zurückgesandt werden.
  • Meldefrist: ein Jahr nach Erhalt des Formulars

Basel-Stadt

  • Zuständige Stelle: Amt für Sozialbeiträge
  • Vorgehen: Personen, die Anspruch auf Prämienverbilligung haben, reichen das Antragsformular beim Amt für Sozialbeiträge ein.
  • Meldefrist: keine

Bern

Freiburg

  • Zuständige Stelle: Ausgleichskasse des Kantons Freiburg
  • Vorgehen: Personen, die Anspruch auf Prämienverbilligung haben, reichen das Antragsformular bei der Ausgleichskasse ein.
  • Meldefrist: 31. August

Genf

  • Zuständige Stelle: Service de l’assurance maladie
  • Vorgehen: Die anspruchsberechtigten Personen werden direkt ermittelt und kontaktiert.
  • Meldefrist: 31. Dezember
Glarus
  • Zuständige Stelle: Kantonale Steuerverwaltung
  • Vorgehen: Personen, die Anspruch auf Prämienverbilligung haben, reichen das Antragsformular bei der kantonalen Steuerverwaltung ein.
  • Meldefrist: 31. Januar

Graubünden

Jura

  • Zuständige Stelle: Ausgleichskasse des Kantons Jura
  • Vorgehen: Versicherte, die bereits eine Prämienverbilligung bekommen haben, erhalten vom Kanton automatisch ein Gesuchsformular. Die anderen Versicherten müssen auf ihrer Wohngemeinde einen Antrag stellen.
  • Meldefrist: 31. Dezember

Luzern

  • Zuständige Stelle: Ausgleichskasse des Kantons Luzern
  • Vorgehen: Personen, die Anspruch auf Prämienverbilligung haben, reichen das Antragsformular bei der Ausgleichskasse ein.
  • Meldefrist: 31. Oktober des Vorjahres

Neuenburg

  • Zuständige Stelle: Service de l’action sociale
  • Vorgehen: Die anspruchsberechtigten Personen werden direkt ermittelt und kontaktiert.
  • Meldefrist: 31. Dezember

Nidwalden

Obwalden

Schaffhausen

Schwyz

  • Zuständige Stelle: Ausgleichskasse Schwyz
  • Vorgehen: Die anspruchsberechtigten Personen werden direkt ermittelt und kontaktiert.
  • Meldefrist: 30. September des Vorjahres

Solothurn

St. Gallen

Tessin

  • Zuständige Stelle: Servizio sussidi assicurazione malattia
  • Vorgehen: Personen, die Anspruch auf Prämienverbilligung haben, reichen das Antragsformular bei der Wohngemeinde ein.
  • Meldefrist: 31. Dezember

Thurgau

Uri

Waadt

  • Zuständige Stelle: Office vaudoise de l’assurance-maladie
  • Vorgehen: Personen, die Anspruch auf Prämienverbilligung haben, reichen das Antragsformular beim Office vaudoise de l’assurance-maladie ein.
  • Meldefrist: 31. Dezember

Wallis

Zug

  • Zuständige Stelle: Ausgleichskasse Zug
  • Vorgehen: Die anspruchsberechtigten Personen werden direkt ermittelt und kontaktiert.
  • Meldefrist: 30. April

Zürich