Oktober 2016

Krankenversicherung: Mythos und Wahrheit

Man hört sie am Stammtisch oder im Tram, liest sie in der Boulevardzeitung oder verkündet sie vorschnell selber: Mythen über die Krankenversicherungen. Wir haben die sechs häufigsten aufgegriffen und zeigen auf, wie es sich damit in Wahrheit verhält.

Mythos 1

«Krankenversicherer sind einfach nur Kassen: Prämien einnehmen, Rechnungen bezahlen.»

Mythos 1 Helsana engagiert sich stark, dass die Prämien langfristig bezahlbar bleiben, bei gleichzeitig hoher Qualität und Zugang für alle zu vernünftigen Preisen. Dazu gehören neben einer effizienten Rechnungskontrolle Massnahmen wie Betrugskontrolle, der Einkauf von Leistungen zu guten Konditionen sowie Beratung und Begleitung nach Unfall und Krankheit. Auch unsere politischen Anstrengungen für ein freiheitliches Gesundheitssystem und das wissenschaftliche Engagement für mehr Transparenz im Gesundheitssystem zum Wohle der Versicherten widerlegen den Zahlstellenmythos.

Mythos 2

«Krankenversicherer kümmern sich vor allem um die Gesunden, weil die nichts kosten.»

Mythos 2 Helsana engagiert sich für ihre Versicherten unabhängig ihres Gesundheitszustands und setzt sich für eine optimale Versorgung für alle ein. Wir bieten zahlreiche Programme an, welche zur Gesundheitsversorgung beitragen und das Wohlbefinden steigern. Dazu gehören unsere Engagements in den Bereichen Gesundheitsförderung, Sturzprävention oder Case Management. Bei Letzterem begleiten wir Versicherte nach längerer Abwesenheit wegen Krankheit oder Unfall ins Erwerbsleben zurück.

Mythos 3

«In der obligatorischen Krankenpflegeversicherung bezahlen wir alle die gleiche Prämie.»

Mythos 3 Die Leistungen der Grundversicherung sind gesetzlich vorgegeben; die Prämien müssen die Kosten in den Prämienregionen der einzelnen Versicherer decken. Unterschiedlich hohe Kosten nach Versicherer und Region führen deshalb zu unterschiedlichen Prämien. Auch die Bedürfnisse der Versicherten führen zu ungleichen Prämien. So profitieren Versicherte etwa von einem Prämienrabatt, wenn sie höhere Franchisen wählen oder auf die freie Arztwahl verzichten und sich für die integrierte Versorgung entscheiden.

Mythos 4

«Krankenversicherungen machen so viel Gewinn, dass sie sogar Reserven anlegen können.»

Mythos 4 Krankenversicherungen dürfen in der Grundversicherung keinen Gewinn machen. Das Gesetz verpflichtet sie, Reserven anzulegen für die Deckung von unvorhergesehenen Kosten, beispielsweise wegen einer unerwartet hohen Anzahl schwerer und teurer Fälle oder aufgrund von Epidemien und länderübergreifenden Pandemien. So wird eine Verschuldung verhindert. Überschüsse bleiben immer in der Grundversicherung. Damit wird ein Beitrag für stabile Prämien geleistet.

Mythos 5

«Die Krankenversicherungen verschwenden Prämiengelder mit Werbung.»

Mythos 5 Werbung gehört zu einem wettbewerblichen Gesundheitssystem. Wettbewerb zwingt die Versicherer, kundenorientiert zu arbeiten und möglichst gute Leistungen zu attraktiven Prämien anzubieten. Die Ausgaben für Werbung und Akquisition betragen weniger als 1 Prozent der Grundversicherungsprämie.

Mythos 6

«Die Krankenversicherungen haben zu hohe administrative Kosten.»

Mythos 6 Die Verwaltungskosten der Krankenversicherungen machen nur rund 5 Prozent der Gesamtkosten aus. Keine andere Sozialversicherung in der Schweiz erreicht punkto Verwaltungsaufwand einen derart niedrigen Wert. Bei der Arbeitslosenversicherung und bei der Schweizerischen Unfallversicherung Suva liegen die Verwaltungskosten weit höher.



Texte: Guido Klaus