Oktober 2016

Gesundheitskosten und ihre Einflussfaktoren

Die grössten Sorgen unserer Bevölkerung sind die Gesundheitskosten und die jährlich steigenden Krankenkassenprämien. Wie entstehen diese Kosten und welches sind die Knackpunkte im System? Wir zeigen Ihnen die wichtigsten Einflussfaktoren auf.

Die fünf grössten Kostentreiber

Fact 2 Je öfter wir zum Arzt gehen, Medikamente nehmen oder Pflege beanspruchen, desto höher steigen die Leistungskosten, welche die Krankenkassenprämien definieren. Gründe für den Kostenanstieg gibt es viele. Zu den wichtigsten gehören der medizinische und technologische Fortschritt, neue Medikamente, unsere rasch alternde Gesellschaft sowie die steigenden Ansprüche der Versicherten, die immer mehr Leistungen beziehen. Mehr zur Prämienentwicklung

Gesundheitsversorgung günstiger als Strassenverkehr

Fact 1 71,2 Milliarden Franken betrugen die Gesundheitskosten in der Schweiz im Jahr 2014. Die Finanzierung erfolgte durch die Grundversicherung (etwas mehr als ein Drittel), private Haushalte (ein knappes Viertel) und den Staat (ein Fünftel).

Im Vergleich: Für den Strassenverkehr geben wir mehr aus als für unsere Gesundheit, nämlich über 80 Milliarden Franken pro Jahr.

So wird der Prämienfranken aufgeteilt

Fact 5 Die Krankenversicherungen müssen mit den Prämieneinnahmen alle Leistungen aus dem Grundversicherungskatalog vergüten. Der Prämienfranken wird so aufgeteilt: 23 Rappen stationäre Behandlung im Spital, 20 Rappen Arzt, 17 Rappen Medikamente, 16 Rappen ambulante Behandlung im Spital, 10 Rappen Pflege, 8 Rappen übrige Leistungen, 6 Rappen Betriebsaufwand Krankenversicherung. Überschüsse fliessen in die Reserven.

Demografie

Fact 3 Der Anteil alter Menschen in der Schweiz nimmt rasant zu; die geburtenstarken Jahrgänge aus der Nachkriegszeit erreichen bald ihr drittes Lebensalter. Dieser demografische Wandel ist ein nicht beeinflussbarer Kostentreiber: Bis 2030 wird die Zahl der Pflegebedürftigen um 42 Prozent zunehmen – von
127 600 auf 182 000 Seniorinnen und Senioren.

Unnötige Regulierungen lähmen Krankenversicherung

Fact 4 Der Bund fordert im Gesundheitswesen immer mehr Einfluss. Staatliche Regulierungen nehmen zu. Das bedeutet eine massive Einschränkung der Krankenversicherer in ihrem gesetzlichen Auftrag, die Entwicklung der Gesundheits- respektive der Krankenversicherungskosten einzudämmen.

So setzt sich Helsana für die Senkung der Gesundheitskosten ein: Interview mit CEO Daniel H. Schmutz

Fehlanreize

Fact 7 Im Gesundheitssystem gibt es Fehlanreize. Wenn unnötige Therapien oder Operationen empfohlen werden, leidet darunter die Qualität der medizinischen Versorgung. Das kann für den Patienten zu schmerzvollen Nachbehandlungen führen und gleichzeitig kostentreibend wirken. Überflüssige Gesundheitsausgaben entstehen auch durch fehlende Effizienz in der Leistungserbringung sowie durch verzerrte Preise und veraltete Tarifstrukturen.

Wettrüsten der Spitäler zulasten der Prämienzahler

Fact 8 Die Kantone bestimmen, wie viele Spitäler es auf ihrem Gebiet geben soll. Gegenwärtig investieren sie Millionen in grosse Spitalbauten – jeder für sich statt koordiniert. Und dies auf dem Buckel des Prämienzahlers. Dabei wäre mehr Kooperation viel günstiger: Teure Geräte liessen sich besser auslasten, ebenso die Betten. Dieses Wettrüsten führt zu einer Infrastruktur, die viel zu gross und zu teuer ist für unser Land.

Unter-/Überversorgung

Fact 6 Zu viele Therapien können genauso schaden wie zu wenige. Auch falsche Therapien sind gefährlich – eine Fehlmedikation etwa oder eine risikoreiche Operation, wo eine Physiotherapie schonender wäre und erst noch erfolgsversprechender. Über- oder Unterversorgung lässt sich mit gründlicher Beratung vermeiden. Die Entscheidung bei der Wahl der Therapie liegt nicht nur in der Verantwortung des Arztes, sondern ist auch Sache des Patienten. Krankenversicherer spielen hier eine wichtige Rolle als Berater. Ein gutes Beispiel ist die Komplementärmedizin: Es gibt unzählige Methoden. Hilft die eine nicht, wechseln Patienten oft zur nächsten. Doch ein «Therapiemarathon» kann zu einer Reizüberflutung des Körpers führen. Als einzige Krankenversicherung in der Schweiz bietet Helsana deshalb ein unabhängiges Zentrum für Komplementärmedizin. Wir helfen Ihnen, die Therapie zu finden, mit der Sie am schnellsten gesund werden.

Wie steht es mit Vorsorgetests? Nicht alle sind empfehlenswert. Auf der Seite Gesundheitskompetenz erfahren Sie anhand von wissenschaftlichen Videos die Vor- und Nachteile von Früherkennungsprogrammen für Brustkrebs, Prostatakrebs oder Darmkrebs.

Texte: Daniela Diener