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Wie wähle ich mein Spital?

Vor einem Klinikaufenthalt lohnt es sich, genau hinzuschauen und sorgfältig zu entscheiden. Denn das nächste Spital ist nicht immer das passende und das beste.

Schritt für Schritt zum richtigen Spital

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Schweizer Spitäler stehen im internationalen Vergleich hervorragend da. Das betrifft sowohl die medizinische Qualität als auch den Wohlfühlfaktor – letzteres zeigen unter anderem die Ergebnisse einer Helsana- Studie zur Patientenzufriedenheit in Spitälern.

Natürlich gibt es trotzdem Unterschiede. Deshalb ist es bei geplanten Spitalaufenthalten wichtig, sich als mündiger Patient gründlich zu informieren und dann die Optionen in Ruhe zu prüfen. Einen Anhaltspunkt zur medizinischen Qualität liefern die Fallzahlen, insbesondere bei komplexeren Eingriffen und Behandlungen: Je häufiger ein Spital eine bestimmte Operation durchführt, desto besser sind die Erfolgsaussichten. Das zeigen zahlreiche Studien.

Das Bundesamt für Gesundheit hat unter der Homepage www.bag.admin.ch/kvspi Fall- und Sterbezahlen aller 158 Akutspitäler der Schweiz veröffentlicht. Die Interpretation dieser Ergebnisse ist aber sogar für Fachleute schwierig, da etliche Aspekte dort nicht berücksichtigt sind – beispielsweise unterscheiden sich öffentliche, private und Universitätsspitäler in vieler Hinsicht. Deshalb sollten Laien die dort gefundenen Informationen am besten mit ihrem Arzt besprechen.

Qualität messen

An einem umfassenderen und deshalb verlässlicheren Qualitätsvergleich arbeitet der Nationale Verein für Qualitätsentwicklung in Spitälern und Kliniken, kurz ANQ. In den ,nächsten Jahren will er umfassendere Daten veröffentlichen. Weitere Hinweise liefern Broschüren und Websites der Spitäler: So erkennt man, worauf ein Spital besonderen Wert legt, wo seine Schwerpunkte liegen und ob es beispielsweise religiös oder komplementärmedizinisch ausgerichtet ist. Hilfreich, aber nicht sehr verbreitet sind objektive Qualitätssiegel wie «Sanacert», «zertifiziertes Brustzentrum» oder «zertifiziertes Traumazentrum».

Unter Umständen lohnt sich für die Patienten auch der Blick über die Grenzen, insbesondere, wenn sie eine Hospital-Spitalzusatzversicherung abgeschlossen haben. Helsana arbeitet zum Beispiel seit einiger Zeit mit der Martini-Klinik in Hamburg zusammen, die auf Prostatakrebs spezialisiert ist und eindrucksvolle Erfolgszahlen vorweisen kann.

Text: Julia Franke