Über unser Unternehmen

Die Helsana-Gruppe ist der führende Kranken- und Unfallversicherer der Schweiz. Sie steht Privaten und Unternehmen bei Gesundheit und Vorsorge sowie im Fall von Krankheit und Unfall umfassend zur Seite.

Positionen

Die Helsana-Positionen kurz und verständlich: Die Helsana-Gruppe erklärt ihre Haltung zu wichtigen Fragen und Problemen des Gesundheitsmarkts in Positionspapieren.

  1. Health Technology Assessment
  2. Kopfprämiensystem
  3. Leistungsaufschub
  4. Leistungskatalog
  5. Managed Care und integrierte Versorgung
  6. Medikamentenversorgung in der Schweiz
  7. Orphan Drugs
  8. Personalisierte Medizin
  9. Risikoausgleich
  10. Versicherungsobligatorium
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Health Technology Assessment

Auch für das Schweizer Gesundheitswesen empfiehlt sich ein national einheitliches und institutionalisiertes Verfahren zur Bewertung medizinischer Verfahren und Technologien. Der Bund sollte eine nationale Lösung ausarbeiten; kantonale Eigenlösungen sind abzulehnen. Dabei sollte ein strukturiertes Zulassungsverfahren auf Basis einer Kosten-Nutzen-Bewertung zur Anwendung kommen. Damit bliebe der Leistungskatalog der Grundversicherung auf das notwendig Nützliche beschränkt. Um den notwendigen Konsens sicherzustellen, muss das Health Technology Assessment (HTA) dabei unabhängig von Einzelinteressen bleiben und gleichzeitig alle Akteure des Gesundheitswesens mit einbeziehen. Idealerweise geschieht dies mittels Koordination unter Teilnahme bereits bestehender Institutionen und Trägerschaften.

Positionspapier Health Technology Assessment (PDF, 149KB)

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Kopfprämiensystem

Die teilweise Finanzierung der medizinischen Grundversorgung über Kopfprämien (die Kantone beteiligen sich via Steuern an den Kosten für stationäre Spitalleistungen), hat den Vorteil, dass die Finanzierungslast gleichzeitig solidarisch und sozialverträglich ausgestaltet werden kann. Dank der individuellen Prämienverbilligung (IPV) erhalten Personen in wirtschaftlich bescheidenen Verhältnissen finanzielle Unterstützung. Gleichzeitig wird mit dem Kopfprämiensystem die Eigenverantwortung und die Transparenz sowie die Kostenwahrheit gestärkt. Die Prämien folgen grundsätzlich den Leistungskosten. Dank dem Umlagesystem werden keine Defizite zu Lasten künftiger Generationen angehäuft. Helsana ist deshalb für die Beibehaltung des Kopfprämiensystems und fordert eine adäquate Ausgestaltung der IPV und der Steuerabzugsmöglichkeiten.

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Leistungsaufschub

Das Parlament hat die Konsequenzen des Leistungsaufschubs (Sistierung der Versicherungsdeckung bei Zahlungsverzug) per Anfang 2012 entschärft: Die Kantone übernehmen seither bei Vorliegen eines Verlustscheines 85 Prozent der aufgelaufenen Prämienausstände und Kosten; gleichzeitig wird die Leistungssistierung in Folge von Prämienausständen abgeschafft. Den Kantonen steht es allerdings frei, sogenannte schwarze Listen mit jenen Personen zu führen, die ihre Prämien nicht bezahlen, und ihren Zugang zu medizinischer Versorgung auf sogenannte Notmassnahmen einzuschränken. Helsana bedauert diesen Systemwechsel, verhindert er doch eine schweizweit einheitliche Umsetzung des Versicherungsobligatoriums. Ausserdem wird mit dem Wegfall der Leistungssistierung die Eigenverantwortung geschwächt. Es braucht neben der individuellen Prämienverbilligung (IPV) keine weiteren Instrumente, um die Konsequenzen des Zahlungsverzugs abzufedern. Die Versicherer müssen das Risiko von Zahlungsausständen eigenständig übernehmen.

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Leistungskatalog

Der Zugang zur medizinischen Grundversorgung wird einerseits durch das Versicherungsobligatorium und andererseits durch den einheitlich definierten Leistungskatalog sichergestellt. Die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) übernimmt per Gesetz nur Leistungen, die wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich sind (WZW). Helsana ist der Meinung, dass sämtliche Leistungen in der OKP in jedem Fall medizinisch indiziert und nach den Kriterien der „evidence based medicine“ (d.h. auf der Grundlage von wissenschaftlich und empirisch nachgewiesener Wirksamkeit) begründet sein müssen. Um die Zulassung neuer Leistungen und die systematische Überprüfung des Leistungskatalogs zu gewährleisten, braucht es auch in der Schweiz ein klar definiertes Evaluationsverfahren respektive Assessment.

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Managed Care und integrierte Versorgung

Obwohl die Managed-Care-Vorlage im Juni 2012 von Volk und Ständen abgelehnt wurde, erfreuen sich die alternativen Versicherungsmodelle weiterhin steigender Beliebtheit. Inzwischen sind mehr als 60 % aller Versicherten in einem alternativen Versicherungsmodell eingeschrieben, d.h. sie verzichten freiwillig auf die freie Arztwahl; stattdessen vertrauen sie sich einem Gatekeeping-Modell an und profitieren von Prämien-Rabatten. Die Erfahrungen der Helsana und diverse wissenschaftliche Studien zeigen, dass Dank integrierter Versorgung und mit entsprechendem kostenbewussten Verhalten innerhalb der Netzwerke auch risikobereinigt erhebliche Leistungskosten eingespart werden können. Die Helsana ist nach wie vor überzeugt, dass die vielfältigen Formen und Aktivitäten im Bereich der integrierten Versorgung insbesondere im Hinblick auf einen verbesserten Risikoausgleich einen nachhaltigen Beitrag leisten zur Kosteneindämmung im Gesundheitswesen.

Alternative Versicherungen liegen voll im Trend (Artikel im Senso, Februar 2012) (PDF, 7MB)

Wissenschaftliche Studie

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Medikamentenversorgung in der Schweiz

Medikamente sollten jährlich einer Preisüberprüfung unterzogen und der Parallelimport auch für patentgeschützte Medikamente möglich werden. Das Zulassungsverfahren sollte beschleunigt werden, damit der rasche Zugang zu Innovationen sichergestellt ist. Die Praxis zeigt, dass trotz klarer Preisregeln auf Verordnungsebene für die konkrete behördliche Preisbestimmung eines Medikamentes Spielraum besteht. Das eingeführte Prävalenzmodell macht die Regeln noch komplexer. Im Sinne der Transparenz sollten die beantragten Preise und die Verfügungen des BAG öffentlich sein.

So lange das BAG die Medikamentenmargen festlegt, muss der falsche Anreiz – der Arzt verdient an der Medikamentenabgabe mit – durch eine Senkung der Margen eingedämmt werden. Ideal wäre aber ein Systemwechsel: Kostenträger sollten mit dem jeweiligen Abgabekanal die Konditionen verhandeln können.

Positionspapier Medikamentenversorgung (PDF, 333KB)

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Orphan Drugs

Die vom Bundesrat verordnete Sonderfinanzierungslösung bleibt die Antwort auf die zentrale Frage nach der gerechten Kosten-Nutzen-Abwägung von Medikamenten ausserhalb der geltenden Limitationen im Einzelfall schuldig. Der Versicherer kann dem Vorwurf einer willkürlichen Beurteilung des Nutzens nur dann wirksam entgegentreten, wenn klar festgelegte Kriterien vorliegen. Deshalb hat Helsana ein wissenschaftlich abgestütztes Modell der Nutzenbewertung erarbeitet und spricht sich für eine branchenweite Anwendung aus. Das Modell hat zum Ziel, dass innovative Off-Label-Medikamente mit akzeptablem Kosten-Nutzen-Verhältnis zu einem fairem Preis vergütet werden. Damit erhalten schwer kranke Menschen Zugang zu dringend benötigten Arzneimitteln.

Positionspapier Orphan Drugs (PDF, 187KB)

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Personalisierte Medizin

Die unter der personalisierten Medizin subsumierten Entwicklungen besitzen für die bessere Versorgung der Patienten wie auch für die Kostenträger ein enormes Potenzial. Deshalb steht Helsana diesem Trend grundsätzlich positiv gegenüber. Jedoch sind die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass die Chancen genutzt und gleichzeitig die Risiken eingedämmt werden können. Die Abgeltung für die neuen Behandlungsmöglichkeiten muss aber adäquat bleiben und die Medikamentenkosten dürfen nicht ins Unermessliche steigen. Bezüglich der Vergütung sollte gelten, was im Grunde für alle Anpassungen des Leistungsspektrums im Krankenversicherungsbereich gilt: Der rasche Zugang zu Innovationen muss gewährleistet werden, ohne fahrlässige Einschränkungen bei den bereits etablierten WZW-Kriterien (Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit) hinnehmen zu müssen.

Positionspapier Personalisierte Medizin (PDF, 110KB)

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Risikoausgleich

Der heute definitiv im Gesetz verankerte Risikoausgleich (RA) berücksichtigt Alter, Geschlecht sowie stationärer Aufenthalt im Vorjahr ab 4 Tagen, er bildet aber insbesondere chronisch Kranke und kostenintensive Patienten mit ambulanten Heilungskosten nicht adäquat ab. Helsana begrüsst deshalb eine weitere Verfeinerung des RA und unterstützt die vorgesehene Einführung einer Medikamentenkostenschwelle per Anfang 2017. Per Anfang 2019 ist der RA mit den durchschnittlichen Kosten bestimmter chronisch Kranker zu ergänzen, die auf Grund ihrer Medikamente identifiziert werden können (sogenannte Pharmaceutical Cost Groups). Mittel- und längerfristig ist der Risikoausgleich insbesondere im stationären Bereich weiter zu verfeinern, er darf aber nicht zu einem Kostenausgleich verkommen.

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Versicherungsobligatorium

Helsana anerkennt das Versicherungsobligatorium als wichtige Errungenschaft des Schweizer Gesundheitswesens. Das Obligatorium stellt den uneingeschränkten Zugang zur medizinischen Grundversorgung für die gesamte Bevölkerung sicher. Über das sozial abgefederte Kopfprämiensystem mit individueller Prämienverbilligung (IPV) ist die Finanzierung der Gesundheitsversorgung sichergestellt. Ein Versicherungssystem mit Aufnahmezwang und Einheitsprämie braucht aber zwingend einen gut funktionierenden Risikoausgleich. Diesen gilt es so rasch wie möglich weiter zu verbessern.