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Helsana-Arzneimittelreport 2018 schafft Transparenz im Medikamentenbereich (Medienmitteilung)

26.11.2018

Heute veröffentlicht Helsana seinen Arzneimittelreport 2018 und trägt damit zu einem besseren Verständnis des Schweizer Medikamentenmarkts und seiner mengen- und kostenmässigen Entwicklung bei. Die Analysen zeigen Medikamentenkosten auf einem neuen Höchststand. Die diesjährige Ausgabe bietet neben einem allgemeinen Teil Analysen zu echten und vermeintlichen Innovationen, zur Medikamentenabgabe im ambulanten Bereich sowie zur Durchimpfungsrate bei Kindern.

Im Jahr 2017 sind die Ausgaben für Arzneimittel zu Lasten der Grundversicherung um eine halbe Milliarde Franken gestiegen. Sie beliefen sich damit auf über 7.5 Milliarden Franken. 75 Prozent aller Versicherten bezogen Medikamente zu Lasten der Grundversicherung. Der Anteil an Personen mit Medikamentenbezügen fiel im Kanton Genf am höchsten und in den Kantonen Thurgau, Appenzell-Innerrhoden und –Ausserhoden am tiefsten aus. Die höchsten Kosten pro Medikament fielen mit 128 Millionen beim Immunsuppressiva-Blockbuster Remicade an.

In der fünften Ausgabe des Berichts fokussierten die Autoren vom Universitätsspital Basel (USB) und dem Institut für Pharmazeutische Medizin (ECPM) der Universität Basel auf die Themen Innovationen in der Arzneimittelversorgung, auf die ambulante Medikamentenabgabe sowie die Durchimpfungsrate bei Kindern.

Neu lancierte Medikamente: Echte Innovationen sind selten

Jedes Jahr kommen etliche neue Produkte auf den Arzneimittelmarkt. Doch nicht alle diese Produkte sind tatsächlich Innovationen. Der Arzneimittelreport 2018 zeigt: Bei den zwischen 2014 und 2017 neu zugelassenen Präparaten handelte es sich lediglich zu 5 Prozent um Präparate mit neuen Wirkstoffgruppen und zu 7 Prozent um Präparate mit neuem Wirkstoff aus einer bereits bekannten Wirkstoffgruppe. Bei den restlichen 88 Prozent handelt es sich um Präparate bekannter Wirkstoffe. Diese neu zugelassenen Präparate sind entweder Generika oder es liegen nur geringfügige Änderungen der Rezeptur oder ein Namenswechsel zugrunde.

Die einzige echte Innovation der letzten Zeit stellten Hepatitis C-Präparate dar; diese Mittel bieten grossen Zusatznutzen im Vergleich zur bisherigen Therapie. Das spiegelt sich auch in ihren Kosten: Dort sind für 2014 bis 2017 die höchsten Gesamtumsätze zu verzeichnen.

Herr und Frau Schweizer beziehen im Schnitt 8 Wirkstoffe pro Jahr

Ein Fokus-Kapitel beschreibt die ambulante Medikamentenversorgung und die involvierten Leistungserbringer in der Schweiz. Herr und Frau Schweizer bezogen im Schnitt acht Wirkstoffe pro Jahr. Durchschnittlich waren 4,3 unterschiedliche ambulante Leistungserbringer involviert. Apotheken (50%) sind der gefragteste Abgabekanal, gefolgt von Grundversorgern (26%), Spitalambulatorien (11%) und Spezialisten (10%). Im hohen Preissegment nahmen die Anteile der Bezüge über den Versandhandel, die Spezialisten und die Spitalambulatorien zu.

Durchimpfungsraten sind gemessen am nationalen Impfplan zu tief

In einer weiteren Analyse schafften die Autoren ein Abbild der Impfsituation in der Schweiz bei Kindern von 13, 25 und 37 Monate nach Geburt. Es zeigte sich, dass die Durchimpfungsraten, gemessen am nationalen Impfplan, insgesamt noch zu tief sind. In keinem Kanton wurden die angestrebten Durchimpfungsraten von ≥ 95% für die 3. Diphtherie-, Tetanus-, Pertussis, Haemophilus influenzae Typ b- und Poliomyelitis-Impfung für Kinder 25 Monate nach Geburt erreicht. Der Anteil nicht geimpfter Kinder war im Kanton Appenzell-Innerrhoden mit 14.2% am grössten, gefolgt von Appenzell-Ausserrhoden (10.1%) und Nidwalden (10.0%). In den Kantonen Basel-Stadt, Genf und Basel-Landschaft wurden die Kinder am häufigsten geimpft.

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