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Helsana-Arzneimittelreport 2017 schafft Transparenz im Medikamentenbereich (Medienmitteilung)

20.11.2017

Heute veröffentlicht Helsana seinen Arzneimittelreport 2017 und trägt damit zu einem besseren Verständnis des schweizerischen Medikamentenmarkts und seiner mengen- und kostenmässigen Entwicklung bei. Die Analysen zeigen einen anhaltenden Kostenanstieg und Medikamentenkosten auf einem neuen Höchststand. Die diesjährige Ausgabe bietet neben einem allgemeinen Teil Analysen zu Biologika und zur Medikation im Pflegeheim.

Im Jahr 2016 sind die Ausgaben für Arzneimittel zu Lasten der Grundversicherung im Vergleich zum Vorjahr um rund 6 Prozent gestiegen. Sie beliefen sich damit auf über 7 Milliarden Franken, was rund einem Viertel der Grundversicherungskosten entspricht. Dies zeigt der Arzneimittelreport 2017 von Helsana.

Auch in der vierten Ausgabe des Berichts analysieren und beurteilen die Autoren vom Universitätsspital Basel (USB) und dem Institut für Pharmazeutische Medizin (ECPM) der Universität Basel die Mengen- und Kostenentwicklung des Medikamentenmarkts in der Schweiz und fokussieren in einem Spezialteil auf Biologika – Arzneimittel, die mit Mitteln der Biotechnologie und gentechnisch veränderten Organismen hergestellt werden – und die Medikamentenversorgung im Pflegeheim.

Das Einsparpotenzial von Biosimilars nutzen

Biologika sind schweizweit die umsatzstärksten Medikamente; ihr Marktanteil nimmt stetig zu. Diese teuren Arzneimittel haben den Arzneimittelmarkt revolutioniert: Sie haben die Behandlungskonzepte schwerer und lebensbedrohlicher Erkrankungen wie Krebs, rheumatoide Arthritis, Diabetes oder Bluterkrankungen massgeblich vorangetrieben. Gleichzeitig haben sie in den letzten Jahren wesentlich zur Kostensteigerung im Gesundheitswesen beigetragen. Heute entspricht der Schweizer Markt für Biologika rund 1.3 Milliarden Franken – dies sind 18 Prozent des Medikamentenmarkts, bei nicht einmal einem Prozent aller Medikamentenbezüge.

Ein grosses Potential zur Kosteneinsparung liegt bei den Nachahmerpräparaten der Biologika, den sogenannten Biosimilars. Mit dem flächendeckenden Ersatz durch Biosimilars könnten Millionen eingespart werden, ohne dabei die Behandlungsqualität und -sicherheit zu gefährden; allein 2016 wären dies rund 35 Millionen Franken gewesen. Damit dieses Einsparpotenzial genutzt werden kann, braucht es eine ergebnisoffene Diskussion über neue Finanzierungsmodelle und stärkere Substitutionsanreize.

Viele Pflegeheimbewohner erhalten potentiell ungeeignete Medikamente

Die medikamentöse Versorgung im Pflegeheim ist sehr anspruchsvoll. Über die Qualität der medikamentösen Versorgung in Schweizer Pflegeheimen ist wenig bekannt. Der Arzneimittelreport 2017 zeigt auf: Rund 80 Prozent der hiesigen Pflegeheimbewohner erhalten potentiell ungeeignete Medikamente, also Wirkstoffe, die bei älteren Personen in der Regel mehr Schaden verursachen als Nutzen stiften. Schäden, die durch ungeeignete Medikation verursacht werden, sind in den meisten Fällen ungewollt und vermeidbar. Eine bessere, interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Apothekern und Pflegepersonal des Heims ist deshalb angezeigt.

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