Arzneimittelreport: Medikation von Spitex-Patienten und Psychostimulanzien

Der Arzneimittelreport 2020 bietet neben einem allgemeinen Teil Analysen zur Medikation von Spitex-Patientinnen und Patienten und Psychostimulanzien. Helsana sorgt damit für mehr Transparenz im Gesundheitswesen und tragt dazu bei, die Versorgung unserer Kundinnen und Kunden zu verbessern.

Der neuste Helsana-Arzneimittelreport zeigt: Die Medikamentenkosten zu Lasten der Grundversicherung belaufen sich 2019 auf CHF 7.6 Milliarden und haben sich gegenüber 2018 stabilisiert. Es kamen weniger neue Medikamente auf den Markt und Patentabläufe wie auch die Preisüberprüfung des Bundesamts für Gesundheit (BAG) wirkten kostendämpfend. Doch neue hochpreisige Medikamente verursachen sehr schnell enormes Kostenwachstum, wie die Entwicklung bei den Krebsmedikamenten beispielhaft zeigt. Die siebte Auflage des Helsana-Arzneimittelreport fokussiert zusätzlich auf Analysen zur Medikation von Spitex-Patienten/innen und Psychostimulanzien.  

Spitex-Patientinnen und Patienten nehmen gefährlichen Medikamenten-Cocktail ein

Getrieben durch den Wunsch vieler Menschen das Lebensalter zu Hause zu verbringen, nehmen immer mehr Personen Spitex-Leistungen in Anspruch. Mit Hilfe von Abrechnungsdaten von Helsana konnte die Medikation von Spitex-Patientinnen und Patienten eingehend untersucht werden. Es zeigt sich, dass die Bezüge von Medikamenten seit 2013 drastisch ansteigen. Problematisch ist die Zahl der eingenommenen Medikamente pro Person, sie erreicht im Schnitt 16 Medikamente. Darunter sind Medikamente wie schlaffördernde Mittel, die gemäss Leitlinien als potenziell inadäquaten Medikation (PIM) gelten. PIM sind nachweislich mit unerwünschten Arzneimittelwirkungen, einem erhöhten Hospitalisierungsrisiko sowie einer erhöhten Mortalität assoziiert. Wichtig ist deshalb eine periodische, systematische Überprüfung der verordneten Medikamente.

Eine zweite Analyse untersuchte den Gebrauch von Psychostimulanzien wie Ritalin, die zur Therapie der Aufmerksamkeitsdefizit /Hyperaktivitätsstörung (ADHS) oder Narkolepsie (im Volksmund: Schlafkrankheit) eingesetzt werden. Es zeigt sich, dass immer mehr Erwachsene darauf zurückgreifen: Der überdurchschnittliche Anstieg bei jungen Erwachsenen könnte für eine zunehmende Belastung in Studium und Gesellschaft sprechen.

Der Arzneimittelreport: mehr Transparenz in der Arzneimittelversorgung

Der Report enthält Auswertungen über die Marktentwicklungen, die auf anonymisierten Abrechnungsdaten von Helsana beruhen und ein repräsentatives Bild über die Anzahl Medikamentenbezüger und die daraus entstehenden Kosten zeichnen. Zudem werden ausgewählte Indikationen oder Medikamentengruppen vertieft analysiert. Im Zentrum steht die transparente Darstellung der realen Entwicklung.

Der Helsana-Arzneimittelreport ist schweizweit einzigartig. Der Bericht verschafft authentische Einblicke in die Arzneimittelversorgung in der Schweiz. Helsana erstellt ihn in Kooperation mit dem Universitätsspital Basel (USB) und dem Institut für Pharmazeutische Medizin (ECPM) der Universität Basel.

Der Report ist in Deutsch. Vorwort und Zusammenfassung sind in Deutsch, Französisch und Englisch verfügbar.

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