Hausapotheke: richtig ausgerüstet für den Notfall

Ob eine Verbrennung beim Kochen, ein Schnitt mit dem Teppichmesser oder eine instabile Gartenleiter: Auch zu Hause können Unfälle passieren. Eine gut sortierte Hausapotheke ist deshalb unabdingbar.

09.09.2020

Christian Benz

Bei einer Volksbefragung würden vermutlich die meisten Schweizerinnen und Schweizer angeben, sie besässen eine Hausapotheke. So weit, so gut. Und bei den meisten würde sich ein ähnliches Bild ihrer Hausapotheke abzeichnen: ein Schrank in Badezimmer oder Küche mit einem kunterbunten Mix aus Pillen, halbleeren Tuben und irgendwelchen Fläschchen ohne Etikett. So weit, so schlecht. Gäbe es ein Gütesiegel für Hausapotheken, würden wohl die meisten Haushalte durchfallen.

Wie sieht es bei Ihnen zu Hause aus? Erfahren Sie hier, wie die ideale Notfallapotheke aussieht.

Checkliste für Ihre Hausapotheke

  • Fieberthermometer
  • Schmerzmittel
  • Fiebersenkende Mittel
  • Mittel gegen Erbrechen
  • Mittel gegen Durchfall
  • Traubenzucker: eignet sich als Sofortmassnahme besonders bei Benommenheit und Kreislaufproblemen 
  • Nasenspray (bei Erkältung bzw. Schnupfen)

  • Verbandsmaterial
  • Pflaster in verschiedenen Grössen
  • Kompressen
  • Mullbinden
  • Schere (zum Schneiden von Verbandsmaterial)
  • Desinfektionsmittel (Wichtig: bei Schnitt- oder Schürfwunden immer als Erstes desinfizieren! Je nach Tiefe einer Schnittwunde sollten Sie vor dem Desinfizieren die Blutung stillen.)
  • Einweghandschuhe
  • Kühlpad (Tipp: Halten Sie stets ein Kühlpad im Kühlschrank bereit. Bei Prellungen und Zerrungen ist Kühlen wichtig.)
  • Pinzette bei Splittern und Zecken (Wichtig: Für die Entfernung von Zecken empfiehlt sich eine spitze Pinzette oder eine spezielle Pinzette für die Entfernung von Zecken. Alternative erhalten Sie in Apotheken eine Zeckenkarte.)
  • Lupe: besonders bei kleinen Splittern hilfreich
  • Taschenlampe: hilfreich bei schlechten Lichtverhältnissen

Badezimmer und Küche sind beliebte Standorte für die Hausapotheke. Völlig zu Unrecht. An beiden Orten schwanken Temperatur und Feuchtigkeit stark. Eine ungünstige Umgebung für Medikamente, denn sie können dadurch ihre Wirkung verlieren. Deshalb: Hausapotheke an einem dunklen, kühlen und trockenen Standort aufbewahren. Besonders geeignet: Schlafzimmer oder Abstellkammer.

Leben kleine Kinder in Ihrem Haushalt? Dann platzieren Sie Ihre Familienapotheke an einem Ort ausserhalb der Reichweite Ihrer Sprösslinge. Idealerweise in einem Medizinschrank mit Schloss. Apropos Kinder: Informieren Sie Ihre Babysitterin beziehungsweise Ihren Babysitter sowie alle anderen Personen aus Ihrem Verwandten- und Bekanntenkreis, die auf Ihre Kleinen aufpassen, über den Standort Ihrer Hausapotheke.

Qualität vor Quantität – das gilt auch für die Hausapotheke. Eine blinde Anhäufung von Medikamenten sorgt für einen Mangel an Platz – und an Übersicht. Im Ernstfall muss es bekanntlich schnell gehen. Und dann ist die Gefahr gross, in der Hektik zum falschen Medikament oder Fläschchen zu greifen.

Ob Kind oder Erwachsener: Die Hausapotheke ist für alle Bewohnerinnen und Bewohner eines Haushalts. Deshalb gilt: Alle verschreibungspflichtigen Medikamente, die nur für bestimmte Bewohnerinnen und Bewohner gedacht sind, gehören nicht in eine Hausapotheke. Auch Arzneien für Haustiere sind hier fehl am Platz.

Einmal im Jahr sollten Sie die Hausapotheke prüfen. Etwa auf das Verfallsdatum oder die Vollständigkeit der Arzneien. Entsorgen Sie Medikamente, die seltsam riechen oder schmecken, bröckeln, eingetrocknet sind oder sich farblich verändert haben. Sind Sie nicht sicher, ob Ihr Medikament noch gut ist? Dann fragen Sie in der nächsten Apotheke nach.

Wenn Sie abgelaufene Mittel in Ihrer Hausapotheke gefunden haben, gibt es verschiedene Möglichkeiten der Entsorgung. Die Toilette gehört definitiv nicht dazu. Die meisten abgelaufenen Medikamente können Sie in der nächsten Apotheke abgeben. Arzneien auf rein pflanzlicher Basis können Sie getrost im herkömmlichen Haushaltsabfall entsorgen.

Eine Liste mit allen wichtigen Notfallrufnummern ist sehr hilfreich und kann viel Zeit sparen. Bei einem Notfall passiert es nämlich schnell, dass man sich selbst an die einprägsamsten Telefonnummern nicht mehr erinnert. Zudem: Legen Sie der Telefonliste eine Erste-Hilfe-Anleitung bei.

Wofür wurde das Medikament verschrieben? Wie lange am Stück kann man es anwenden? Wie hoch ist die Dosierung? Beantworten Sie Fragen wie diese gleich auf der Medikamentenpackung mit Stift und Kleber. Am besten gleich nachdem Ihnen das Medikament verschrieben wurde. So ersparen Sie sich und den anderen Bewohnerinnen und Bewohnern Unklarheiten bei einem späteren Gebrauch.