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Natürliche Schlafmittel – diese Kräuter helfen bei Schlafstörungen

Gegen Einschlafprobleme sind diverse Kräuter gewachsen. Naturheilpraktiker Oliver Bassler sagt, welche Kräuter als Schlafmittel taugen und wie man sie richtig anwendet.

Herr Bassler, man sagt, ein warmes Glas Milch mit Honig hilft, wenn man abends nicht einschlafen kann. Stimmt das?

Die Wärme der Milch wirkt tatsächlich im Körper und macht müde. Zudem enthält Milch Tryptophan, das Einfluss auf den Schlaf hat. So gesehen stimmt es tatsächlich, dass die Milch schlaffördernd wirkt. Der Honig stimuliert zusätzlich die Produktion von Tryptophan. Aus diesem Grund kann dies zusammen gebraucht werden, aber natürlich auch einzeln. Viele haben dies als Kind schon so getrunken, und deshalb kann das Glas Milch mit Honig auch eine wohlige Kindheitserinnerung wecken.

Welche Kräuter sollte ich zu Hause vorrätig haben, die mir bei Schlafstörungen helfen können?

Lavendel, Melisse und Baldrian sind empfehlenswert. Machen Sie sich einen Tee daraus, nehmen Sie sie als Tinktur ein oder – noch besser – verwenden Sie Lavendel oder Melisse als ätherisches Öl. Das Öl sollte allerdings vollkommen rein sein und nicht synthetisch.

Was hilft, wenn ich nachts aufwache und nicht mehr einschlafen kann? Gibt es da sozusagen ein Notfallkraut, das ich einnehmen kann?

Leider gibt es kein Schlafmittel in der Natur, das unmittelbar wirkt. Hier empfehle ich, auf jeden Fall nicht im Bett liegen zu bleiben, sondern aufzustehen. Lesen Sie ein Buch, hören Sie Musik, streichen Sie sich Lavendelöl ein. Das kann helfen, auf andere Gedanken zu kommen und wieder müde zu werden.

Kann ich auch präventiv irgendwelche Kräuter einnehmen, damit Schlafstörungen gar nicht erst auftreten?

Man kann die erwähnten Kräuter natürlich auch ohne Schlafprobleme nutzen. Doch geht es in diesem Fall mehr um das Ritual an und für sich. Trinken Sie zum Beispiel jeden Abend vor dem Einschlafen einen Tee. Massieren Sie mit einem schlaffördernden Öl Füsse, Rücken oder Hände. Wie gesagt spielen in diesem Fall vor allem Ritual und Rhythmus eine wichtige Rolle.

Können schlaffördernde Kräuter Nebenwirkungen haben oder kann ich diese bedenkenlos einnehmen?

Wir sprechen in diesem Zusammenhang nicht von Nebenwirkungen, sondern von Reaktionen. Das heisst, nicht jedes Mittel löst bei jeder Person dieselbe Reaktion aus. Hafer zum Beispiel hilft jenen Menschen, die schlecht abschalten können und eher nervös sind. Kräuter in der Form von Tees zum Beispiel kann man ausprobieren und schauen, welche Wirkung sie erzeugen. Ich empfehle bei länger andauernden Schlafstörungen, das heisst, bei mehr als zwei Wochen, eine Fachperson aufzusuchen, falls die Kräuter nicht die gewünschte Wirkung erzeugen. Ein Naturheilpraktiker hilft Ihnen herauszufinden, welche Kräuter zu Ihrem Wesen passen.

Kann ich die Kräuter beliebig kombinieren?

Ideal ist Baldrian mit einem weiteren Kraut zu kombinieren. Ich würde nicht wild drauflos mischen. Das empfiehlt sich nicht.

Können auch Kinder diese natürlichen Schlafmittel bedenkenlos einnehmen?

Bei Kindern würde ich die Kräuter prinzipiell als Tee verwenden. Das ist unproblematisch. Ausserdem kann es auch bei Kindern helfen, Einschlafrituale einzubauen, also zum Beispiel mit einem Öl die Füsse zu massieren. Grundsätzlich ist es bei Kindern sehr wichtig, die Gründe für die Schlaflosigkeit herauszufinden und abklären zu lassen, ob organische Gründe vorliegen könnten.

Und wie sieht es in der Schwangerschaft aus?

Auch in diesem Fall ist die Anwendung von schlaffördernden Kräutern bedenkenlos. Gerade bei hormonellen Veränderungen, wie sie ja in der Schwangerschaft vorkommen, können Schlafstörungen auftreten. Aber auch hier gilt: Sind die Schlafprobleme längerfristig, sollte ein Gynäkologe oder eine Gynäkologin aufgesucht werden.

Was tun Sie selber bei Einschlafproblemen, Herr Bassler?

Auch ich setze auf Rituale. Zum Beispiel hilft mir das Massieren der Füsse, mit Lavendelöl.

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