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Intervallfasten – gesünder als Diäten

Intervallfasten oder «intermittierendes» Fasten wird immer populärer. Die Ernährungsexpertin Melanie Loessner erklärt, wieso diese Form von Fasten so gesund ist.

Frau Loessner, was bedeutet Intervallfasten?

Intervallfasten – auch intermittierendes Fasten genannt – ist eine Ernährungsform, bei der wir in einem bestimmten Rhythmus zwischen Phasen von normaler Nahrungsaufnahme und Fastenzeiten wechseln. Im Vergleich zum Heilfasten sind beim Intervallfasten die Perioden ohne Essen kurz.

Und wo liegt der Unterschied zwischen Intervallfasten und einer Diät?

Bei einer Diät müssen Sie über längere Zeit mit weniger Kalorien auskommen, während Sie beim Intervallfasten normal essen. Deshalb ist Intervallfasten alltagstauglicher als eine Diät.

Welche Vorteile bringt uns intermittierendes Fasten?

Wir können abnehmen und so etwa Diabetes oder Bluthochdruck vorbeugen. Entzündliche Erkrankungen wie Asthma, Arthritis, Rheuma oder chronische Schmerzen treten seltener auf oder gehen längerfristig zurück. Wir fühlen uns allgemein besser und schlafen tiefer.

Was bewirkt Intervallfasten in unserem Körper?

Es erlaubt unseren Stoffwechselprozessen, sich zu erholen. Wenn wir ständig essen, schüttet die Bauchspeicheldrüse dauernd Insulin aus, der Blutzuckerspiegel steigt an, sinkt ab, steigt wieder an und so weiter. Irgendwann ist das System überfordert.

Wie muss man sich denn die Intervalle genau vorstellen?

Die populärste Methode des Intervallfastens ist 5+2: Wir ernähren uns fünf Tage normal und zwei Tage mit maximal 600 Kalorien, vorzugsweise in Form von nährstoffreichen Nahrungsmitteln wie Gemüse und Früchten. Eine andere Methode besteht im Auslassen einer Mahlzeit, sodass wir 12 bis 16 Stunden lang nichts essen. Auch Entlastungstage, etwa nach Festen, sind möglich. Wer moderat einsteigen will, dem rate ich, auf alle Zwischenmahlzeiten zu verzichten und so vier bis fünf Stunden lang nichts zu essen.

«Der Körper braucht längere Essenspausen.»

Aber es hiess doch immer: lieber fünf kleinere Mahlzeiten am Tag statt drei grosse!

Diese Erkenntnis gilt als überholt. Heute wissen wir: Der Körper braucht längere Essenspausen, damit diese Blutzuckerspitzen nicht mehr auftreten.

Kann ich auch fasten, wenn ich arbeite?

Natürlich. Beim Intervallfasten gibt es keinen bedeutenden Leistungsabfall. Wer dies weiss, kann einen knurrenden Magen besser ertragen.

Darf jeder fasten?

Jeder, der gesund ist. Kinder, Schwangere, Stillende und Menschen mit Essstörungen sollten nicht fasten. Und wer Medikamente nimmt, etwa gegen Bluthochdruck, sollte den Arzt fragen. Wichtig: während des Intervallfastens viel trinken, und zwar nur Ungesüsstes.

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