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Gehaltvoller Gast aus dem fernen Osten: Ingwer

Die «heisse Knolle» aus der indischen Küche ist viel mehr als ein Gewürz. Der Ingwer wirkt angenehm wärmend und vertreibt überall dort Kälte, wo sie nicht sein sollte. Er fördert die Verdauung und beruhigt den nervösen Magen. Deshalb schätzt man ihn auch auf Reisen.

Ingwer

Seit 2500 Jahren wird die Wurzelknolle aus Asien (Zingiber officinalis) bei den Indern und Chinesen als Gewürz und Heilmittel genutzt. In den indischen Sanskritschriften gilt der Ingwer als «heisse Pflanze», die dem Feuergott Agni als Nahrung dient. Dieser lebt nach indischer Auffassung im Bauch und reguliert die Emotionen, die Verdauung und den Geschlechtstrieb. Im 9. Jahrhundert kam der Ingwer nach Arabien. Seine Wirkung, alles verdauen zu lassen, wurde sogar im Koran niedergeschrieben. Über Handelswege gelangte der Ingwer nach Griechenland und Rom, später über die Alpen in den Norden. In der europäischen Heilkräuterkultur ist er seit dem 12. Jahrhundert allgegenwärtig: Hildegard von Bingen und Paracelsus lobten seine wärmende Wirkung und empfahlen ihn bei Magen-Darm-Katarrh, Blähungskoliken, Übelkeit und Menstruationskrämpfen.

Schutz vor innerer Kälte

Der Ingwer regt die Durchblutung der Schleimhäute im Verdauungstrakt an. Er fördert dadurch die Magensaftsekretion, den Speichelfluss und die Gallensaftbildung. Zudem stärkt er die Darmbewegung, reduziert Blähungen und Krämpfe und beugt so einer Verstopfung vor. Aus­serdem regt er den Blutkreislauf an, wodurch Schwindel und Erbrechen reduziert werden und der Herzschlag gestärkt wird. Nicht zu vergessen ist seine entzündungshemmende Wirkung bei Bronchitis, Stirn- und Kieferhöhlenkatarrh.

Unterirdisches «Hirschgeweih»

Die mehrjährige Staude des Ingwers wird in feuchttropischen Gebieten ein bis zwei Meter gross. Der schilfähnliche Stängel besteht aus verwachsenen Blättern, die eng ineinander verwickelt eine Schilfröhre bilden. Die Blätter entspringen direkt einer unterirdischen Wurzelknolle. Dieser «Scheinstängel» endet in einer schmalen bogenförmigen Blütenähre, die relativ kleine, gelbe Blüten mit purpurn gefärbten Lippen hervorzaubert. Der dicke, knollig-saftige Wurzelstock befindet sich knapp unter dem Boden und hat die Form eines Hirschgeweihs. Schneidet man diesen entzwei, entströmt ihm sogleich der typische, scharfe Ingwer-Zitronenduft.

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