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Wahr oder falsch? Fakten und Mythen rund ums Herz

Bei schwachem Herz ist Sex tabu! Kaffee ist gut fürs Herz! Solche Herzmythen gibt es viele. Welche Behauptungen stimmen, welche sind nur ein Mythos? Wir klären auf.

Das Herz ist der Motor unseres Lebens, für uns das wichtigste Organ. Doch rund ums Herz gibt es zahlreiche Behauptungen. Nicht alle sind wahr. Wir haben neun Mythen geprüft.

Schlafapnoe belastet das Herz

Schlafapnoe Die Krankheit führt nachts zu Atemaussetzern und beeinträchtigt die Tiefe und Qualität des Schlafs. Setzt der Atem aus, wird der Körper nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Blutdruck und Herzfrequenz steigen. Der wiederholte Sauerstoffmangel kann langfristig das Herz schädigen.

Weitere Informationen zur Schlafapnoe

Krafttraining schadet Herzpatienten

Krafttraining Wer schwere Gewichte hebt und gleichzeitig den Atem anhält, belastet sein Herz. Allerdings ist ein moderates Krafttraining sinnvoll. Damit nehmen etwa Muskelkraft und Ausdauer zu. Zusätzlich entlastet eine mittlere Intensität den Herzmuskel und senkt den Blutdruck. Herzpatienten sollten das Training mit dem Arzt besprechen.

Bei schwachem Herz ist Sex tabu

Sex Weniger als ein Prozent aller Herzinfarkte ereignen sich beim Geschlechtsakt. Solange man leichte körperliche Aktivitäten ausführen kann, braucht man nicht auf Sex zu verzichten. Bevor Personen nach einem Infarkt wieder sexuell aktiv werden, sollten sie darüber mit ihrem Arzt sprechen.

Acetylsalicylsäure schützt vor Herzinfarkt

Aspirin Experten raten gesunden Personen von einer regelmässigen Einnahme von Medikamenten mit Acetylsalicylsäure (ASS) ab. Der Wirkstoff ASS eignet sich für Gesunde nämlich nicht, um einem Herzinfarkt vorzubeugen. Der Grund: Das Risiko von Nebenwirkungen – etwa schwere Blutungen im Magen-Darm-Bereich – steigt. Medikamente mit dem Wirkstoff ASS sollte man nur nach Rücksprache mit dem Arzt regelmässig einnehmen.

Herzkrankheiten lösen Demenz aus

Demenz Diverse Krankheiten können zu Demenz führen, darunter auch Gefässerkrankungen. Sie führen zur sogenannten vaskulären oder gefässbedingten Demenz. So kann etwa die Arteriosklerose, die krankhafte Veränderung der Arterien, diese Form von Demenz verursachen. Das Gehirn wird nicht mehr richtig durchblutet, wodurch Nervenzellen absterben. Doch auch eine Herzschwäche oder das Vorhofflimmern steigern das Risiko einer vaskulären Demenz. Denn eine eingeschränkte Herzfunktion führt ebenfalls zu einer Durchblutungsstörung des Gehirns.

Kaffee ist gut fürs Herz

Kaffee Vier bis fünf Tassen am Tag sind für regelmässige Kaffeetrinker unbedenklich. Studienergebnisse deuten darauf hin, dass Kaffee das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verringert. Wie Kaffee auf den Körper wirkt, ist noch nicht abschliessend geklärt.

10 Fakten zu Kaffee

Der Sprung ins kalte Wasser: Herzstillstand

kaltes Wasser Für gesunde Menschen ist der Sprung ins kalte Nass riskant. Der abrupte Temperaturwechsel löst im Körper enormen Stress aus: Der Blutdruck steigt rasant an. Bei Personen mit einem kranken Herzen kann der Kälteschock sogar lebensbedrohlich sein.

Handys stören Herzschrittmacher

Handy Die Befürchtung, elektromagnetische Felder könnten einen Herzschrittmacher stören, rührt noch von früher her. Im Gegensatz zu älteren Modellen sind die heutigen Herzschrittmacher weniger störanfällig, denn sie sind besser gegen Strahlungen abgeschirmt. So verursachen Mobiltelefone kaum mehr Probleme.

Vitamintabletten sind gut fürs Herz

Vitamintabletten Rund die Hälfte der Schweizer Bevölkerung schluckt Vitaminpräparate. Dass diese vor Herzkrankheiten schützen, ist nicht bewiesen. US-Forscher publizierten im US-Fachblatt ­«Circulation» neue Ergebnisse: Vitamintabletten senken das Risiko von Herzinfarkten oder anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht. Als Quelle nutzten die Forscher 18 Studien mit über zwei Millionen Teilnehmenden.



Autorin: Carmen Schmidli
Veröffentlichung: 6. September 2019

Dr. Robert C. Keller, Geschäftsführer der Schweizerischen Herzstiftung

Robert Keller Dr. Robert C. Keller ist Geschäftsführer der Schweizerischen Herzstiftung mit Sitz in Bern. Er verfügt über eine langjährige Erfahrung im Bereich kardiovaskuläre Erkrankungen und leitet in der Stiftung die Bereiche Forschung und Prävention. Dr. Keller stand der Redaktion beratend zur Seite.

www.swissheart.ch

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