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Digital Detox – die digitale Entgiftung

Laden Sie Ihre eigenen Akkus statt diejenigen Ihres Smartphones. Immer mehr Leute entdecken die Vorteile, zwischendurch offline zu sein. «Digital Detox» liegt im Trend.

Seit 2013 ist Digital Detox ein fester Begriff im Oxford Dictionary of English. Ständig online zu sein, ist längst nicht mehr das Höchste der Gefühle. Die digitale Entgiftung, eben Digital Detox, gehört zum modernen Leben. Entziehungskuren, Detox-Ratgeber und -Programme boomen.

Während der Entgiftung wird für eine bestimmte Zeit auf digitale Medien und elektronische Technologien verzichtet. Darunter fallen etwa Smartphones, Laptop oder das Internet. Während der Detox-Tage wird jegliche elektronische Kommunikation vermieden. Nicht ganz einfach, denn das Zuhause von Schweizer Familien ist medial gut ausgestattet. Täglich rufen 3,6 Millionen Schweizerinnen und Schweizer über das Smartphone ihre E-Mails ab. Alle 13 Minuten trifft eine WhatsApp-Nachricht ein. Durchschnittlich 85-mal pro Tag greifen 70 Prozent der Smartphonebesitzer nach ihrem Handy – digitaler Stress pur.

Von «Smombies» und Schweizer Jugendlichen

Die Ergebnisse der James-Studie 2016 zeigen, dass die Online-Nutzung in den letzten Jahren zugenommen hat. Vor allem bei Jugendlichen steigen die Online-Stunden weiter an. Die 12- bis 19-Jährigen sind durchschnittlich 25 Prozent länger online als noch zwei Jahre zuvor. Sie surfen mit Smartphone, Tablet und Co. unter der Woche durchschnittlich 2 Stunden und 30 Minuten pro Tag, an den Wochenenden noch länger. Dabei nutzen sie hauptsächlich WhatsApp, Instagram und Snapchat. Ein Drittel schaut täglich oder mehrmals pro Woche Filme und Serien im Internet über Online-Streaming-Dienste.

Für Menschen, die nur auf ihr Smartphone starren und von der Umwelt nichts mitkriegen, gibt es seit 2015 einen Begriff. Das Wort setzt sich aus Smartphone und Zombie zusammen: «Smombie». Der Langenscheidt-Verlag kürte es 2015 zum Jugendwort des Jahres.

Das ständige Online-Sein stellt auch Familien vor neue Herausforderungen. Immer öfter werden deshalb klare Regeln aufgestellt. Etwa während des Essens oder bei Familienausflügen gilt dann absolutes Smartphone-Verbot.

Risiken des ständigen Online-Seins

Die intensive Nutzung digitaler Geräte birgt Risiken. In der Schweiz zeigen zirka 5 Prozent der Jugendlichen Symptome einer Sucht. Das Smartphone beiseite zu legen, ist kaum noch möglich. Versuchen Betroffene dennoch auf ihr Smartphone zu verzichten, treten Entzugserscheinungen auf. Dazu gehören etwa depressive Stimmung, Angstzustände, unruhiges und nervöses Verhalten. Lassen Sie es nicht so weit kommen. Dank unserer Tipps können Sie gleich mit der digitalen Entgiftung starten.

Starterpaket – so werden Sie zum Digital Detoxer

Nehmen Sie Digital Detox-Stunden in Ihren Familienalltag auf. Denn gemeinsam fällt die Entgiftung leichter. Unsere Tipps unterstützen Sie dabei.

Einfach abschalten

Reservieren Sie sich tägliche Zeitfenster, in denen Sie offline sind. Einfach Smartphone abschalten und weglegen. Bestens geeignet beim Abendessen mit der Familie. Probieren Sie's aus.

Briefkasten-Regel

Rennen Sie alle fünf Minuten zum Briefkasten? Wohl kaum. Dann machen Sie es auch nicht bei Ihrem Mail-Posteingang. Beschränken Sie das Abrufen Ihrer privaten E-Mails auf einmal am Tag und geniessen Sie die neu gewonnene Zeit mit Ihrer Familie.

Offline-Zonen schaffen

Schaffen Sie sich in ihrem Zuhause handyfreie Zonen. Zum Beispiel im Schlafzimmer, dann nehmen Sie und Ihre Kinder das Smartphone auch nicht mehr mit ins Bett.

Smartphone vergessen

Simpel, aber wirkungsvoll. Testen Sie's. Lassen Sie das Handy einfach zu Hause liegen. Auch gut geeignet bei Familienausflügen.

Detox-Ferien

Machen Sie Urlaub von der digitalen Welt. Inzwischen gibt es Digital Detox- oder Offline-Hotels, Camps oder Angebote im Kloster. So kommen Sie und Ihre Familie bestimmt zur Ruhe.

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